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Verkehrsinfarkt : Krempe stöhnt über immer mehr Verkehr

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

In einem Monat auf der Umgehungsstraße: 43 350 Pkw und 10 450 Lastwagen / Freie Wähler schlagen Alarm

Stundenlange Wartezeiten an der Fähre Glückstadt-Wischhafen sind fast schon die Regel. Ein deutliches Indiz, dass der Verkehr auf der L112/ L119 in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen haben muss. Diese Mehrbelastung spüren auch die Kremper. An der kleinen Marschenstadt führt die erst in den 90er Jahren gebaute Umgehungsstraße in Hörweite vorbei. Um sich einen Überblick über die aktuelle Verkehrssituation zu verschaffen, haben die Freie Wähler Krempe (FWK) vor kurzem den Verkehr von und zur Fähre von früh morgens bis spät in die Nacht hinein gezählt. Das Ergebnis: 43 350 Pkw, Kleintransporter und Wohnmobile (an 30 Tagen), sowie 10 450 Lkw über 7,5 Tonnen, Schwerlaster bis sechs Achsen, Gespanne und Busse (an 24 Werktagen).

„Seit Monaten ist zu beobachten, dass der Schwerlastverkehr vermehrt die A7 mit dem Nadelöhr Elbtunnel meidet“, sagt Krempes stellvertretender Bürgermeister Gerd Kilbienski von den FWK. Die Umgehungsroute über die Fähre werde von immer mehr Speditionen genutzt. „Durch die vermehrte Bautätigkeit auf der A7 im Bereich des Elbtunnels wird der Verkehr auf dieser Ausweichstrecke vermutlich noch zunehmen“, fürchtet Kilbienski.

Die ständig steigende Verkehrsbelastung der L119 sei „kaum noch erträglich“. Der Abschnitt der Kremper Umgehung hat sich in zwölf Jahren nach der Inbetriebnahme schon zu einer Berg- und Talbahn entwickelt.“ Die vorhandenen Schäden im weiteren Streckenverlauf und im Bereich Blomesche Wildnis zum Fähranleger „nähern sich einer Buckelpiste“. Hiervon sei auch ein Teil der Kreisstraße betroffen.

„Es ist dringend erforderlich, einen Teil der im Landeshaushalt vorgesehenen Mittel für die Straßenerhaltung für diesen Bereich bereit zu stellen“, so Kilbienski, der wenig von der Idee des Kieler Koalitionsvertrages hält, die Autobahnteilstücke 3 und 4 zwischen Bad Segeberg zur A7 vorrangig in Angriff zu nehmen. „Für unsere Region bringt das keine Hilfe.“ Andererseits könnte „der Bau der A20-Teilstrecke 7 von der A23 in die Nähe Glückstadts „das Verkehrsproblem L112/L119 deutlich entkrampfen“. Es wäre keine „Nur-So-Da“-Autobahn, wie immer wieder behauptet werde. In der gesamten Region Unterelbe, zu der auch Krempe gehört, erhoffe man sich durch die neue Autobahn eine wirtschaftliche Belebung und neue Entwicklungs-Chancen. Der angekündigte Ausbau der A7 auf sechs bis teilweise acht Spuren werde, ohne einen schnellen Weiterbau der A20, „unsere Region vom wirtschaftlichen Fortschritt abkoppeln“.

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