Verwaltungssitz in Itzehoe : Kreishaus-Fassaden bleiben erhalten

Die Fassaden von Bahnhofshotel und Bollhardt’sches Gebäude bleiben erhalten.
Die Fassaden von Bahnhofshotel und Bollhardt’sches Gebäude bleiben erhalten.

Trotz höherer Kosten im Vergleich zu einem Neubau stimmt der Steinburger Kreistag mehrheitlich für den Erhalt der Außenfassade.

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06. April 2018, 13:00 Uhr

Die bestehenden Fassaden der Gebäude Bahnhofshotel und Bollhardt’sches Gebäude werden erhalten und saniert. Darauf hat sich auf Antrag der FDP-Fraktion mehrheitlich der Steinburger Kreistag bei seiner jüngsten Sitzung geeinigt. Vom Tisch ist damit ein Abriss der Fassaden, der im Zuge des Kreishaus-Neubaus bisher auch zur Diskussion stand.

Die Liberalen sehen in dieser Lösung zahlreiche Vorteile. Zum einen werde die Verwaltung von einer Doppelplanung entlastet, betonte Tobias Rückerl. Zum anderen werde dem Bürgerentscheid genüge getan, in dem 2014 der Erhalt der Fassade gefordert worden sei. Und außerdem erledige sich die Klage des Kreises gegen den umfassenden Fassaden-Denkmalschutz, der den Bau verzögert hätte. „Wir erledigen mit diesem Beschluss viele strittige Themen.“

Rückerl begründete seinen Antrag mit der kürzlichen Präsentation der Untersuchungsergebnisse. Es sei nämlich festgestellt worden – entgegen früherer Annahmen, dass die Fassaden von guter Qualität seien und sich eine Sanierung lohne.

Die neuen Erkenntnisse der FDP wertete Hans Emil Lorenz (Wählerinitiative in Steinburg) als „Rolle rückwärts“ der FDP. Denn ursprünglich hätten die Liberalen dafür plädiert, die Fassade abzureißen und Platz für den Kreishaus-Neubau zu schaffen.

Gar als „dreifachen Salto rückwärts“ bezeichnete der CDU-Fraktionsvorsitzende Reinhold Wenzlaff die FDP-Haltung. Die CDU stehe zwar nach wie vor zu der Standort-Grundsatz-Entscheidung Innenstadt, doch bei der jetzigen Abstimmung werde sich jeder Abgeordnete seiner Fraktion so verhalten, wie er es möchte.

Entscheidend für die SPD sei beim FDP-Antrag der Wegfall der Doppelplanung, betonte der Fraktionsvorsitzende Rudolf Riep. Und es werde endlich Schluss gemacht mit der Standort-Diskussion. „Es muss weitergehen“, forderte er.

Der Erhalt der Fassade wird für den Kreis wesentlich teurer. Knapp drei Millionen Euro werden kalkuliert, bei einem Neubau liegen die Kosten bei 1,2 Millionen Euro. Die letzte Schätzung für das gesamte Projekt Kreishaus-Neubau vom November 2016 liegt bei 36,6 Millionen Euro.

21 Kreistagsabgeordnete stimmten schließlich dem Antrag zu, zehn enthielten sich, elf votierten dagegen.

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