zur Navigation springen

Mehr Blitzer : Kreis Steinburg: Kampfansage an Temposünder

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Rasern soll es an den Kragen gehen: Der Kreis Steinburg will jetzt einen eigenen Messtrupp einrichten. Es werden Mehreinnahmen von 731.000 Euro erwartet.

Wer auf Steinburger Straßen gerne zu flott unterwegs ist, muss sich bald auf häufigere Geldbußen und ein vielleicht steigendes Punktekonto in Flensburg einstellen. Mit der Einrichtung eines weiteren Messteams zur Geschwindigkeitsüberwachung will der Kreis den Kontrolldruck erhöhen und die Straßen sicherer machen. Für die Einhaltung der Tempolimits gibt es in Kooperation mit Dithmarschen bislang zwei Messteams: ein kombinierter Kreis-Polizei-Trupp ist vorwiegend im Nachbarkreis unterwegs, ein reiner Polizeitrupp agiert schwerpunktmäßig in Steinburg. Im Mai 2012 hatten die Dithmarscher einen zusätzlichen Messtrupp mit Kreisbediensteten auf die Straße gebracht – mit offenbar guten Erfahrungen. Die Zahl der Verkehrsunfälle sei dort seitdem zurückgegangen, hieß es jetzt im Hauptausschuss des Kreistages.

Darauf hofft man auch in Steinburg. Während die Polizei nämlich meist nur an Werktagen und auch nur nach Verfügbarkeit von Personal im Einsatz war, kann der neue Kreis-Messtrupp an sieben Tagen in der Woche in der Zeit zwischen 6 und 22 Uhr auftauchen. Im Vorfeld hatte die Verwaltung auch die Installation von festen Messgeräten geprüft. „Im Kreis werden dafür aber nirgendwo die Voraussetzungen erfüllt“, so Ordnungsamtsleiter Dieter Pape.

Eingesetzt werden soll der Messtrupp aber ausschließlich an Unfallschwerpunkten, an besonderen Gefahrenstellen sowie vor Schulen und Kindergärten. Wortreich betonten die Ausschuss-Mitglieder denn auch, dass jeder Eindruck vermieden werden solle, dass man die Verkehrsteilnehmer abzocken und lediglich die Kreiskasse auffüllen wolle. Allerdings wurden bei der Bennung der Messstellen auch Zweifel an den Kriterien laut. „In Horst-Hahnenkamp gibt es keinen Unfallschwerpunkt und keine Schule. Dennoch wird hier mit Erfolg gemessen“, merkte SPD-Abgeordneter Rudolf Riep an. Vom Piraten-Abgeordneten Dr. Siegfried Hansen kam die Anregung, an den Messstellen Warnschilder aufzustellen. Dieter Pape könnte sich sogar vorstellen, die Einsätze im Vorfeld bekanntzugeben. „Wir dürfen beim Bürger nicht den Eindruck erwecken, dass wir überziehen“, betonte noch einmal Jürgen Klein (SPD).

Die Vertreter der FDP sahen das allerdings sehr viel realistischer. Fraktionschef Willi Göttsche: „Wer zu schnell fährt, der zahlt eben.“ Sein Kollege Tobias Rückerl meinte gar: „Es wird immer Raser geben. Und wir müssen so ehrlich sein, dass es auch eine gute Einnahmequelle ist.“ Tatsächlich rechnet der Kreis mit zusätzlichen Einnahmen von jährlich 731.000 Euro. Dem stehen Ausgaben für die gemeinsam mit Dithmarschen betriebene Bußgeldstelle, für Personal- und Sachkosten in Höhe von 298.000 Euro gegenüber. Vorsorglich weist die Verwaltung daraufhin, dass auch die Kreiskasse eine personelle Verstärkung gebrauchen könnte. Dann nämlich, wenn die Bußgelder von säumigen Zahlern auf dem Vollstreckungsweg einkassiert werden müssen. Was dann noch übrig bleibt, könnte auch in die Verkehrsprävention gesteckt werden. Das jedenfalls regte Grünen-Abgeordnete Inken Carstensen-Herold an. Immerhin bleiben die Bußgelder ja in Steinburg. Wenn die Polizei misst, fließen die Einnahmen nämlich in die Landeskasse.

