Herzhorn : Kringel und Klönschnack auf dem Marktplatz

Willi Lehmann backt die Kringel extra für den Kringelmarkt am Montag.
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Willi Lehmann backt die Kringel extra für den Kringelmarkt am Montag.

In Herzhorn wird am Montag auf dem Kringel-Markt gefeiert.

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22. Juli 2015, 12:30 Uhr

Herzhorn | Am kommenden Montag steht wieder ganz Herzhorn im Zeichen des Anis-Kringels in Brezelform. Es ist Kringelmarkt und in der Backstube von Willi Lehmann fangen die Vorbereitungen am Sonntagnachmittag an. Mit fünf Helfern wird von 16 Uhr bis Montagmorgen durchgebacken. „Der Kringel besteht ja aus Hefeteig, deshalb können wir nicht auf Vorrat arbeiten“, erklärt Lehmann. Schon in vierter Generation backt er die Spezialität des Hauses für das Dorffest. Angefangen hat alles im Jahr 1864, als Lehmanns Ur-Ur-Großvater das Geschäft eines Gewürzhändlers übernommen und daraus eine Bäckerei gemacht hat. Für den örtlichen Jahrmarkt entwickelte Lehmanns Vorfahre damals den Kringel. „Das Anis war noch übrig geblieben und die Brezel-Form erinnert an das Wappen der Bäckerei-Innung“, sagt Lehmann. „Irgendwann ist aus dem Jahrmarkt dann der Kringelmarkt geworden.“ Über 150 Jahre hinweg hat die Familie Lehmann nicht nur das Kringel-Rezept, sondern auch das traditionelle Kringelverdrehen bewahrt: Mit Hilfe eines Glücksrads werden immer wieder neue Kringel verlost. „Natürlich kann man die Kringel auch ganz normal kaufen“, sagt Lehmann. „Aber ein verdrehter Kringel schmeckt einfach viel besser.“

Weich und fluffig muss der Hefeteig eines Kringels sein, außerdem gehört natürlich eine große Menge Anis dazu, die für den richtigen Geschmack sorgt. Aber auch außer den Kringeln wird einiges zu Essen angeboten auf dem Kringel-Markt: Es gibt eine Süßwarenbude mit gebrannten Mandeln und Zuckerwatte, einen Crèpes-Stand und eine Würstchenbude. Zusammen mit dem obligatorischen Getränkestand und einem Kinderkarussell entsteht so in Herzhorn ein richtiger kleiner Jahrmarkt.

Zum ersten Verdrehen um 14 Uhr bricht dann auch gleich eine richtige Fahrradlawine über Herzhorn herein, wie Lehmann erzählt. „Dann kommen die ganzen Familien mit Kindern aus den Nachbarorten.“ Bis etwa 17.30 Uhr dauert dieses Kinderfest. Abends, ab 20 Uhr, wird dann noch einmal für die Berufstätigen verdreht. Vor allem am Getränkestand wird es dann voll. „Alle kommen zum Klönschnack zusammen. Viele, die hier aufgewachsen sind, reisen extra für den Kringel-Markt an.“ Bis in die frühen Morgenstunden stehen die Leute zusammen und tauschen Geschichten aus. Wie bei Willi Lehmann gehört für die meisten Herzhorner der Kringelmarkt seit frühester Kindheit einfach dazu.

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