Neujahrsempfang : Krempe ist klein, aber weltoffen

Bürgermeister Volker Haack freut sich über Kremper Neubürger. Er begrüßte das Ehepaar Ying Gu 38) aus China und Alberto Uansour (48) aus Brasilien mit einem Kremper Kalender.
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Bürgermeister Volker Haack freut sich über Kremper Neubürger. Er begrüßte das Ehepaar Ying Gu 38) aus China und Alberto Uansour (48) aus Brasilien mit einem Kremper Kalender.

Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris zum Auftakt des Neujahrsempfangs der Stadt. Bürgermeister betont: „Asylbewerber bereichern das kulturelle Leben.“

shz.de von
12. Januar 2015, 05:00 Uhr

Die Terroranschläge in Frankreich fanden am Sonntagmittag auch auf dem Neujahrsempfang der Stadt Krempe ihren Widerhall. Bürgermeister Volker Haack rief die Anwesenden zu einem stillen Gedenken auf. Die getöteten Mitarbeiter der Pariser Satirezeitschrift „Charly Hebdo“ seien als Helden gestorben, die unerschrocken für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit eingetreten seien. „Wir verneigen uns vor den Toten“, sagte Haack.

Der Bürgermeister begrüßte unter den Gästen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen vor allem den Bundestagsabgeordneten Mark Helfrich und den Landtagsabgeordneten Hans-Jörn Arp (beide CDU), den stellvertretenden Landrat Heinz Seppmann, Amtsvorsteher Harm Früchtenicht sowie verschiedene Bürgermeister-Kollegen.

Krempe, so Haack, sei eine zwar kleine, aber weltoffene Stadt. Unter den Neubürgern des vergangenen Jahres hieß er ein chinesisch-brasilianisches Ehepaar willkommen: die 38 Jahre alte Ying Gu und ihren zehn Jahre älteren Ehemann Alberto Uansour. Beide hätten ein Haus gekauft und seien dabei, es mit viel Liebe zu renovieren. Über einen Alt-Krempe-Kalender freute sich auch die 39 Jahre alte Nedal Al-Eryani, eine Asylbewerberin aus dem Jemen. Seit drei Jahren lebt sie in Krempe. „Was in Frankreich passiert ist, ist auch für mich erschreckend.“

2014, so der Bürgermeister, habe Krempe 40 Asylbewerber aufgenommen. „Und darüber bin ich sehr glücklich.“ Damit werde einerseits die Wohnraumsituation verbessert und das kulturelle Leben der Stadt bereichert. „Wichtig ist vor allem, dass man den Menschen hilft“. So hätten sich nach einem ersten Treffen 20 Bürger gemeldet, die sich ehrenamtlich für die Asylbewerber engagieren wollen – bei der Sprache, der Freizeitgestaltung und in der Betreuung eines kleinen Cafés als Treffpunkt im Haus der Krempermarsch.

Der Neujahrsempfang in der Schulmensa, so merkte Volker Haack an, sei auch dazu angetan, die Verbundenheit zum Schulstandort Krempe zum Ausdruck zu bringen. Die Bemühungen gingen weiter, die Schule mit künftig nur noch 150 Kindern zukunftsfähig zu machen. Dabei müsse man die Kostenentwicklung im Auge behalten. Statt der bisher 35 Räume sollten, so habe ein Raumkonzept ergeben, künftig nur noch 15 Räume genutzt werden. Alle anderen Räume würden aus der Bewirtschaftung genommen.

Nach alter Tradition war der Neujahrsempfang verbunden mit Ehrungen. „Das bürgerschaftliche Engagement ist eine gesellschaftliche Ressource, auf die niemand verzichten kann“, betonte Bürgermeister Volker Haack. Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Gerd Kilbienski und Reinhard Riemann überreichte er Blumen und Urkunden an Alina Detjens, Jan Wiechmann und André Stolze für ihren Einsatz in der Alten Kremper Stadtkapelle sowie an Manfred Riemann für sein vielfältiges Engagement in der Feuerwehr. Geehrt wurde auch das Ehepaar Reinhard und Hannelore Kühlcke, die sich seit Jahren für den TuS Krempe engagieren.

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