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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 04:29 Uhr

Kreishaus: „Es fängt alles erst an“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Planungen laufen wieder neu an – Fassadeninitiative bleibt wachsam

Das Kreishaus bleibt in der Viktoriastraße. Gut ein Monat ist vergangen seit dieser knappen Entscheidung des Kreistags. Nun gilt es, sie umzusetzen. „Das fängt jetzt alles erst an“, sagt Landrat Torsten Wendt.

Zunächst wurde geklärt, ob der Beschluss rechtlich überhaupt wirksam war oder mit dem Bürgerentscheid zum Erhalt der Fassaden kollidiert. Denn der Kreistag hat mit 20 zu 19 Stimmen „ausdrücklich“ festgelegt, dass das Bahnhofshotel und das Bollhardtsche Gebäude nicht saniert werden. In der Begründung kommt es dann: Beabsichtigt ist, über Abriss und Neubau zu beschließen, wenn die Bindungsfrist des Bürgerentscheids am 7. Juli 2016 abläuft. Und weiter: „Ziel des Beschlusses soll ein Neubau mit einer sich ins Stadtbild einfügenden Fassadengestaltung sein.“ Dazu wurde auch das Innenministerium konsultiert, wie der Landrat berichtet. Ergebnis: Der Beschluss ist rechtmäßig.

„Er ist legal, aber nicht legitim“, sagt Karin Dietrich-Olsen von der Fassadeninitiative. Diese weiche nicht ab von dem Ergebnis des Bürgerentscheids – und sich dabei allein auf die Gebäudefronten zu beschränken, sei schon ein Kompromiss gewesen. „Zu mehr gibt es auch überhaupt keinen Anlass“, denn das Gutachten habe die Variante mit Erhalt der Fassaden als günstigste ermittelt, auch der Workshop habe eine Mehrheit dafür gebracht. Und: „Das Stimmungsbild in der Bevölkerung hat sich nicht geändert“, meint Dietrich-Olsen. „Völlig haltlos“ sei die Interpretation, dass ein neues Gebäude mit passender Fassade von den Bürgern akzeptiert würde. Folge die Politik dieser Linie, schade das der Demokratie enorm und leiste weiterer Politikverdrossenheit Vorschub. Die Initiative werde sicher wieder aktiv werden, sagt die Juristin. Für sie lautet die Überschrift: „Empört euch!“

Der Landrat aber hat den Beschluss auszuführen. Zu klären ist, wie und von wem gesteuert das Projekt laufen soll und wie viel externe Hilfe gebraucht wird. „Wir werden das nicht allein mit Bordmitteln stemmen“, sagt Wendt. „Ich glaube, dass die Kreisverwaltung seit Jahrzehnten nicht vor einer so gewaltigen Planungsaufgabe stand.“ Der Kreistag habe auch noch Beschlüsse zu fassen, zum Beispiel zum Erwerb von Immobilien an der Poststraße.

Die baulichen Vorstellungen müssten entwickelt und sauber mit der Stadt abgestimmt werden, sagt Wendt. Er gehe von breiter Unterstützung aus. Die Stadt bleibe offen, erwidert Bürgermeister Andreas Koeppen und sieht wie Wendt keine Probleme durch die jüngsten Irritationen zwischen den Verwaltungschefs: „Das ist überhaupt keine Frage, das kriegen wir professionell geregelt.“

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erstellt am 01.Aug.2015 | 07:00 Uhr

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