Das sollen die Kontrollpunkte im Kreisgebiet sein
 
 Blomesche Wildnis, Am Altendeich: Gefahrenpunkt durch schnelles Fahren

 Blomesche  Wildnis,  An der Chaussee: Unfallschwerpunkt 2006

 Glückstadt, Sperforckenweg: schnelles Fahren

 Hohenfelde, Dorfstraße:  Kindergarten

 Horst-Hahnenkamp, An der Bundesstraße: Unfallschwerpunkt 2012

 Siethwende/Sommerland,  Siethwende: schnelles Fahren/Schulweg

 Grevenkop, L 112 Hauptstraße: schnelles Fahren

 Gribbohm, Dorfstraße:  schnelles Fahren, Schulweg

 Süderau, Ortsteil Steinburg, Hauptstraße:  schnelles Fahren, Schulweg

 Krempdorf, Dorfstraße:  schnelles Fahren

 Breitenburg-Nordoe Bundesstraße: Unfallschwerpunkt 2012

 Heiligenstedten B 5: Unfallschwerpunkt 2009

 Itzehoe, Edendorfer Straße: Unfallschwerpunkt 2011

 Itzehoe, Brunnenstieg: Unfallschwerpunkt 2005

 Itzehoe, Kamper Weg: Unfallschwerpunkt 2008

 Itzehoe, Lindenstraße: Unfallschwerpunkt 2012

 Itzehoe, Pünstorfer Straße: Wohngebiet (30er Zone)

 Itzehoe,  Trotzenburger Straße: Wohngebiet (30er Zone)

 Itzehoe,  Helenenstraße Altenheim:  Unfallschwerpunkt 2011

 Itzehoe, Lübscher Brunnen: Unfallschwerpunkt 2005

 Itzehoe, Albert-Schweitzer-Ring: Schulweg

 Itzehoe,  B 204/Störbrücke /AS Itzehoe-Mitte: Baustelle

 Hohenlockstedt B 77 Hungriger Wolf, A 70, Km 5,5 - A 80 Km 0,6 Unfallschwerpunkt 2013

 Hohenlockstedt, Hermann-Löns-Straße: schnelles Fahren (Abkürzung)

 Peissen B 77:  Unfallschwerpunkt 2010

 Dammfleth, L 136: schnelles Fahren

 Kleve, Hauptstraße: schnelles Fahren

 Wilster, Rathausstraße: schnelles Fahren, Schulweg

 Wilster, Am Steindamm: Unfallschwerpunkt 2010

 Schenefeld, Holstenstraße: Unfallschwerpunkt 2004

 Wrist, Föhrdener Straße: schnelles Fahren

 Wrist, Quarnst.Str./Neuenkampsweg: schnelles  Fahren, Schulweg

 Wrist, Bokeler Straße: Unfallschwerpunkt 2012

 Lägerdorf, Münsterdorfer Straße: Schulweg

 Kremperheide, Dorfstraße: Schulweg, Schule

 Büttel, B 5:  schnelles Fahren

 St.Margarethen, Ortsteil Osterbünge: Unfallschwerpunkt (schwere Verkehrsunfälle in der Vergangenheit)

 Dägeling, Itzehoer Straße:  schnelles Fahren, Schulweg

 Neuenbrook-West: schnelles Fahren, Schulweg

 Neuenbrook-Ost:  schnelles Fahren, Schulweg

 Neuenbrook, Hauptstraße: schnelles Fahren, Schulweg

 Hennstedt, Tönsheider Str.: Klinik

 Hohenaspe,  Charlottenburger Weg:  schnelles Fahren, Schulweg

 Kaaks, Ortsteil Kaaksburg/Hauptstraße: schnelles Fahren, Schulweg

 Münsterdorf, Kirchenstraße: Höhe Grundschule  schnelles Fahren, Schulweg

 Reher, B 430: Unfallschwerpunkt 2007

 Westermoor, Dörpstraat:  schnelles Fahren, Schulweg

 Wewelsfleth, B 431/Großwisch:  schnelles Fahren

zur Startseite

von
erstellt am 01.Nov.2014 | 07:42 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen