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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 16:57 Uhr

Kühle Köstlichkeit setzt sich durch

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dithmarscher Start-up verbucht mit Eis auf Joghurt-Basis 2014 einen beachtlichen Erfolg / Jetzt gibt es Frozen Yogurt auch im Glas

Mit dem Frühjahr beginnt die Eiszeit. Heute sollen die Temperaturen wieder kräftig steigen. Was kann da leckerer und vor allem erfrischender sein, als ein kühles Eis? Unter denen, die um die Gunst des Kunden in den Kühltruhen der Supermärkte werben, behauptet sich mit wachsendem Erfolg die kühle Köstlichkeit eines jungen Dithmarscher Unternehmens: Frozen Yogurt, Eis auf Joghurtbasis, der beiden Geschäftsfrauen Kaja Ringert (28 ) aus St.  Michaelisdonn und Stella Peters (27) aus Neufeld. Sie haben ihr in einer Hamburger Manufaktur hergestelltes Produkt unter der Marke „Mien fro’Natur“ 2013 auf den Markt gebracht – und sind im vergangenen Jahr richtig durchgestartet.

Es war der Traum der BWL-Studentinnen, nach erfolgreichem Abschluss etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Den Anstoß lieferte Frozen Yogurt, eine in den USA beliebte Eisspezialität. Mit viel Mut und Unternehmergeist starteten die beiden Frauen ihr Projekt, banden einen Bio-Milchhof bei Rellingen und eine Hamburger Eismanufaktur in ihr Projekt ein und begannen, den regionalen Markt zu erobern.

Das ehrgeizige Ziel, mit einer unbekannten Marke und ohne große Werbung im Hintergrund Absatz zu machen, ging 2014 mehr als auf: Statt der angepeilten 200 Supermärkte hatten schließlich 600 das fettarme Produkt in ihren Truhen. Nach Edeka Nord listeten Famila in Itzehoe und Heide die Spezialität, derzeit laufen Gespräche mit Sky. Und auch erste Citti-Märkte in Schleswig-Holstein verkaufen den Frozen Yogurt aus dem Hause „Schnuppkrom“ (Naschkram). In Zahlen: Verkauften Kaja Ringert und Stella Peters 2013 noch 10  000 Eisbecher, waren es im vorigen Jahr 80  000 Stück und seit Beginn diesen Jahres bereits 40  000. „Der größte Anstieg ist im Frühjahr“, berichtet Kaja Ringert, in den Sommermonaten bleibe der Verbrauch recht konstant. Nur die kalte Jahreszeit gefällt ihr mit Blick auf den Absatz nicht.

Aber es werde bereits daran gearbeitet, Ideen für die Wintermonate zu entwickeln. Erstmal steht für die Jung-Unternehmerinnen eine für Eis ungewöhnliche Verpackung vor dem Markttest: Eis im Glas. Das ist dann die größere Portion für mehrere Genießer. Der Pappbecher, sagt die 28-Jährige, sei nicht wertig genug, Kunststoff verbiete sich wegen mangelnder Nachhaltigkeit als großes Gebinde. Einen Glashersteller zu finden, sei aber nicht einfach gewesen. „Auf 15 Anfragen haben wir 14 Absagen bekommen.“ Ein Hamburger Hersteller zeigte schließlich Interesse. Herausgekommen ist ein Glas mit Metallverschluss, dass 70 Grad Minus aushält. „So kalt wird im Haushalt keine Kühltruhe.“ Nachdem auch die Eismanufaktur überzeugt war, die im Auftrag der beiden Dithmarscherinnen produziert, stand der Markteinführung vor anderthalb Wochen nichts mehr im Wege. Noch ist dies aber kein Pfandglas, dafür ist der Absatz zu klein.

Um ihr Eis weiter zu entwickeln, haben die beiden Unternehmerinnen im Winter nicht nur die Rezepturen überarbeitet, sondern auch mit Blaubeere einen neuen Geschmack hinzugefügt – und ein veganes Eis auf Sojabasis entwickelt. Dies natürlich aus nachhaltiger Produktion in Österreich. Regenwälder sollen für „Mien fro’Natur“ nicht abgeholzt werden.

In diesem Jahr steht für das kreative Duo vor allem der Ausbau des stetigen Wachstums auf dem Plan. Zwar sind sie inzwischen in Schleswig-Holstein, Hamburg, dem nördlichen Niedersachsen und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns gut vertreten, aber alleine im nördlichsten Bundesland gebe es noch viel zu verwirklichen, weiß Kaja Ringert. Da Platz in den Kühltruhen der Supermärkte rar ist und die Dithmarscherinnen nicht immer von den etablierten Marken an den Rand geschoben werden wollen, haben sie eine eigene Box entwickelt, die den Blick auf ihren Frozen Yogurt lenken soll. Not macht eben erfinderisch.

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erstellt am 14.Apr.2015 | 11:44 Uhr

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