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Fassadenerhalt : Kreishausinitiative kritisiert Kreis

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die vielen Bohrlöcher für die Befestigungen richten erhebliche Schäden an.

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 04:45 Uhr

Kaum ist vom Ministerium bestätigt worden, dass das Bürgerbegehren zum Fassadenerhalt zulässig ist und weit mehr als die notwendigen gültigen Unterschriften eingereicht worden sind, rüstet der Kreis auf und das im wahrsten Sinne des Wortes: Seit Mitte April steht vor dem alten Bahnhofshotel ein Gerüst, allerdings nicht um die historische Fassade zu schützen oder zu sanieren, sondern weil die Fassade laut Kreis gesichert werden muss.

„Ein Schelm, wer sich etwas Schlechtes dabei denkt, dass der Kreis just einen Tag nach der Freigabe des Bürgerentscheids zum Fassadenerhalt durch das Innenministerium, das alte Bahnhofshotel hoch einrüsten lässt, weil die Fassade angeblich den Bürgern auf den Kopf zu bröckeln droht. Die Bürger wissen trotz Verpackung à la Christo, dass sich dahinter die historische Fassade des Bahnhofshotels in strahlendem Weiß befindet“, kritisiert Karin Dietrich-Olsen von der Bürgerinitiative für den Fassadenerhalt des Bollhardt’schen Gebäudes und des alten Bahnhofshotels in Itzehoe.

Die Initiative zeigt sich entsetzt über die Installation des Fangzauns. „Die vielen Bohrlöcher für die Befestigungen beschädigen dieses Kulturdenkmal in erheblichem Maß. Der Kreis zeigt kein Interesse daran, die Fassaden zu schützen, er will den Neubau um jeden Preis durchsetzen. Es ist in seinem Sinn, die historischen Gebäude als besonders marode darzustellen – dafür scheint jedes Mittel Recht und die Kosten für den Fangzaun trägt ja der Steuerzahler“, ergänzt Silke Nießing.

Unterdessen versuchten Parteien, sich den Erfolg der Initiative zu Nutze zu machen und werben damit, für den Fassadenerhalt zu sein und die Initiative zu unterstützen. Doch die Initiative hält dagegen: „Wir sind und bleiben parteilos und distanzieren uns bewusst von jeder politisch aktiven Gruppe, erst recht von radikalen Parteien. Unsere Initiative ist ein Zusammenschluss aus empörten Bürgerinnen und Bürgern unterschiedlichster Nationalitäten und verfolgt keine politischen Ziele, sondern ausschließlich den Erhalt der Fassaden des alten Bahnhofshotels und des Bollhardt’schen Gebäudes, sowie des Stadtbildes.“

Von dem Erfolg der Sammlungen ist die Initiative begeistert und dankt allen, die für den Fassadenerhalt unterschrieben haben. Bei knapp 7000 Unterschriften (damit ist das notwendige Quorum weit übertroffen) hat das Team bereits im April (statt ursprünglich wie geplant im Mai) die Unterschriftensammlungen zum Bürgerentscheid eingestellt.

„Das Meinungsbild ist wiedergegeben, der Bürgerentscheid wird kommen. Der Kreis sollte endlich begreifen, dass sich knapp 7000 Menschen aus dem Kreisgebiet im Bürgerbegehren für den Fassadenerhalt ausgesprochen haben und nicht den vom Kreis favorisierten Neubau wollen. Daran wird auch ein Fangzaun nichts ändern, es verschlechtert nur die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter. Es wird Zeit, den Renovierungsstau zu beheben“, so Silke Nießing.

„Wir danken an dieser Stelle noch einmal allen, die uns unterstützen und freuen uns, wenn sich noch mehr Menschen auch im Bürgerentscheid für den Fassadenerhalt und für das Stadtbild stark machen! Dafür werben wir weiterhin und benötigen für Werbemaßnahmen dringend finanzielle Unterstützung“ , betont Siegrid Kröger.

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