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Gewässerschutz : Kreis nahm 121 kleine Kläranlagen unter die Lupe

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Wasserbehörde des Kreises hat 121 Kleinkläranlagen untersucht. Erkenntnis auch in kleinen Gemeinden: Gewässerschutz in Steinburg ist auf einem gutem Weg. Insgesamt werden im Kreis rund 4500 Kleinkläranlagen betrieben.

Alle Hände voll zu tun hatte die Wasserbehörde der Steinburger Kreisverwaltung in den vergangenen Wochen: 121 Kleinkläranlagen wurden genau geprüft und abgenommen, damit die Grund- und Oberflächengewässer sauber bleiben. Insgesamt werden im Kreisgebiet rund 4500 Kleinkläranlagen betrieben.

Dass in den letzten Monaten verstärkt Anlagen gebaut wurden, hat einen Grund: Ende 2013 läuft eine Förderung mit Landesmitteln aus. Ines Wittmüß, Leiterin des Amtes für Umweltschutz, erläutert die Hintergründe: „Bevor das Abwasser aus Haushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben in Flüsse, Küstengewässer oder Seen eingeleitet wird, muss es in einer Kläranlage so weit von Schmutz und Schadstoffen befreit werden, wie dies bei Einhaltung der jeweils in Betracht kommenden Verfahren nach dem Stand der Technik möglich ist. In den meisten Gemeinden wird das Abwasser über Kanäle einer zentralen Kläranlage zugeleitet und dort entsprechend behandelt.“ In Außenbereichen und kleineren Gemeinden gibt es die Möglichkeit, das anfallende Abwasser de-zentral in „Kleinkläranlagen“ zu reinigen. Diese Kleinkläranlagen werden immer dort betrieben, wo ein Anschluss an die öffentliche Schmutzwasserkanalisation technisch oder wegen unverhältnismäßig hoher Kosten nicht möglich ist.

Grundlage dafür ist die sogenannte DIN 4261„Kleinkläranlagen“. „Im April 2008 wurde diese mit Änderungen und Ergänzungen in Schleswig-Holstein als allgemein anerkannte Regel der Technik eingeführt und veröffentlicht", erklärt Rolf Glatki, Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft. „Diese in Schleswig-Holstein spezifischen Regeln waren erforderlich, damit die bundesweit nicht mehr zugelassenen technisch unbelüfteten Behandlungsanlagen wie zum Beispiel Filtergräben, Nachklärteiche, Pflanzenbeete und Untergrundverrieselungsanlagen weiterhin hier betrieben werden können und nicht durch technisch belüftete Systeme ersetzt werden müssen.“

Für die unbelüfteten Behandlungsanlagen wurde die Verpflichtung zur Wartung eingeführt, die bei den technisch belüfteten Anlagen schon immer bestand. Hierzu muss ein Wartungsvertrag mit einer zugelassenen Wartungsfirma abgeschlossen werden. Diese fertigt nach Wartungen Berichte an und übermittelt ihn digital der Wasserbehörde und der zuständigen Amtsverwaltung.

Seit 1987 wird die Anpassung der Kleinkläranlagen an die allgemein anerkannten Regeln der Technik mit 770 Euro pro Wohneinheit mit Landesmitteln (Abwasserabgabe und EU-Mittel) gefördert. Die Förderung läuft Ende 2013 aus. „Für den Kreis Steinburg hieß das, dass die Kleinkläranlagen im Rahmen der geförderten Nachrüstung Ende Juli 2013 von der Wasserbehörde abgenommen worden sein mussten, damit die Ämter die vom Land vorgegebenen Fristen zur Abgabe der Förderanträge einhalten können“, beschreibt Glatki.

Für alle Kläranlagen, die nicht dem Stand der Technik entsprechen, besteht auch weiterhin die Verpflichtung, die vorhandene Kläranlage nachzurüsten und Mängel zu beseitigen.

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erstellt am 06.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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