Kündigungen bei Piening Propeller

Familienunternehmen in schwierigem Marktumfeld: Umstrukturierungen machen bei Piening Propeller laut der Geschäftsführung einen Stellenabbau notwendig.
Familienunternehmen in schwierigem Marktumfeld: Umstrukturierungen machen bei Piening Propeller laut der Geschäftsführung einen Stellenabbau notwendig.

Schiffspropeller-Hersteller baut 16 von 65 Stellen ab / Geschäftsleitung sieht Umstrukturierungen als notwendig für Zukunftsfähigkeit an

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04. Juni 2015, 17:26 Uhr

Schmerzhafte Einschnitte beim Traditionsunternehmen Piening Propeller: Zum 30. Juni wird der Betrieb in der eigenen Gießerei am Standort am Alten Deich eingestellt. 16 von 65 Mitarbeitern wurde gekündigt. Die Zukunft des Unternehmens ist laut der Geschäftsleitung aber nicht gefährdet.

Das allgemein schwierige Marktumfeld im Bereich Schiffbau und das Auslaufen lukrativer Aufträge für die Gießerei hätten Maßnahmen erforderlich gemacht, die „weh tun“, erklärt Mathias Pein, geschäftsführender Gesellschafter des Schiffspropeller-Herstellers. „In der Krise der Berufsschifffahrt seit 2009 haben wir lange sehr positiv dagestanden. Nun spüren wir aber den gewachsenen Kostendruck.“ Pein, der das Familienunternehmen als Inhaber in dritter Generation führt, zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung betroffen über die Notwendigkeit der betriebsbedingten Kündigungen. „Es ist für jeden Einzelnen hart und schwierig.“ Ihm seien die Entscheidungen keinesfalls leicht gefallen. Sie seien aber notwendig, um Piening Propeller zukunftsfähig zu machen. „Produkte aus unserer Gießerei sind am Markt von den Kosten her nicht wettbewerbsfähig“, erklärt Pein. Das Unternehmen müsse daher bei den Gussteilen komplett auf Zulieferungen aus dem Ausland setzen – was in der Vergangenheit schon bei diversen Projekten der Fall gewesen sei.

Trotz der Schließung der Gießerei blickt Pein für sein Unternehmen insgesamt optimistisch in die Zukunft. Es gäbe Aufträge bis Mitte 2016 und neue Produkte wie ein verstellbarer Propeller mit innovativer Wasserhydraulik stünden kurz vor der Marktreife. „Wir starten in den kommenden Wochen Testreihen mit einem Prototypen unter Beteiligung der Klassifizierungsgesellschaft“, sagt Pein. „Und es gibt bereits erste Anfragen von Werften.“ Die Auslagerung weiterer Betriebsteile sei daher „nicht angedacht“. „Unsere Mitarbeiter sind unser Kapital“, sagt Pein.

Piening Propeller gehört zu den größten Arbeitgebern in der Region Glückstadt. Das Unternehmen liefert Propeller und komplette Antriebssysteme für unterschiedlichste Schiffstypen – von Megayachten über Marineschiffe bis hin zu Forschungs- oder Spezialschiffen. Die Kunden kommen aus Norddeutschland, aber auch aus Ländern wie Italien, der Türkei oder Turkmenistan. Neben der Herstellung neuer Anlagen ist die Reparatur und Wartung von Schiffsantriebsanlagen ein weiteres Geschäftsfeld der Firma. Gegründet wurde Piening Propeller 1929 von Otto Piening. Damals unter dem Namen „Glückstädter Spezialwerk für Schiffspropeller“ mit Firmensitz am Glückstädter Hafen. 1935 und 1952 wurde zweimal erweitert, bevor Piening 1972 in die Blomesche Wildnis umzog.

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