Kripo jagt Juwelendiebe

Fahndung per Flugblatt: Ermittlungsleiter Michael Kunkowski erhofft sich aus der direkten Nachbarschaft des Juweliergeschäfts weitere Hinweise auf die beidne Täter.
Fahndung per Flugblatt: Ermittlungsleiter Michael Kunkowski erhofft sich aus der direkten Nachbarschaft des Juweliergeschäfts weitere Hinweise auf die beidne Täter.

Ermittler suchen Zeugen eines brutalen Raubüberfalls auf Schmuckgeschäft Masannek / Täter kamen möglicherweise im weißen BMW

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16. Juli 2015, 12:35 Uhr

Sie kamen in aller Frühe, gingen brutal vor und hatten offenbar Ortskenntnis – zwei maskierte Männer, die am vorigen Freitag gegen 8.30    Uhr das Juweliergeschäft Masannek in der Röntgenstraße überfallen hatten. Sie entkamen unerkannt mit Schmuck im Wert von rund 150  000 Euro. Nachdem sich am Montag ein Zeuge gemeldet hatte, ließ die Brunsbütteler Kripo 400 Flugblätter drucken, die sie gestern in der Umgebung des Geschäfts verteilte. Ermittlungsleiter Michael Kunkowski hofft, so noch mehr Zeugen des Geschehens zu finden. Im Mittelpunkt des Interesses steht ein weißer 5-er BMW neueren Datums mit Münchner Kennzeichen.

„Die haben das vorher ausbaldowert“, ist der Kommissar überzeugt. Dafür spricht aus seiner Sicht einiges: Das kleine Geschäft schräg gegenüber des Dänischen Bettenlagers und neben dem Fitness-Treff öffnet außer donnerstags nur vormittags – und dann schon um 8 Uhr, wenn die benachbarten Geschäfte noch geschlossen sind. In diesem Teil der Röntgenstraße sind dann meist nur wenige unterwegs. Die beiden maskierten, offenbar mit Pistolen bewaffneten Männer müssen sich auch ausgekannt haben. Denn der Zeuge sah zunächst, wie ein ihm verdächtig erscheinender, weißer BMW mit auswärtigem Kennzeichen auf einen hinter dem Geschäft liegenden Parkplatz an der Gutenbergstraße fuhr. Dort stehen auch Garagen, die Mieter der umliegenden Wohnungen nutzen. Vom Laden trennte sie dort nur der rückwärtige, nicht einsehbare Garten. Als sie sie den Zeuge bemerkten, fuhren die beiden Verdächtigen wieder weg Richtung Albert-Schweitzer-Straße. Geflüchtet sind sie am Ende aber durch den Garten.

Wie Michael Kunkowski berichtet, sind die beiden Maskierten zielgerichtet gegen 8.30 Uhr ins Geschäft gegangen, haben die Inhaberin zunächst ins Gesicht geschlagen, mit Pfefferspray besprüht und dann auf einen Bürostuhl gefesselt. Als der herbeigerufene Vater aus dem Garten kam, wurde auch er zu Boden geschlagen und ebenfalls gefesselt. Der eine Täter habe ihm zudem gedroht, ihm eine Kugel in den Kopf zu schießen, wenn er nicht ruhig ist.

Sein Komplize hatte sich derweil die Schlüssel aushändigen lassen und das Geschäft abgeschlossen. Dann plünderten die Täter – beide sprachen laut Kunkowski akzentfreies Hochdeutsch – zwei Tresore. Um ihre Beute wegzuschaffen, nahmen sie auch einen Jutebeutel mit der Aufschrift „Masanek“ und dem blauen Stadtlogo „Brunsbüttel Wa(h)lstadt“ mit.

Der Überfall habe keine zehn Minuten gedauert, sagt Kunkowski. Die Täter entkamen samt Beute über den rückwärtigen Garten. Dort verliert sich ihre Spur. Der Inhaberin des Geschäfts gelang es anschließend, sich und ihren nach einem Tritt von einem der Täter verletzten Vater von den Fesseln zu befreien. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief ergebnislos. Inzwischen weiß die Kripo auch, dass das Münchner Kennzeichen des möglichen Tatfahrzeugs tatsächlich nicht ausgegeben wurde, es sich also um eine Fälschung handeln müsse. Der Zeuge habe sich das Kennzeichen notiert, weil ihm die beiden Insassen am Freitag verdächtig vorgekommen seien. Sie hätten in ihrer Erscheinung nicht zu dem offenbar neuen Wagen gepasst.

„Die waren absolut zielgerichtet, mit einer sehr brutalen Vorgehensweise“, sagt Kunkowski. Beide Täter werden als etw 1,80 Meter groß beschrieben, waren schlank, sportlich. Eine genauere Beschreibung gibt es derzeit nicht. Die Brunsbütteler Kripo hofft, mit ihrer Flugblattaktion weitere Erkenntnisse zu dem Raubüberfall zu gewinnen. Hinweise nehmen die Ermittler unter 04852/6024-0 entgegen oder über die 110.

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