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Sparkasse-Rückzug : Künftig Bargeld per Bringdienst oder Einzelhändler

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Verwaltungsrat hat Nägel mit Köpfen gemacht: Die Schließung von Sparkassenfilialen ist besiegelt – aber es gibt alternative Angebote.

Der Verwaltungsrat der Sparkasse Westholstein hat der „Anpassung der Geschäftsstellenstruktur“ mehrheitlich zugestimmt – und sich damit für das vom Sparkassenvorstand aufgestellte wirtschaftliche Zukunftskonzept entschieden. Das sieht die Schließung von sechs personenbesetzten Filialen und acht Geldautomat-Standorten sowie die Umwandlung von zehn Filialen in SB-Standorte vor (wir berichteten). In einem Pressegespräch informierten gestern der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Tede Ibs und Vorstandsmitglied Michael Burmeister über das Abstimmungsergebnis, dem eine ausgiebige Diskussion in der Verwaltungsratssitzung vorausgegangen sei.

Der Verwaltungsrat habe sämtliche Unterlagen von der Niederschrift aus der jüngsten Zweckverbandsversammlung über die Resolutionen bis hin zu Leserbriefen vorgelegt bekommen. Die Kontroversen zwischen Vorstand, Gemeindechefs und Kunden seien inhaltlich aufgegriffen worden. Der demografische Wandel, Infrastrukturmaßnahmen und das Thema Bargeldversorgung insbesondere für ältere Menschen seien diskutiert worden. „Alle Beteiligten verstehen die Bedenken und sind sich der möglichen Auswirkungen auf die Infrastruktur und Attraktivität in den betroffenen und umliegenden Gemeinden bewusst“, betonte Tede Ibs. Der mit großer Mehrheit gefasste Beschluss zur Umsetzung der Pläne sei „letztlich im Bewusstsein eines Spagates“ gefällt worden, um „sowohl den Bedürfnissen der Kunden als auch den wirtschaftlichen und gesetzlichen Anforderungen in der heutigen Zeit“ zu entsprechen. Die Entscheidung sei niemandem leicht gefallen und wurde mit dem Auftrag an den Sparkassenvorstand, flankierende Maßnahmen umzusetzen, verbunden. So wird es einen „Bargeldbringdienst“ geben, der sich insbesondere an ältere Menschen richtet. Sie können bei der Sparkasse anrufen, danach wird das Geld zu dem Kunden nach Hause gebracht. „Die Details dazu werden wir noch kommunizieren“, fügte Michael Burmeister hinzu. In puncto Bargeldversorgung werde es neben dem Bringdienst noch die Möglichkeit geben, per „Cashback“ vor Ort beim Einkauf im Einzelhandel mit der Geldkarte die benötigten Euros vom Konto abzuheben. „Die Händler müssen das natürlich auch wollen.“ Darüber hinaus werde die Sparkasse für interessierte Kunden eine Online-Schulung durch Sparkassenberater anbieten, um mehr Sicherheit im Umgang mit Onlinebanking zu vermitteln und aktuelle Angebote zu testen. „Unsere Kunden müssen jetzt nicht aktiv werden. Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten alles vorbereiten, damit die Umsetzung unserer Planungen für unsere Kunden reibungslos verläuft“, sagte Ibs.

Die neue Geschäftsstellenstruktur soll zum Jahresende erfolgen, teilte Tede Ibs mit. Er unterstrich ebenso wie Michael Burmeister noch einmal die Notwendigkeit, das Geldinstitut zukunftsfähig zu halten. Ibs weist auf eine weiterhin gute Präsenz der Sparkasse in der Fläche hin: „Auch wenn wir sechs personenbesetzte Filialen und acht SB-Standorte schließen sowie zehn bisher personenbesetzte Filialen in SB-Geschäftsstellen umwandeln, sind unsere zukünftig 16 personenbesetzten und 22 Selbstbedienungsgeschäftsstellen weiterhin gut erreichbar.“ Die Sparkassenkunden der von der Schließung oder Umwandlung betroffenen Standorte würden außerdem ihre bisherigen Berater behalten, Mitarbeiterkündigungen stünden nicht an. Und er betont: „Für uns steht nach wie vor das Gespräch mit dem Kunden im Mittelpunkt.“

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erstellt am 28.Mai.2017 | 12:26 Uhr

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