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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 04:39 Uhr

Konzerte : Künstlerbörse hat sich etabliert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Initiator Klaus Keck und Organisator Matthias Marzalla sehen die Freitagskonzerte in Brunsbüttel auf dem richtigen Weg.

von
erstellt am 01.Aug.2014 | 17:05 Uhr

Ohne Musik geht es nicht im Leben von Klaus Keck. Seine halbakustische Neubauer mit Schaller-Elektronik, die er sich als Lehrling auf der Husumer Kröger-Werft mühsam zusammen sparte, liegt zu Hause in Griffweite. Und wenn er nicht zur Gitarre greift, dann ist da noch die von ihm vor vier Jahren initiierte Brunsbütteler Künstlerbörse. Zwar hat er im vorigen Jahr die Veranstaltungsorganisation an Matthias Marzalla abgegeben, aber der 70-Jährige bleibt „seinem“ musikalischen Sommerprojekt in der Schleusenstadt eng verbunden. „Eigentlich will ich da gar nicht mehr so viel machen“ – ein aus gesundheitlichen Gründen gefasster Vorsatz, den er nur schwer durchhält. Heute Abend wird Keck, zumindest kurz, mit der Nordfriesin Catherine Jauer auf der Bühne der Beachbar Copacanala stehen.

Die Sängerin „würde gut ins Elbeforum passen“, ist Keck von Jauers Talent überzeugt. Dass die 33-Jährige, die schon vor drei Jahren bei der Eröffnung der Wattolümpiade am Elbdeich auf der Bühne stand und später vom Kulturverein Lyra in der Galerie Rusch präsentiert wurde, heute bei der Künstlerbörse auftritt, ist Kecks Hartnäckigkeit zu verdanken. Denn die Sängerin, die gerade ihr Debüt-Album „When I Sing“ eingespielt hat, sollte schon bei einer der früheren Künstlerbörsen spielen. Dann wurde sie krank. „Seitdem hatte ich einen gut“, freut sich Klaus Keck. Denn längst sei Jauer, deren Stimme irgendwo zwischen rauchiger Rockröhre und weichem Soul liegt, für Veranstaltungen ohne Gage eigentlich nicht mehr zu bekommen.

Einen Hunderter bekommen die Musiker grundsätzlich als Aufwandsentschädigung. Das, sagt Klaus Keck, decke oft nicht mal die Benzinkosten. Denn einige reisten sogar aus München an, um in Brunsbüttel für eine Hutgage zu spielen – die Zuhörer entscheiden selbst, wie viel sie in den Hut werfen möchten. Daher müsse eindeutig der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen. Und genau das sei letztlich auch das Prinzip der Künstlerbörse.

Matthias Marzalla bestätigt das in seiner Halbzeit Bilanz – die Freitagskonzerte am Gustav-Meyer-Platz, im Copacanala und im Gitta’s laufen noch bis Ende August. „Bisher haben wir das Ziel erreicht. Die Veranstaltung ist den Kinderschuhen entwachsen.“ Die Künstlerbörse habe sich als touristisches Event in der Schleusenstadt etabliert. Froh ist Marzalla, dass es gelungen ist, die Bühne auf dem Gustav-Meyer-Platz vom Wilsteraner Aurallye-Verein auszuleihen. „Die macht was her.“ Vor allem sei diese Bühne aber unter akustischen Gesichtspunkten für Musiker sehr viel besser geeignet als der in der Vergangenheit genutzte Lkw-Anhänger.

Klaus Keck – hier schließt sich der Kreis – ist für viele Musiker noch immer eine Anlaufstelle, wenn es um die Künstlerbörse geht. Das wiederum erleichtert Matthias Marzalla die Arbeit. Er kann bereits erste Musiker für das kommende Jahr buchen. Dann feiert die Künstlerbörse fünfjähriges Bestehen.

>Heute in Brunsbüttel zu hören: Catherine Jauer (18 Uhr, Copacanala), Sixty-5 aus Elmshorn (19 Uhr, Gustav-Meyer-Platz), Ünnerrock aus Schleswig (22 Uhr, Gitta’s).

> www.künstlerbörse-brunsbüttel.de

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