zur Navigation springen

Interkulturelle Woche : Kreativ gegen Vorurteile

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Herbst findet in Itzehoe erstmals eine Interkulturelle Woche statt. Es werden noch weitere Mitstreiter gesucht.

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 17:00 Uhr

Was hilft am besten gegen Vorurteile? Für Karin Lewandowski ist die Antwort klar: Begegnung, Dialog, Verständigung. Deshalb koordiniert die städtische Gleichstellungsbeauftragte eine Premiere: Vom 28. September bis 5. Oktober findet in Itzehoe erstmals die Interkulturelle Woche statt. Motto: „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“.

Die Idee stammt aus dem Arbeitskreis Migration. Für das Zusammenleben in einer Migrationsgesellschaft müsse gewährleistet sein, dass Unterschiede nicht zu Ungleichbehandlung führen, sagt Karin Lewandowski. „Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Rassismus sind die größten Integrationshemmnisse.“ Es dürfe keinen Raum geben für populistische Debatten, die die Freizügigkeit in Europa in Frage stellen. Als weiteren Schwerpunkt der Woche sieht sie mit Blick auf steigende Flüchtlingszahlen „die Forderung nach einem humanitären Aufenthaltsrecht, das diesen Namen verdient“. Die Veranstaltungsreihe solle einen Beitrag leisten zu einem Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion, das getragen sei von Respekt, Toleranz und Akzeptanz.

Es sei wichtig zu lernen, miteinander zu leben, sagt auch Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen, Schirmherr der Interkulturellen Woche.
Beteiligen können sich Mitwirkende jeden Alters mit Veranstaltungen aller Art: Dem Ideenreichtum und der Kreativität seien keine Grenzen gesetzt, sagt Karin Lewandowski. Gerade von Schulen wünscht sie sich Aktivitäten und freut sich deshalb umso mehr über die Eröffnungsveranstaltung: Sonntag, 28. September, um 11.30 Uhr wird sie im Wenzel-Hablik-Museum von Schülern der Handelslehranstalt Neumann ausgerichtet. Sie stellen unter dem Motto „Erst fremd, dann Freund“ ihr Filmprojekt „Drachenläufer“ mit jungen afghanischen Flüchtlingen vor. „Die Veranstaltung wird von Jugendlichen gestaltet, die an diesem schönen Projekt teilgenommen haben.“

Eine nahrhafte Idee gab es in der Kantine der Brücke Schleswig-Holstein: „Itzehoe isst interkulturell“ bringt in der ganzen Woche internationale Küche auf den Tisch. Weitere Kantinen sind zur Teilnahme eingeladen. In einer Abendveranstaltung Mittwoch, 1. Oktober, spricht die türkischstämmige SPD-Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli über ihre Migrationserfahrungen. Zudem werden bestehende Aktionen wie das Internationale Kochen, der Dialog auf Deutsch in der Bücherei oder der Tag der offenen Moschee eingebunden. „Die Woche ist schon ziemlich voll“, sagt Karin Lewandowski und freut sich als „Sahnehaube“ über den Neubürgerempfang am letzten Tag.

Doch es geht noch mehr. Besonders wünschenswert seien Veranstaltungen, die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam vorbereiten. Oder auch Aktionen in den Bereichen Musik, Tanz oder Sport: „Interkulturalität kann ja auch Spaß machen.“ Ideen sollten bald entwickelt werden, denn Redaktionsschluss für das Programm ist der 18. August. In jedem Fall hofft die Koordinatorin, dass das Vorhaben zur regelmäßigen Einrichtung wird: „Die Interkulturelle Woche soll ein wichtiger Bestandteil im städtischen Kalender werden und den Anspruch der Stadt Itzehoe bekräftigen, eine offene und tolerante Stadt, ein Ort der Vielfalt zu sein.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen