Grundschule : Kreis droht Schließung an

Stand kurz vor der Schließung: die Grundschule Hohenlockstedt.
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Stand kurz vor der Schließung: die Grundschule Hohenlockstedt.

Die Hohenlockstedter müssen Brandschutzkonzept vorliegen. Der Betrieb bis zum 31. Dezember 2015 ist nur unter Auflagen möglich.

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26. Juni 2014, 17:15 Uhr

Der bei der Brandschau aufgedeckte Pfusch am Bau an der Grundschule Hohenlockstedt hat größere Auswirkungen als bisher angenommen. Das Steinburger Bauamt hat die Nutzung des Gebäudes für Schule und andere Veranstaltungen ab sofort untersagt – auf eine sofortige Schließung wurde trotzdem bis Ende 2015 verzichtet, wenn gewisse Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden und bis Ende August ein Brandschutzkonzept beim Kreis vorliegt.

Dass es erhebliche Mängel gab, war seit der Brandschau im Frühjahr bekannt, daraufhin wurden bereits das Lehrschwimmbecken und die Werkräume im Untergeschoss gesperrt, dort wurden von Kreisseite unzureichende Notausgänge bemängelt (wir berichteten). Noch schlimmer die Probleme im Erdgeschoss. Dort wurde vor 30 Jahren offenbar nicht so gebaut, wie geplant und von der Baubehörde auch genehmigt. Jetzt fielen bei der Überprüfung die Decken im Erdgeschoss auf, die nicht den Brandschutzbestimmungen entsprechen.

Die Dramatik der Situation wurde bei einem nachfolgenden Gespräch mit der Steinburger Bauverwaltung deutlich, die mit einer „Nutzungsuntersagung“ endete, so Schulverbandsvorsteher Lothar Schlutz (CDU) in der jüngsten Sitzung des Gremiums. „Abweichend von der Untersagung hält es die Behörde aber für denkbar, den Betrieb im Erdgeschoss bis zum 31, Dezember 2015 zu gestatten.“ Dies aber nur unter Bedingungen. Zum einen muss der Schulverband bis zum 31. August ein Brandschutzkonzept vorlegen, dass auch bereits in Arbeit ist. Ferner dürfen zeitgleich zum Schulbetrieb keine weiteren Veranstaltungen – unter anderem in der Aula – stattfinden. Notausgänge dürfen nicht verstellt werden, der Sonnenschutz muss ständig offengehalten werden. Und jede Veranstaltung außer des Schulbetriebs muss mindestens zwei Wochen vorher beim Kreis angezeigt werden. Darüber hinaus müssen laut Schlutz organisatorische Maßnahmen, wie eine Alarmierungseinrichtung, vorgenommen werden. Bei bisherigen Brandschauen war die Decken- und Fluchttürenproblematik übrigens nicht aufgefallen – auch weil laut Aussage aus dem Kreis bei den Überprüfungen andere Schwerkunkte gesetzt worden waren, unter anderem im Bereich Elektrotechnik.

Wie saniert wird, soll dann das Konzept aufzeigen. Da in der Schule nur abschnittsweise gearbeitet werden kann, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, zweifelt Schlutz allerdings, dass die Arbeiten bis zum 31. Dezember 2015 abgeschlossen sind. Auch deshalb habe der Schulverband einen Kieler Rechtsanwalt beauftragt, gegen den Bescheid des Kreises Widerspruch einzulegen.

Ende März zeigte sich der Verbandsvorsteher noch optimistisch, wenigstens die Arbeiten im Untergeschoss frühzeitig ausführen zu können, um den Schwimmbetrieb nach den Sommerferien wieder aufnehmen zu können. Aber auch hier muss erst das Brandschutzkonzept abgewartet und vom Kreis genehmigt werden. „Wir werden daraufhin arbeiten, das Bad so schnell wie möglich wieder zu öffnen.“

Schulleiterin Dörte Rusch-Holfort will auf die Situation aus Vorsicht reagieren. Möglichst viele Klassen sollen aus dem Haupthaus ausgelagert werden.

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