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Dreiste Masche : Kripo ermittelt gegen dänischen Zechpreller

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Polizei sucht einen 33-jährigen Dänen, der in Landgasthöfen an der Unterelbe sein Unwesen treibt.

An der Unterelbe treibt offenbar ein Zechpreller sein Unwesen. Die Polizei ist einem 33 Jahre alten Dänen auf der Spur, der sich vorwiegend in Landgasthöfen einmietet – um dann ohne zu bezahlen zu verschwinden. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Polizeisprecherin Merle Neufeld.

Eine der Betroffenen ist Christina Lüders aus Wewelsfleth. Sie berichtet, dass der junge Mann in der Zeit vom 27. Januar bis 1. Februar in ihrem Gasthof Unterkunft bezogen hatte. Dann sei er spurlos verschwunden und hatte sogar noch den Zimmerschlüssel mitgenommen. Im Januar war der Mann mit der gleichen Masche schon in Brunsbüttel aufgefallen. Auch dort bezog er ein Zimmer und verschwand dann. Auch ein Herbergsbetrieb in St. Margarethen soll betroffen sein. Und in Kollmar soll er schon angefragt haben. Dort sei aber kein Zimmer frei gewesen. Den angerichteten Schaden allein in Wewelsfleth und Brunsbüttel gibt die Polizei mit insgesamt rund 700 Euro an. Laut Christina Lüders habe der Mann (rötlich-blonde Haare) nur Englisch gesprochen. Angeblich sei er so etwas wie ein Schriftsteller. Er sei mit einem Pkw mit dänischem Kennzeichen und einer Firmenaufschrift unterwegs. Die Polizei spricht von einem weißen Kombi.

Die Wewelsflether Wirtin mahnt nun alle Betreiber von Hotels, Gasthöfen und Zimmervermietungen, die Augen offen zu halten. In diesem Sinne äußert sich auch die Polizei, die wegen Einmietbetrugs ermittelt. Merle Neufeld: „In jedem Fall sollte die Polizei frühzeitig informiert werden, wenn der Beschuldigte irgendwo erneut auftritt.“

Wer vorsätzlich nicht zahlt begeht eine Straftat

Entgegen weit der verbreiteten Meinung ist Zechprellerei zunächst einmal keine Straftat. Ein betroffener Gastwirt oder Zimmervermieter kann erst einmal nur zivilrechtliche Ansprüche geltend machen, wenn ein Gast die Zeche nicht bezahlt, sich juristisch gesehen also nur pflichtwidrig verhält. Wer allerdings vorsätzlich unterwegs ist, macht sich dann eventuell wegen Betrugs strafbar. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Gast von vornherein nicht zahlen will. Bei dem Verdacht auf Zechprellerei kann der Wirt die Polizei rufen oder den Gast sogar festhalten, wenn dieser sich nicht identifiziert. Im Falle einer Straftat nach dem Jedermanns-Festnahmerecht notfalls auch mit Gewalt.

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erstellt am 08.Feb.2017 | 08:53 Uhr

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