Kreishaus – die Bürger haben das Wort

Torsten Wendt (43 ) Steinburger  Landrat
Torsten Wendt (43 ) Steinburger Landrat

Informations- und Beteiligungsveranstaltung zum geplanten Kreishaus-Neubau / Kriterien für Standortentscheidung erarbeitet

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20. Mai 2015, 12:40 Uhr

Zwei Standorte mit drei Varianten für den Kreishaus-Neubau – alle haben Vorteile, aber auch Nachteile. „Es gibt kein Schwarz oder Weiß“ , sagte Dezernent Dr. Friedrich-Wilhelm Stork bei der ersten öffentlichen Informations- und Beteiligungsveranstaltung am Dienstagabend in Itzehoe. Gerade deshalb sei ein transparenter Abwägungsprozess mit den Bürgern wichtig, der auch nachvollziehbar sei, betonte der Kreismitarbeiter. 70  Besucher beteiligten sich am Prozess, in dem es um die Kriterienauswahl ging. „Wir hätten uns gern noch etwas mehr Teilnehmer gewünscht“, so Landrat Thorsten Wendt. Zahlen und Prioritäten kamen noch nicht auf den Tisch, diese werden bei einem Bürger-Workshop am 16. Juni präsentiert. Dort fließt dann auch das Wirtschaftlichkeitsgutachten, das zurzeit erarbeitet wird, mit ein. Politik und Verwaltung hatten für die Informationsveranstaltung sieben Kriterien für den Kreishaus-Neubau vorgegeben, die von den Teilnehmern in Gruppenarbeit bewertet und ergänzt werden konnten.

„Politik und Verwaltung nehmen das Ergebnis des Bürgerbegehrens sehr ernst“, betonte der stellvertretende Kreispräsident Volker Susemihl. Der Kreis sei völlig neu in die Planung eingestiegen und nehme die Bürger bis zur Entscheidung durch den Kreistag am 25. Juni mit, sagte der SPD-Politiker.

Der jetzige Bürgerdialog ist die Konsequenz aus dem Bürgerbegehren, das Mitte 2014 mit einer Schlappe für die Kreispolitik endete. Die Bürger hatten sich damals für den Erhalt der Fassaden am Bahnhofshotel und am Bollhardtschen Gebäude ausgesprochen. Darauf wurden alle Planungen eingestellt und drei neue Varianten erarbeitet, um die es jetzt geht: >Neubau am heutigen Standort mit Sanierung des Bollhardtschen Gebäudes und des Bahnhofshotels, zudem entstehen auf Grundstücken des Kreises zwischen Poststraße, Karlstraße und Bahnhofstraße weitere Kreishaus-Räume,

>Neubau ohne Einbezug des Bollhardtschen Gebäudes und des Bahnhofshotels > kompletter Neubau auf dem Alsen-Gelände auf dem Grundstück des ehemaligen Alsenwerkes.

Landrat Thorsten Wendt machte noch einmal deutlich, dass es für einen eventuellen Neubau im Quartier zwischen Viktoriastraße, Poststraße, Karlstraße und Bahnhofstraße eine völlig neue Planungsgrundlage gegenüber dem ursprünglichen Projekt gebe, denn zum einen seien weitere Baufelder hinzugekommen und zum anderen werde jetzt auch das Gesundheitsamt mit einbezogen. Damit antwortete er auf Fragen zur Barrierefreiheit, die durch diese Änderungen auch in der Innenstadt-Lösung besser realisiert werden könnte.

Trotzdem sprach sich unter anderem der Behindertenbeauftragte Dietrich Haeberlein für einen Neubau auf Alsen aus, nur dort könne vollständig barrierefrei gebaut werden. Andere Bürger votierten für den jetzigen Standort, sie hatten Angst vor einem Abzug von Kaufkraft und einer verödeten Innenstadt. Hier betonte Dr. Stork jedoch, dass dann die Häuser über eine Ausschreibung, in der auch Auflagen eingebaut werden könnten, verkauft würden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir das Areal aufgeben, ohne eine adäquate Nachnutzung gefunden zu haben.“

Und warum wolle der Kreis bei Alsen ein privates Gelände hinter dem Jobcenter bebauen und nicht ein stadteigenes?, wollte der Itzehoer Ratsherr Karl-Heinz Zander (Grüne) wissen. Dies begründete der Dezernent mit der direkten Lage an der Stör. Ein Bau am Fluss würde hohe Mehrkosten für eine Gründung und auch Investitionen in den Lärmschutz beinhalten, weil dort die Bahn vorbeifahre. Deutlich wurde hierbei, dass die politischen Gremien von Kreis und Stadt noch nicht miteinander gesprochen haben, dies soll laut Stork nach der Standortentscheidung erfolgen.

Als nächstes befasst sich jetzt der Bauausschuss am 10. Juni mit dem Kreishaus-Neubau, dort sollen auch Zahlen vorliegen. Danach folgt am 16. Juni von 17 bis 21 Uhr ein weiterer Workshop mit Bürgern (Anmeldungen bis 5. Juni: info@superurban.de oder 040/43094755.


>Die Ergebnisse der Informationsveranstaltung von Dienstagabend können im Kreisbauamt eingesehen werden. Weitere Infos auch im Internet unter www. buergerdialog-kreishausneubau.de

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