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Stadtentwicklung : Kreishaus-Streit geht in neue Runde

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Siegerentwürfe eines Ideen-Wettbewerbs werden nächste Woche vorgestellt - Bürgerinitiative befürchtet Abriss der historischen Fassaden

von
erstellt am 13.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Nachdem es lange ruhig war um das Thema Kreishaus-Neubau, kocht in diesen Tagen eine alte Diskussion wieder hoch, in deren Mittelpunkt der Erhalt oder Abriss zweier historischer Fassaden steht. In dieser Woche ging ein städtebaulicher Wettbewerb zur Gestaltung des Quartiers rund um das Kreishaus an der Viktoriastraße in die Endrunde. Welche fünf Ideen das Preisgericht aus Fachleuten und politischen Vertretern von Stadt und Kreis aus den 14 Einsendungen ausgewählt hat, wird erst in der nächsten Woche bekannt gegeben. Eines steht jedoch jetzt schon fest: Die teilnehmenden Stadtplaner sollten davon ausgehen, dass das ehemalige Bahnhofshotel und das Bollhardt’sche Gebäude, die aktuell Teile der Kreisverwaltung beherbergen, abgerissen sind. Der Knackpunkt: Bei einem Bürgerentscheid im Juli 2014 hatte eine knappe Mehrheit für den Erhalt der historischen Fassaden dieser beiden Gebäude gestimmt. Allerdings ist das Ergebnis des Entscheids nur zwei Jahre lang, also bis Juli 2016, für die Politik bindend.

„Vorher war alles so dringend, nun hat der Kreis sich zwei Jahre lang Zeit gelassen, um den Bürgerentscheid auszusitzen“, kritisiert Silke Nießing von Initiative zum Fassadenerhalt, die den Bürgerentscheid einst angeschoben hatte. „Der Bürger ist dem Kreis zu unbequem, stört nur und wird für dumm verkauft.“

Von den Kreistagsabgeordneten möchte sich niemand offen dazu bekennen, im Falle einer Abstimmung für den Abriss der alten Fassaden zu votieren. Ausschließen wollen aber zumindest die Vorsitzenden der beiden großen Fraktionen CDU und SPD einen solchen Schritt nicht. „Wir werden so abstimmen, wie es vernünftig ist. Dafür sind wir gewählt“, sagt Rudolf Riep von der SPD.

Klar für einen Fassadenerhalt – oder zumindest einen historisch getreuen Nachbau – sprechen sich lediglich die kleineren Fraktionen von Freien Wählern, Wist und Bürgerliste aus. „Der Entscheid drückt für mich den Willen der Bürger aus. Daran kommen wir nicht vorbei“, sagt Helmut Unger von den Freien Wählern.

Die Kritik der kleineren Fraktionen und der Bürgerinitiative weist die Kreisverwaltung entschieden zurück. „Es ist nicht so, dass wir im Kreishaus nur sitzen und auf die Uhr gucken, wann die Bindungsfrist des Bürgerentscheids abläuft“, sagt Landrat Torsten Wendt. Vielmehr werde an einer sorgfältigen Planung gearbeitet. Und die brauche vor allem eines: Zeit.

> Die fünf Siegerentwürfe des Ideenwettbewerbs werden ab Mittwoch, 18. Mai, der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Ausstellung im Foyer des Historischen Landratsamts in der Viktoriastraße wird um 18 Uhr eröffnet und dann bis zum Ende der Woche zu sehen sein. Ab dem 23. Mai soll die Ausstellung an verschiedenen Orten im gesamten Kreis gezeigt werden. Im nächsten Monat, am 6., 7. und 12. Juni, sollen Workshops stattfinden, bei denen die Bürger unter Moderation eines Stadtplaners diskutieren und Anregungen geben können.





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