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Norddeutsche Rundschau

25. November 2017 | 12:35 Uhr

Künstler kooperieren für den Klimaschutz

vom

shz.de von
erstellt am 17.Apr.2010 | 03:59 Uhr

burg | Wie vielfältig Kunst sein kann, das konnte man in Burg an einem ganz besonderen Abend erleben. Das Nordelbische Missionszentrum (NMZ) in Hamburg hatte eine sechswöchige interkulturelle Begegnung zwischen Künstlern aus Papua-Neuguinea, Indien und Deutschland ermöglicht. Der Sylter Ingo Kühl besuchte Tom Deko in Papua-Neuguinea. Die Sylterin Annette Kühl reiste nach Indien zu Prabhat Khosla. In Burg berichteten die vier international bekannten Künstler von ihren gemeinsamen Projekten und Arbeiten. Begleitet wurden sie von Pastor Martin Krieg, Referent für Ökumenische Partnerschaften im NMZ.

Schäumende Sylter Wellen umspülen einen Paradiesvogel. Katzenaugen lauern in den Wogen, eine Schlange windet sich durch die Gischt. Die Schöpfungsgeschichte ist das Motiv eines riesigen Ölgemäldes, das nun in der Universität von Goroka in Papua-Neuguinea hängt. Geschaffen wurde es gemeinsam von Tom Deko und Ingo Kühl. Pastor Martin Krieg zeigte Fotos, die eindrücklich dokumentierten, wie das drei Meter große Kunstwerk kürzlich in einem eher provisorischen Atelier in Papua-Neuguinea entstanden ist. Annette Kühl motivierte ihren Kollegen Prabhat Khosla unterdessen, weiter an seinen wichtigen Arbeiten für den Klimaschutz zu arbeiten, während sie sich in Indien zu eindrucksvollen Bildern in "Tribaltechnik " inspirieren ließ.

Die Kunst-Begegnung wurde eigentlich in Dithmarschen erfunden, erzählte Pastor Krieg. "Immer ladet Ihr nur Pastoren oder Evangelisten ein", lautete die Kritik. Und das NMZ reagierte und lud Künstler ein. Auch in Deutschland solle nun ein gemeinsames Kunstwerk entstehen. Die Idee: Hochzeitsstühle. Das Burger Publikum sollte wählen unter aufwändig hergestellten Modellen: Aufregend modern, farbenfroh oder exotisch muteten die Sitzmöbel an. Es wurde eifrig diskutiert. Mitglieder von Dithmarscher Papua-Neuguinea- und Indien-Gruppen sowie Burger Künstler schwankten zwischen Tradition und Moderne. Sollte es ein Stuhl mit Kundu-Trommeln als Stuhlbeine sein? Gar ein Paradiesvogel mit weiten Schwingen das Hochzeitpaar umarmen? So recht entscheiden konnte man sich in Burg nicht. Nachdem Martin Krieg Fotos der phantastischen Metallarbeiten von Tom Deko zeigte, war das Publikum fast überzeugt. Ja, eine Skulptur aus Metall wäre schön - wobei die Idee mit den Hochzeitsstühlen nicht verworfen wurde.

Zu diversen Veranstaltungen mit dem Künstler-Quartett lud das NMZ Hamburg ein. Im Atelier Kühl in Keitum auf Sylt gab es offene Werkstatt-Angebote und Vorträge im Christian-Jensen-Kolleg in Breklum (Kreis Nordfriesland).

Und es geht weitere: Unter dem Motto "Nolde neu entdecken" führen Tom Deko und Ingo Kühl heute um 14 Uhr durch die Südsee-Ausstellung im Nolde Museum, Seebüll. Sonnabend, 24. April, um 16 Uhr werden die Ergebnisse des künstlerischen Austausches offiziell im NMZ Hamburg, Agathe-Lasch-Weg 16, präsentiert.

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