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Norddeutsche Rundschau

24. Oktober 2017 | 06:15 Uhr

Sommerbilanz : Krise beim Kiosk am See

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bisher mäßige Bilanz an der Hohenlockstedter Lohmühle. Betreiber sauer auf Gemeinde

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2015 | 16:00 Uhr

Endlich ist die Sonne da: Nach vielen Tagen und Wochen voller Regen und Wind liegen die Besucher am Naturbadesee Lohmühle in Hohenlockstedt nun auf ihren Badetüchern auf der Wiese und genießen den Sommer. In ihrem Strandcafé hatten Tobias und Andrea Harnisch, die Betreiber von Imbiss und Biergarten, in diesem Jahr mit besonders schwierigen Bedingungen zu kämpfen. Aufgrund des durchwachsenen Wetters fing die Saison nur schleppend an. Haben sie normalerweise bereits drei Wochen lang im Mai geöffnet, so ging es nun erst am 22. Juni los. Und erst in den vergangenen Tagen war der Besuch „ganz gut“, tummelten sich über den Tag bis zu 500 Besucher auf dem Badeplatz. „Das lag bestimmt auch daran, dass viele in den ersten drei Ferienwochen weg gefahren sind“, vermutet Andrea Harnisch.

Das Pächterehepaar beklagt, dass es durch die Gemeinde neuerdings gezwungen sei, Veranstaltungen 14 Tage vorher anzumelden. Deswegen fanden viele in diesem Jahr gar nicht erst statt. „Denn wir können sie nur bei kurzfristiger Einschätzung des Wetters höchstens fünf Tage vorher planen“, erklärt Andrea Harnisch. „Wir konnten deshalb kein Osterfeuer, kein Maifeuer, kein Pfingstfest, keine Himmelfahrtsparty und auch keine Mittsommernacht ausrichten.“ Aufgrund der widrigen Umstände stehe es noch nicht fest, ob sie im nächsten Jahr überhaupt weiter machen werden.

Doch bis dahin nutzen vor allem die Kinder, aber auch viele Erwachsene die Gelegenheit zum Sprung in die kühlen Fluten. Die Badeinsel in der Mitte des Sees, von der Firma Boskamp gestiftet, bietet ein beliebtes Ziel. Andere Jugendliche spielen Beach Volleyball oder Fußball. Den Kindern stehen Spielgeräte, eine Seilbahn und eine Schaukel zur Verfügung.

Schnell bilden sich bei gutem Wetter lange Schlangen vor dem Kiosk. „Pommes sind am meisten gefragt“, sagt Andrea Harnisch. Aber auch Riesen Hot Dogs und Knobibrote gehen besonders bei den Kindern gut. Die selbst gemachten Salate und Calamaris und natürlich Eis in 16 verschiedenen Sorten finden ebenso viele Abnehmer. Kalte Drinks und Softgetränke, Kaffee und Bier sowie selbst gemachte Smoothies mit frischen Früchten helfen gegen den Durst.

Den löschte auch Sabrina Stadler (29) aus Hohenlockstedt mit ihren Kindern direkt am Ufer. „Das ganze Bad ist schön, wir gehen Schwimmen, und meine Große macht das Schwimmabzeichen“, sagt sie. „Auch wenn es bewölkt ist, kann man die Zeit hier genießen.“ Das tun auch Annemarie Wislang und Günter Staniec aus Hohenlockstedt, die die Lohmühle als Ziel ihrer Fahrradtour nutzen. Beide über 70, absolvieren sie ihre Tour drei Mal in der Woche und essen zum Abschluss am Kiosk Abendbrot. „Vor allem die familiäre Atmosphäre gefällt mir sehr gut“, sagt Annemarie Wislang. Aus Polen , ist Günter Staniec 1991 nach Hohenlockstedt gekommen. „Ich bin nach der Arbeit immer zum Baden hierher gekommen“, erzählt er. Und auch jetzt als Rentner gefalle es ihm immer noch sehr gut. „Die Besucher strömen auch aus dem größeren Umkreis wie Kaltenkirchen, Lentförden, Wilster, Itzehoe und Bad Bramstedt zu uns“, sagt Tobias Harnisch.

So ist etwa Sandra Braun aus Hamburg bei gutem Wetter mit ihrer Familie so oft wie möglich da. Entdeckt haben sie das Bad zufällig vor drei Jahren, als sie auf dem Weg nach St. Peter-Ording in Itzehoe im Stau steckten. „Wir suchten im Internet nach dem nächsten Badesee, und die Suchmaschine spuckte die Lohmühle aus“, schildert Sandra Braun. „Das ist ja ein paradiesischer Badeort“, findet sie. Seitdem kommt sie mit ihrem Mann Jan und den zwei Söhnen Paul (7) und Carl (8) mindestens zweimal im Monat. Diesmal haben sie Oma Hannelore Olischer aus Tornesch mitgenommen. Auch sie findet das Bad „traumhaft. Und es kostet nicht einmal Eintritt.“

Die DLRG stellt in den Ferien täglich von 13.30 bis 18.30 Uhr eine Aufsicht, bei schönem Wetter auch drei Wochen vor und nach den Ferien am Wochenende. Mit jeweils fünf Personen leistet das insgesamt 30 Helfer umfassende Team kleine Erste-Hilfe-Leistungen wie Kühlungen oder Pflasterausgabe bei Schnittwunden. „Einmal haben wir bei einem Krampf im Bein noch im Wasser geholfen“, schildert Wachleiter Nico Scheerer. Seit einem Ganztagsschulkurs für die Wachhilfe seien vier neue Wachen im Alter von 13 bis 14 Jahren hinzu gekommen.

 

>Öffnungszeiten Strandcafé im Sommer: Montag bis Freitag ab 13 Uhr; Sonnabend und Sonntag sowie während der Ferien ab 10 Uhr (außer an extremen Regentagen); Kontakt: E-Mail: andreaharnisch@gmx.net.




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