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Norddeutsche Rundschau

18. Oktober 2017 | 06:18 Uhr

Herbstgemüse : Kürbis-Mekka in Agethorst

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bei Familie Hebbeln gibt es rund 100 verschiedene Sorten der Herbstfrüchte.

Der Hof der Familie Hebbeln in der Agethorster Dorfstraße ähnelt in diesen Tagen einem großen Kürbis-Mekka. Liebevoll auf Strohballen, Anhängern oder Fensterbänken, an der Dielentür und in Kisten liegen und hängen die bunten Früchte, mittendrin fertige Halloween-Fratzen oder Tiergesichter. „Die fertig geschnitzten Werke biete ich allerdings nicht zum Verkauf an“, sagt Katrin Hebbeln, die ihre Liebe zu der leuchtenden Frucht eigentlich eher zufällig entdeckte.

„Vor über zehn Jahren habe ich mal Zierkürbisse im eigenen Garten angebaut, um damit Haus und Garten zu dekorieren“, sagt die Diplom-Ingenieurin. Ihre liebevoll gestaltete Hof-Dekoration, die sich bis in die angrenzenden Unterstände und Ställe verfolgen lässt, faszinierte aber auch viele Dorfbewohner und Vorbeireisende. „Immer wieder wurde ich gefragt, ob ich Kürbis verkaufe“, berichtet Hebbeln, die dadurch die Geschäftsidee mit den Kürbissen hatte. „Also nutzte ich das Jahr darauf nicht nur meinen eigenen Garten, sondern auch den von meiner Mutter und Oma“, sagt die 38-Jährige, die dann aber schnell feststellen konnte, dass auch diese Anbaufläche nicht mehr ausreichte. „Also begann ich schließlich auf unserer rund einen Hektar großen Koppel Kürbisse anzupflanzen.“

Ehe es jedoch so weit war, gab es für die Landwirtin jede Menge zu tun. Schon im April eines Jahres beginnt Hebbeln damit, die rund 2000 noch zierlichen Kürbispflanzen in kleinen Töpfen im Gewächshaus vorzuziehen. Mit Hilfe ihrer Mitarbeiterin und einer Nachbarin setzt sie die Pflanzen dann ab Mitte Mai ins Freiland. „Mehrmals muss dann während der Vegetationsperiode das Unkraut per Hand entfernt werden“, erklärt die Agethorsterin, die pünktlich zur Herbstzeit schließlich rund 100 verschiede Sorten in allen Farben und Größen erntet.

„Die Kürbisse haben eine unterschiedliche Reifezeit von 90 bis 120 Tagen“, erklärt Hebbeln. Rund zehn Prozent ihrer Ernte seien Zierkürbisse. Dass die geschmacklich unterschiedlichen Speisekürbisse wie Hokkaido, Muscade de provence und Aladins Turban jedoch nicht nur zum Kochen, Backen, Füllen oder einfach als Snack zu verspeisen sind, weiß Hebbeln längst. „Aus denen lassen sich hervorragend irgendwelche Gesichter herstellen“, sagt Hebbeln, deren Lieblingskürbis in diesem Jahr der „Delicata“ sei. „Alle Kürbisse schmecken unterschiedlich – einige sind im Fruchtfleisch fester, andere fasriger, einige schmecken nussig und mein Lieblingskürbis ähnelt dem Geschmack einer Süßkartoffel.“

All das erzählt sie auch ihren Kunden. „Die Leute kommen gerne hierher, weil sie die persönliche Beratung und auch Rezeptideen bekommen“, freut sich Hebbeln über den Erfolg. Ganz besonders wichtig aber sei ihr, auch darauf hinzuweisen, dass ausschließlich geputzte und gewaschene sowie per Hand geerntete Kürbisse verkauft werden. „Daher gilt mein Dank meiner Familie, ohne die all das gar nicht machbar wäre.“

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