Kollmar : Kreisstraße bis Jahresende gesperrt

Sie wohnen direkt neben der Absperrung: (v.l.) Horst und Heidi Leitzke sowie Hans-Joachim Urbanek.
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Sie wohnen direkt neben der Absperrung: (v.l.) Horst und Heidi Leitzke sowie Hans-Joachim Urbanek.

Die K 23 ab Bielenberger Schöpfwerk ist einsturzgefährdet. Die Sanierung kostet mindestens eine halbe Million Euro.

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28. April 2018, 05:01 Uhr

Die Betonklötze mitten auf der Straße machen deutlich: Hier kommt keiner durch, hier kann keiner mal kurz die Absperrung wegräumen. Die Kreisstraße 23 endet am Bielenberger Schöpfwerk. Und die Sperrung bleibt mindestens bis Ende des Jahres bestehen, weil die Straße einsturzgefährdet ist. Unter der Fahrbahn liegt eine Stahlbetonplatte über der Langenhalserwettern und diese Platte ist marode. Über die Wettern wird in die Elbe entwässert.

Die gute Nachricht ist: Der Hauptausschuss des Kreises hat am Mittwochabend beschlossen, sich an den Kosten der Sanierung zu beteiligen. Die schlechte Nachricht ist: Erst jetzt beginnt die Ausschreibungsphase für die Baustelle. „Das dauert sechs Wochen“, sagt Dirk Brandenburg. Der Ingenieur vom Amt für Küstenschutz ist für das Sielbauwerk zuständig. Und dann vergehen noch einmal sechs Wochen, in denen die Angebote geprüft werden. So kann frühestens in drei Monaten mit den Arbeiten begonnen werden. „Wir würden dann bis Dezember bauen“, sagt Brandenburg. Sofern es dann noch Asphalt gibt in dem Wintermonat.

Doch räumt er auch ein: Es könnte sein, dass das Amt für Küstenschutz derzeit kein Unternehmen für die Sanierung findet. „Die Firmen sind voll mit Aufträgen“, sagt Brandenburg. Das Volumen der Ausschreibung beträgt rund eine halbe Million Euro „plus Zusatzkosten“ von rund 200 000 Euro. Gibt es dafür kein Angebot, müsste neu ausgeschrieben werden.

Bürgermeister Klaus Kruse ist mit der Vollsperrung alles andere als glücklich. Er will jetzt über die zuständigen Ordnungsämter erreichen, dass dort zumindest Rollstuhlfahrer, Spaziergänger sowie Radfahrer die Straße queren können, um zum Bielenberger Hafen zu gelangen. „Ich weiß, dass die Ingenieure alle Risiken ausschließen wollen“, sagt Kruse, doch ein Versuch ist es ihm wert.

Das würden auch Anwohner wie Hans-Joachim Urbanek und Horst und Heidi Leitzke befürworten. Sie wohnen direkt in dem Haus vor der Sperrung. Für den Besitzer des Kiosks am Bielenberger Hafens ist es indes kein Problem. Tatsächlich können seine Kunden von beiden Seiten kommen. „Unsere Kunden finden uns“, sagt Florian Heyn. „Ich mache mir keine Sorgen.“

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