Bürgermeisterwahl in Brunsbüttel : Kripo-Mann will ins Rathaus

Will Stefan Mohrdieck im Amt das Bürgermeisters nachfolgen: Michael Kunkowski. Familie und Freunde bestärken ihn in seiner Kandidatur.
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Will Stefan Mohrdieck im Amt das Bürgermeisters nachfolgen: Michael Kunkowski. Familie und Freunde bestärken ihn in seiner Kandidatur.

CDU-Ratsherr Michael Kunkowski möchte Stefan Mohrdiecks Nachfolge als Bürgermeister antreten.

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07. Februar 2018, 05:00 Uhr

Er ist der erste, der jetzt offiziell seinen Hut in den Ring wirft: Michael Kunkowski möchte die Nachfolge von Stefan Mohrdieck auf dem Chefsessel im Brunsbütteler Rathaus antreten. Mohrdieck wechselt am 1. Juni nach Heide und tritt dort die Stelle als Dithmarscher Landrat an. Über den Termin der Bürgermeisterwahl entscheidet heute Abend der Gemeindewahlausschuss.

Nachdem bereits über mögliche Kandidaten spekuliert wurde, hat sich Michael Kunkowski jetzt öffentlich dazu bekannt, für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. „Ich wurde von vielen Menschen angesprochen und gefragt, ob das nicht eine Aufgabe für mich wäre“, erzählt der Polizeioberkommissar, der sich in seiner Freizeit seit über einem Jahrzehnt als Mitglied der Christdemokraten kommunalpolitisch – unter anderen als Vorsitzender des städtischen Bauausschusses – engagiert. „Nachdem ich mit Vertretern aus der hiesigen Wirtschaft, der Verwaltung, mit Freunden, aber vor allem meiner Familie gesprochen habe und von allen Seiten ermutigt wurde diesen Weg zu gehen und mir sogar vielfach Unterstützung zugesichert wurde, war ich mir der Sache ganz schnell sicher, dass es das ist, was ich will“, verrät der vierfache Familienvater.

„Nach 44 Dienstjahren bei der Landespolizei, davon 36 Jahre als Schutzmann in Brunsbüttel werde ich im Oktober in den Ruhestand verabschiedet“, sagt Kunkowski. Drei Monate vorher könnte er sich bereits vom Polizeidienst freistellen lassen was bedeutet, dass er schon ab dem 1. Juli für den Bürgermeisterposten zur Verfügung stünde – sollte ihn die Mehrheit der Brunsbütteler wählen.

In vier Wochen feiert er seinen 60. Geburtstag. „Ich fühle mich nicht zu alt etwas Neues anzufangen und auch nicht für eine Arbeitswoche, die mehr als 40 Stunden mit sich bringt. Andere Menschen müssen dies schließlich auch bis zu ihrem 65. Lebensjahr und länger leisten.“ Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit bei der Polizei als auch durch sein politisches Engagement hat Kunkowski Kontakt zu allen gesellschaftlichen Schichten und weiß um die unterschiedlichen Ansichten, wenn es um die Verwaltung geht und um die verschiedene Bedürfnisse. „Mein Beruf hat mich die Bedeutung von Aufrichtigkeit, Akzeptanz und klaren Worten gelehrt“, sagt Kunkowski und ergänzt: „Ich bin sehr zielorientiert, mache gerne Nägel mit Köpfen und debattiere nur sehr ungerne länger als wirklich notwendig über ein Thema.“

Sein Ziel als Bürgermeister wäre es, die Verwaltung dahingehen umzustrukturieren, dass diese effizienter sowie bürger- und kundenfreundlicher werden kann. „Wir haben wirklich tolle und sehr kompetente Leute in der Verwaltung sitzen, die es zu motivieren gilt. Berufszufriedenheit ist hier ein wichtiges Schlagwort“, sagt Kunkowski. Diese gilt es zu hinterfragen, unter anderem indem geschaut wird, ob die jeweiligen Mitarbeiter mit ihren Kompetenzen den richtigen Posten belegen und sich in ihrer Position wohlfühlen. Ein weiteres Ziel wäre es, Netzwerke zu knüpfen und zu nutzen, die Brunsbüttel als Wohn- und Wirtschaftsstandort noch mehr Attraktivität verleihen.

Ganz wichtig jedoch: „Ich wäre gerne ein Bürgermeister aller Parteien, auch wenn ich bislang als Christdemokrat aufgetreten bin. Denn mir geht es wie allen, die sich kommunalpolitisch engagieren, um das Wohl der Stadt und ihrer Bürger“, so Kunkowski.

Während der 59-Jährige sich dem Bürgervotum in der Schleusenstadt stellen will, verkündet Olaf Hiel, dass er nicht Bürgermeister werden wolle. Vor einer Woche hatte er laut überlegt, „Bock“ auf den Job im Rathaus zu haben. Gestern sagte Hiel gegenüber unserer Zeitung: „Ich werde meinen Hut nicht in den Ring werfen.“ Er habe schließlich einen guten Job – „27 Jahre Vattenfall schmeißt man nicht so einfach weg.“ Zur Kandidatur Kunkowskis sagte er: „Ich finde es gut, wenn jemand den Mut dazu hat.“

In den Fraktionen der Ratsversammlung sind die Reaktionen zurückhaltend. Dort wird zunächst abgewartet, wie die Gespräche mit dem Kandidaten verlaufen, bevor über eine mögliche Unterstützung entschieden wird. Michael Mohr (FDP) bringt es auf den Punkt: „Es wird eine öffentliche Ausschreibung geben.“

Über die Formalien berät heute der Gemeindewahlausschuss (17.30 Uhr, Rathaus). Vor dem 1. Mai gilt eine Bürgermeisterwahl zumindest aus der Sicht der Stadtverwaltung als unwahrscheinlich. Das Zeitfenster endet am 1. Dezember.

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