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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 11:28 Uhr

Küstengang will Taten sehen

vom

SPD-Bundestagsabgeordnete der norddeutschen Bundesländer bezogen in Brunsbüttel Stellung zu Schleusen, Offshore, Flüssiggas für Schiffe

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Brunsbüttel | Wie gut ist Brunsbüttel für den Offshore-Markt aufgestellt? Wie entwickelt sich die vom Hafenbetreiber Brunsbüttel Ports geplante Versorgung von Schiffen mit dem Flüssiggas LNG? Und natürlich: Wie kommt die Ertüchtigung der Kanalschleusen voran? Fragen, denen sich gestern die so genannte SPD-Küstengang widmete. Dieser Zusammenschluss von sozialdemokratischen Bundestagsabgeordneten aus den norddeutschen Küstenländern startet einmal im Jahr eine "Sommerreise", um sich vor Ort mit drängenden Themen zu befassen. Nach Brunsbüttel gestern steht für die Gruppe um den Bremer Uwe Beckmeyer heute Flensburg auf dem Plan.

Lösungen hatte die Küstengang nicht im Gepäck, dafür einen prall gefüllten Forderungskatalog. Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports, sagte gegenüber unserer Zeitung, dass er den Besuch der Bundespolitiker als willkommene Gelegenheit zum Gedankenaustausch sehe. Eine Wunschliste wollte er den Genossen nicht vorlegen. Stattdessen bekam er Gelegenheit, das Projekt LNG vorzustellen. Mit dem umweltfreundlichen Treibstoff möchte die Hafengesellschaft am Elbehafen Reedern ein umweltfreundliches Angebot unterbreiten. Brunsbüttel Ports arbeitet mit dem norwegischen Konzern Gasnor zusammen, plant eine große Bunkerstation.

Ein Thema, das den Elbehafen ebenso wie die geplante - und vom Land mitfinanzierte - Vielzweckpier betrifft, ist die Hinterlandanbindung. Denn Güter müssen von und zu den Häfen transportiert werden. In Brunsbüttel bietet sich vor allem die Schiene als Transportweg an. Da sieht Beckmeyer derzeit wenig Geld im Verkehrshaushalt des Bundes. Seine Fraktion hat aber Vorstellungen, wie mehr Mittel aufgebracht werden können: 2 Milliarden Euro aus allgemeinen Steuergeldern sowie weitere 2 Milliarden aus der auf Bundesstraßen ausgedehnten Lkw-Maut. Dann ließe sich auch Brunsbüttels Hinterlandanbindung spürbar verbessern.

Der Offshore-Markt ist auch für Brunsbüttel interessant. Allerdings bestätigten die Politiker gestern, dass Investoren zunehmend verunsichert seien. Als Hauptgrund gilt der schleppende Netzausbau. Hier müsse der Staat notfalls finanziell in die Bresche springen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, so Beckmeyer, biete sich dafür als Partner an. Auf jeden Fall müsse ein klarer Kurs gefahren werden. Dann könne sich am Ende auch Brunsbüttel das erhoffte Stück vom Kuchen abschneiden.

Beim Pressegespräch im Torhaus blieb der Blick zu den Schleusen nicht aus. Seit dem Desaster am 6. März, als der Kanal vorübergehend dicht war, sei die Bedeutung der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt auch in Berlin gut bekannt, sagt Beckmeyer. Nun gelte es zügig, den gesamten Kanal auf Vordermann zu bringen. Denn, so bestätigte sein Hamburger Kollege Ingo Egloff, am Kanal hängen tausende Arbeitsplätze - in der gesamten Region. Um das geplante weitere Vorgehen eingehend zu erörtern, hatten sich die Mitglieder der Küstengang mit Dr. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord, verabredet. Am Abend sollte das Thema auch noch bei einem Treffen mit dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsminister Reinhard Meyer vertieft werden.

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