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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 05:28 Uhr

Geschichte : Kriege und Wiedervereinigung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Geschichtsverein trägt Ausstellung im Brunsbütteler Heimatmuseum zu historischen Eckdaten zusammen.

von
erstellt am 04.Sep.2014 | 11:58 Uhr

Lange ist es her, dass der Verein für Brunsbütteler Geschichte eine eigene Ausstellung auf die Beine gestellt hatte. Jetzt haben die engagierten Hobby-Historiker um Vorsitzenden Johannes Wöllfert eine neue Schau zusammengetragen: „Fronten – Grenzen – Mauern“ wird am 14. September eröffnet. Im Mittelpunkt stehen Jahrestage, die nicht nur entscheidend waren für das Weltgeschehen, sondern auch Auswirkungen auf die Menschen in der Schleusenstadt hatten: Ausbruch des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren, des 2. Weltkriegs vor 75 und den Fall der Mauer vor 25 Jahren.

Diese Entwicklung zeichne den Weg nach Europa nach. Ein Ziel, macht Wöllfert deutlich, sei aber noch längst nicht erreicht: „Auf dem Balkan, auf dem vor 100 Jahren der 1. Weltkrieg ausgelöst wurde, gibt es neue Konflikte zwischen auseinanderbrechenden Staaten und ungelösten Problemen in Osteuropa.“

Beim Zusammentragen der Materialien für die Ausstellung griffen Wöllferts Mitstreiter natürlich auf das Stadtarchiv zurück. Außerdem auf persönliche Erinnerungsstücke von Brunsbüttelern, etwa Feldpostkarten. Diese stammen in erster Linie aus der Zeit des 1. Weltkriegs. Der Grund liege auf der Hand, meint Wöllfert: „Aus dem Krieg zwischen 1939 und 1945 leben noch die Großväter. Da werden persönliche Dinge nicht gern veröffentlicht.“ Dafür allerdings werden sich Zeitzeugen für eine Lesung am 30. Oktober zur Verfügung stellen. Und aus dem 2. Weltkrieg stammt ein Luftbild von den Schleusen, aufgenommen, nachdem eine Rotte von 14 britischen Bombern die deutschen Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau bombardieren wollten. Der Angriff scheiterte, die Briten verloren zwei Maschinen. „Die Schleusen haben sie nie angegriffen“, erinnert Johannes Wöllfert.

Ganz persönlich sind Erinnerungen des Brunsbütteler Dichters Emil Hecker (1897 - 1989), die in Auszügen auf Band gesprochen wurden und im Dichterzimmer des Museums zu hören sein werden. Der Band „Douaumont 1916“, Gedichte über die Sinnlosigkeit des Krieges, steht am 8. Oktober im Mittelpunkt einer Lesung in der Buchhandlung Schopf. Das Museum hat diese Gedichte mit Telse Hecker als Buch herausgegeben. Auch aus den Kriegstagebüchern des ehemaligen Brunsbütteler Lehrers Friedrich Hennings wird es Hörbeispiele geben. Hier fügt sich für die Ausstellungsmacher auch ein neues Buch des Marners Uwe Graage an. Er hat jetzt einen Briefwechsel zwischen seinem Großvater Martin Richard Nannsen und dessen Frau Elise Dorothea veröffentlicht. Sie beschreibt den Lebensalltag fern der Front mit Versorgungsmangel und steigenden Preisen. Eine Situation, die damals in Burg nicht anders war als in Brunsbüttel.

Die Ausstellung soll bis zum 2. November im Heimatmuseum zu sehen sein. Johannes Wöllfert hofft, dass sich besonders Schulklassen mit dem Inhalt dieser Schau befassen werden.


> „Fronten – Grenzen – Mauern“, wird Sonntag, 14. September, 15 Uhr eröffnet.

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