Kooperation: Fünf Elbehäfen ziehen jetzt an einem Strang

Verstehen sich: (von links) Werner Repenning (Niedersachsen Ports), Jens Meier  (Hamburg Ports Authority) und Frank Schnabel,(Brunsbüttel Ports und Glückstadt Ports).
Verstehen sich: (von links) Werner Repenning (Niedersachsen Ports), Jens Meier (Hamburg Ports Authority) und Frank Schnabel,(Brunsbüttel Ports und Glückstadt Ports).

Die Betreiber der Häfen Hamburg, Cuxhaven, Stade, Brunsbüttel und Niedersachsen arbeiten jetzt zusammen.

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23. August 2009, 12:28 Uhr

Glückstadt |
Drei Länder - ein Hafenkonzept. Die Wirtschaftsminster Dr. Jörn Biel aus Schleswig-Holstein und Dr. Philipp Rösler aus Niedersachsen sowie Wirtschaftssenator Axel Gedaschko aus Hamburg gaben im Glückstädter Rathaus den politischen Segen für einen Zusammenschluss. Künftig werden die Betreiber der Häfen Hamburg, Cuxhaven, Stade, Brunsbüttel und Glückstadt zusammenarbeiten. Unter anderem in technischen und kaufmännischen Bereichen, aber auch bei der Vergabe von Flächen und der Ansiedlung von Firmen. "Die Hafenbetreiber sehen trotz des Geredes über die Krise in die Zukunft", lobte Dr. Biel. Er freute sich, dass es auf politischer Ebene diesen Fortschritt gibt gemeinsam zu agieren. "Wir müssen in Wirtschaftsräumen denken."
Dr. Rösler bekräftigte die Worte seines Minister-Kollegen. "Die Hanse wieder herzustellen, soweit sind wir noch nicht", erklärte der Minister aus Niedersachsen. Aber hier wäre der Weg das Ziel. Rösler betonte aber auch, dass es weiterhin den Wettbewerb geben müsse. "Jeder Hafen hat eigene Vorteile und Nischen zu bieten."
"Nur gemeinsam können wir die Planungen umsetzen"
Die Mitbewerber seien woanders zu sehen, sagte Axel Gedaschko. Und nannte als Beispiele Rotterdam und Antwerpen. "Die Elbe ist unsere Lebensader." Er gab bekannt, dass die Ministerpräsidenten länderübergreifend bereits überlegen, alle Häfen als "Seaports of Germany" zu vermarkten. "Das ist eine Frage des Marketings." Zum neuen Projekt, das in Glückstadt aus der Taufe gehoben wurde, erklärte der Senator: Früher hat sich die Politik in den Ländern abgeschottet. Jetzt wollen wir alle Erfolg haben."
Am Treffen nahmen die Geschäftsführer der fünf Häfen teil. Frank Schnabel (Brunsbüttel Ports), zuständig für Brunsbüttel und Glückstadt, betonte: "Die Grundidee stammt von den Praktikern. Alle Häfen wollen stark expandieren, nur gemeinsam können wir die Planungen umsetzen."
"Wir freuen uns, dass er politisch gewollt ist"
Das Konzept stellte Jens Meier, Geschäftsführer von Hamburg Port Authority vor. "Wir haben es im Auftrage der Wirtschaftsministerien und mit Hilfe der Wirtschaftsförderungsgesellschaft egeb erstellt." Ziel sei gewesen, ein Konzept von Praktikern für Praktiker zu erarbeiten." Seit einem Jahr gebe es bereits einen Gesprächskreis. "Wir freuen uns, dass er politisch gewollt ist."
Die logistischen Dienstleistungen in den Häfen würden eine Renaissance erleben. Es gehe um Arbeitsplätze, Flächen und Steuern. Angesichts der Konkurrenz in Antwerpen und Rotterdam, so Meier, sei es "vernünftig, wenn wir uns stark aufstellen. Deutlich wird, dass alle fünf Häfen ihr eigenes Profil haben."
Die Gäste wurden von Glückstadts Bürgervorsteher Ulf Ostermann begrüßt . Er erinnerte daran, dass der Stadtgründer Christian IV. einst den Plan hatte, mit dem Hafen den Hamburgern wirtschaftlich den Rang abzulaufen. Jetzt wird miteinander gearbeitet.

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