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Norddeutsche Rundschau

21. August 2017 | 18:14 Uhr

Künstlerbörse trifft auf taube Ohren

vom

Enttäuscht: Initiator Klaus Keck vermisst das Interesse für kostenlose Livemusik bei den Brunsbüttelern

Brunsbüttel | Zum vierten Mal sorgt die SOS-Künstlerbörse für einen musikalischen Sommer in Brunsbüttel. Klaus Keck, selbst Musiker aus Leidenschaft, hat es geschafft, mehr als 50 Auftritte auf vier Bühnen zu koordinieren. "Ich möchte das sommerliche Brunsbüttel beleben, den Brunsbüttelern tolle Musik bieten und gleichzeitig den Tourismus fördern", erklärt Keck seine Motivation. Unterstützung erhält er dabei von vielen Privat- und Geschäftsleuten, allen voran den vier Gastronomen, bei denen er die Bühnen etablieren konnte.

Jeden Freitag beginnt der Konzertreigen um 17 Uhr vor dem City-Pub in der Koogstraße und zur gleichen Zeit in der Copacanala auf der Südseite. Um 19 Uhr geht es auf dem Gustav-Meyer-Platz vor dem Torhaus weiter und endet um 22 Uhr im Gittas an der Koogstraße. Auf dem Platz an der Schleuse steht die Hauptbühne, für die es einen städtischen Zuschuss gab. Die anderen Bühnen werden von Klaus Keck und Sponsoren finanziert, wofür der Organisator sehr dankbar ist. Ursprünglich sollte im Foyer des Supermarktes in der Koogstraße konzertiert werden, ein Sturmschaden machte den Plan zunichte. Peter Frauen unterstützte die Künstlerbörse trotzdem und Keck bedankte sich jetzt zur Eröffnung mit einem spontanen Konzert von Ulli Haltermann am

E-Piano.

Klaus Keck ist mit der Künstlerbörse verwachsen. Seit Oktober steckt er in der Planung und ist bei seiner Familie seitdem ein eher seltener Gast. "Aber sie helfen trotzdem, wo es geht." Ehefrau Lydia hat Plakate mit verteilt und Enkelin Hedda verkauft Buttons der SOS-Künstlerbörse. Zirka tausend Anstecker hat Stadtmanager Torsten Lange besorgt, die bei den Fans gut ankommen - nur noch wenige sind erhältlich.

Die auftretenden Musiker kommen aus dem ganzen Bundesgebiet angereist und fühlen sich wohl in der Schleusenstadt, auch wenn weder große Gagen noch ein großes Publikum auf sie warten. "Jede Gruppe erhält eine Aufwandsentschädigung und die Hutgage des Abends", erläutert Klaus Keck. Während die Künstler, alles gestandene Musiker, sich trotz der oft geringen Resonanz bereits für nächstes Jahr angemeldet haben, ist Klaus Keck enttäuscht. "Viele Brunsbütteler haben auch im dritten Jahr mit der vierten Künstlerbörse noch nichts davon gehört", erzählt SOS-Klaus. Immer wieder erlebt er auch, dass die Menschen von weitem zuhören, aber trotz freien Eintritts nicht dichter herankommen oder vor der Hutsammlung gehen. "Das ist so schade für die Bands auf der Bühne", so Keck.

Ganz mutlos ist er aber noch nicht. Für das Volksfestwochenende konnte er kurzfristig das Duo Sven-Ole Lüthke und Jol (bekannt von Blue Silver) für Auftritte ab 17 Uhr in der Copacanala und ab 22 Uhr im Gittas engagieren. "Aber ob und wie es nächstes Jahr weitergeht, weiß ich noch nicht", sagt Klaus Keck.

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erstellt am 05.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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