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Benefizkonzert : Künstler singen für die Orgel-Renovierung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Sauer-Orgel in der Kellinghusener Kirche muss dringend überholt werden.

von
erstellt am 16.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Sie singen, um die Kellinghusener Orgel zu retten. Junge Hamburger Talente kommen in die Störstadt und stellen in einem Benefizkonzert ihr Repertoire vor: Ein buntes Klassikprogramm aus Opernarien und Liedern. Sie sind allesamt Gesangsschüler von Carolyn Grace James, Professorin für Gesang an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, deren Studenten bereits im Rahmen des Gebel-Weihnachtsoratoriums das Publikum in Kellinghusen begeisterten. Nach dem großen Erfolg des Konzertes sagte die Hamburger Professorin spontan zu, einen weiteren musikalischen Abend zu veranstalten. Die ehemalige Primadonna der New Yorker Metropolitan Opera freut sich, dass ihre Schüler in Kellinghusen erneut wichtige Konzerterfahrung gewinnen werden. Begleitet werden sie von dem jungen Pianisten Yuri Majorski.

Initiatoren der Orgelbauserenade sind der Orgelbauverein Hennstedt-Kellinghusen und die Kantorin Maja Zak, die auch Vorsitzende des Orgelbauvereins ist. „Eine Grundsanierung der Orgel unumgänglich und nicht mehr zu verschieben ist“, sagt die Kirchenmusikerin. Deshalb brauche die Kirche Spenden für das aufwändige Projekt. „Der musikalische Abend ist eine perfekte Gelegenheit, in lockerer Atmosphäre Kultur zu genießen und gleichzeitig eine finanzielle Unterstützung für den Erhalt der wertvollen Orgel in Kellinghusen zu gegen.“

Die Kellinghusener Orgel hat besonderen historischen Wert. Im Jahr 1930 erbaut, gehört sie zu den wenigen erhaltenen Großinstrumenten aus der Übergangszeit zwischen den Epochen des romantischem und des neobarockem Orgelbaus. Einerseits wurde sie gemäß der damaligen Orgelreformbewegung gebaut, andererseits besitzt sie noch einen romantischen Klang. Sie wurde ursprünglich als pneumatische Orgel gebaut, eine in Schleswig-Holstein kaum noch erhaltene Orgeltechnik. Der Grund des geringen Erhalts dieser Orgeln ist die bis heute andauernde Mode, den Orgeln einen barock anmutende Klänge zu entlocken. Erst in jüngster Zeit werden romantische Tonfarben wiederentdeckt.

Nur mit großem Aufwand lässt sich eine pneumatische Orgel restaurieren. Ein Orgelbauer benötigt spezielle Fachkenntnisse, um die hohe Zahl an Membranen, Taschenklappen und Kegelventilen zu sichten und auszutauschen. In Kellinghusen sind besonders die Taschenklappen vom Alterungsprozess betroffen. Der Zahn der Zeit hat darin viele Löcher hinterlassen. Statt in zwei abgegrenzten Windsystemen satte, klare Töne zu erzeugen, verirren sich nun Winde in allerhand chaotische Formationen, die husten und räuspern, pfeifen und rasseln. Hinzu kommt noch das Problem, dass in vielen Kirchen die Orgeln mit Schimmel befallen sind. Davon ist ebenfalls die Orgel der St. Cyriacus-Kirche in Kellinghusen betroffen. Maja Zak hebt hervor, „dass die Orgel nicht nur ein Instrument geistlicher Musik ist, sondern auch ein ganz weltliches Stück historischer Kultur in Kellinghusen“ Deshalb habe sie als Ort der Orgelbauserenade nicht die Kirche gewählt, sondern das Zentrum bürgerlicher Kultur, das Bürgerhaus. Am 20. Februar um 19.30 Uhr gastieren dort die die Künstler aus Hamburg. „Auch dieses Mal werden Charme und Ausstrahlung der begabten Jungsänger das Publikum überzeugen“, ist Maia Zak überzeugt.





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