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Ausstellung : „Kreis im Carree“: Kunst im Kaufhaus

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Eine Ausstellung von Michael Mattern im Itzehoer Stör-Carree bietet einen Schaufensterbummel regionaler Innovationsfähigkeit. 40 Firmen aus Itzehoe und Umgebung sind beteiligt.

shz.de von
erstellt am 15.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Sie wird erst in knapp drei Wochen offiziell eröffnet, zieht aber bereits jetzt zahlreiche neugierige Blicke auf sich: die Ausstellung „Kreis im Carree“ des Itzehoer Malers Michael Mattern, der das Stör-Carree derzeit in eine „24-Stunden-Outdoor-Galerie“ verwandelt.

Mattern bespielt mit seiner umfangreichsten in Itzehoe gezeigten Ausstellung sämtliche Schaufenster und -kästen des zentralen Kaufhausgebäudes der Stadt und durchbricht zudem die Grenzen seines bisherigen Schaffens: „So hat man Mattern noch nie gesehen“, behauptet seine Ehefrau Ute, die vor einem aufgefalteten Ausstellungsplan im ersten Stock des Tegelhörner Eigenheims sitzt und mit Stecknadeln ausgedruckte Mini-Matterns platziert. Ergänzend zu seinen von Form- und Funktionslogiken geprägten Acrylbildern werden Skulpturen, Installationen und kinetische Objekte gezeigt. Dafür sind sogar bauliche Veränderungen vor dem „Stör-Carree“ notwendig: Für eine Lichtskulptur neben dem Haupteingang muss extra ein Fundament gegossen werden: „Der Bürgermeister hat uns jede Unterstützung zugesagt“, freut sich Michael Mattern.

Dafür dürfte entscheidend sein, dass „Kreis im Carree“ mehr als nur eine Kunstausstellung ist und die Wirtschaft mit einbezieht: „Unsere Outdoor-Galerie führt wichtige Akteure der Region noch enger zusammen“, erläutert Sven Haltermann, Inhaber des Stör-Carree. Mattern und Haltermann gewannen in gut vier Monaten Vorbereitungszeit fast 40 Partner-Firmen aus Itzehoe und dem Kreis Steinburg. Diese sponsern die Ausstellung nicht wie üblich, sondern stellen Teile ihrer Produktion zur Verfügung und finden sich in den Arbeiten Michael Matterns auf einzigartige Weise wieder.

Gleichzeitig machen sie deutlich, was gemeint ist, wenn der gerne als „Kunst-Papst“ bezeichnete und aus Itzehoe stammende Prof. Dr. Bazon Brock Matterns Werk als „Diaphanen Neo-Konstruktivismus“ charakterisiert: Mittels einfacher geometrischer Grundformen lässt Mattern das Innenleben technischer Alltäglichkeiten durchscheinen, zeigt so die verborgene Ästhetik der den Menschen stets umgebenden und zunehmend mehr bestimmenden Technik. Bazon Brock dazu: „Das, was sie hier sehen, das sind Sie. Sie hängen von der Bremse Ihres Autos ab, von der Gangschaltung.“ Oder auch von den weltweit ersten PVC- und weichmacherfreien Nockendrehverschlüssen, die Lebensmittel „migrationsfrei“ halten, frei von Schadstoffen.

Diese stammen aus Itzehoe von der Firma Pano. „Ein genialer Schachzug“, urteilt Künstler Mattern über dieses derzeit den Weltmarkt revolutionierende Glasverschluss-System für Lebensmittel. Für seine Innovations-Begeisterung reichen hier Matterns malerische Mittel allein nicht aus. So fertigte er eine diesen „Schachzug“ illustrierende Installation aus Stanz-Layouts an und zeigt das patentierte Dichtungsmaterial „Blue Seal“ sowohl als Granualt vor dem Herstellungsprozess als auch danach als beeindruckende amorphe tiefblaue Skulptur.

Matterns Kunstausstellung in Haltermanns „Stör-Carree“ wird damit auch zu einem Schaufenster der hiesigen Wirtschaft und ihrer Innovationskraft, die zu einem Bummel in die Innenstadt bereits während ihrer Entstehung einlädt. „Die Kraft unserer Heimat wird – stellvertretend durch die abgebildeten Unternehmen – für alle Betrachter in einem neuen Kontext erlebbar“, schreiben Sven und Heida Haltermann im Grußwort zur Ausstellung. „Das beeindruckt, schafft ein Wir-Gefühl.“ Und nicht zuletzt „tut uns Menschen Kunst einfach gut. Wir wünschen uns für die Kunst und die Künstler mehr Offenheit, Raum und Wertschätzung.“

> Eröffnet wird „Kreis im Carree“ am verkaufsoffenen Sonntag, 2. November, um 11 Uhr.






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