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Landesunterkunft : Kritik angekommen – Besserung in Sicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Schlechtes Essen, keine Wohnungen: Sprecherin des Landesamts für Ausländerangelegenheiten nimmt Stellung zu Vorwürfen der Flüchtlinge

von
erstellt am 26.Feb.2016 | 12:00 Uhr

„Wir entlasten im Moment die Kommunen“, sagt Magdalena Drywa zur Verteilung von Flüchtlingen. Das heißt, dass die Menschen in den Landesunterkünften längere Zeit leben müssen – und das in ganz Schleswig-Holstein. Die Sprecherin des Landesamts für Ausländerangelegenheiten reagiert mit dieser Erklärung auf die Demonstration von rund 80 Asylbewerbern auf dem Glückstädter Marktplatz (wir berichteten). Die Demonstranten fordern eine Erklärung ein, warum ihnen keine Wohnungen zugeteilt werden. Im Gespräch mit unserer Zeitung hatten einige erklärt, dass sie seit mehr als drei Monaten in Landesunterkünften untergebracht sind.

Normal seien tatsächlich sechs bis acht Wochen, erklärt Magdalena Drywa. Doch um die Kommunen zu entlasten, sei die Verteilung in allen Landesunterkünften in Schleswig-Holstein verlangsamt worden. Hinzu kam eine „Verzögerung über Weihnachten“. Sie weiß, dass die Flüchtlinge untereinander kommunizieren und deshalb nicht verstehen, warum einige schneller eine Wohnung bekommen als andere.

Beklagt hatten sich einige der Demonstranten zudem über „schlechtes Essen“ in der Unterkunft. „Die Leitung des DRK ist bereits im Gespräch mit dem Caterer“, sagt Drywa über den Betreiber der Unterkunft am Neuendeich. „Sie bemühen sich um eine größere Vielfalt.“ Angeboten werden jetzt auch Getränke, Obst und Brot. Dass Speisen angeliefert und in einem Konvektomat aufgewärmt werde, sei ein Provisorium. „Das Essen ist nicht vergleichbar mit einem, welches vor Ort gekocht wird.“ Doch das werde sich ändern. Die Kantine werde noch ausgebaut, sagt sie zur ehemaligen Messe der Soldaten.

Weiterer Kritikpunkt der Demonstranten war, dass sie kein Deutsch lernen. „Einen Deutschunterricht bereitet das DRK vor.“ Auch gebe es inzwischen Freizeitangebote am Nachmittag, gegründet wurde eine Spielgruppe für Frauen. Zudem könne Tischtennis platte und am Kicker genutzt werden.

Dass sich einer über mangelnde Kleidung beschwerte, dazu sagt Drywa: „Wir haben eine gut ausgestattete Kleiderkammer.“ Richtig sei aber, dass sich die Bewohner Hygieneartikel wie Windel, Duschgel und anderes selbst kaufen müssten. „Das ist so gewollt.“ Denn die Menschen sollen lernen im Supermarkt einzukaufen und die Vielfalt des Angebotes kennen zu lernen. Um sich die Dinge des täglichen Bedarfes kaufen zu können, bekommen Erwachsene vier Euro Taschengeld am Tag. Und drei Mahlzeiten am Tag seien gewährleistet.

Zudem hatten Familienväter beklagt, dass ihre Kinder zu wenig Schulunterricht bekommen. „Wir haben jetzt drei Klassen in zwei Schulräumen“, so Drywa. Die Schule werde noch ausgebaut. Aber gewollt sei auch: „Dass die Kinder sich gemächlich ins System einfinden.“ Deshalb werde nur an drei Tagen unterrichtet.

Und insgesamt gibt die Sprecherin des Landesamts für Ausländerangelegenheiten zu bedenken: Die ehemaligen Kasernenanlage sei noch eine Baustelle.

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