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Norddeutsche Rundschau

19. August 2017 | 21:27 Uhr

Wirtschaft : Koogstraße braucht Ideen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Runder Tisch mit Kaufleuten, Kommunalpolitikern und Verwaltung soll Brunsbüttels schwächelnde Haupteinkaufsstraße voran bringen.

Die fröhlich bunten, über die Fahrbahn gespannten Fähnchen täuschen darüber hinweg: Die Koogstraße hat ein Problem. Denn in der Haupteinkaufsmeile der Schleusenstadt mehren sich die Leerstände, die Vielfalt der kleinen Läden nimmt allmählich ab. Spötter hatten in der Vergangenheit die vom Stadtmanagement so genannte „Schleusenmeile“angesichts der steigenden Zahl türkischer Imbisse als „Dönermeile“ tituliert. Aber auch hier gibt es schon Geschäftsaufgaben. Ein Runder Tisch, an dem Kaufleute ebenso wie Brunsbütteler Ratspolitiker und Vertreter der Verwaltung sitzen werden, soll ein Konzept zur Belebung der Straße entwickeln. Denn, das ist für Bürgermeister Stefan Mohrdieck unstrittig: Die Koogstraße mit ihrer direkten Anbindung zu den von Touristen gern besuchten Schleusen ist ein Alleinstellungsmerkmal, ein Pfund, mit dem Brunsbüttel gerne wuchern möchte.

Dass sich am Mittwochabend der Bauausschuss mit diesem Thema beschäftigte, ging auf einen Antrag des Ratsherrn Heinz Zindler (Graue, Foto) zurück. Der kritisierte einmal mehr, dass „der Vernunft den Rücken kehrend“ Aldi ins Neue Zentrum ziehen gelassen wurde und auch der geplante Bau des Drogeriediscounters DM dort favorisiert werde, statt wie ursprünglich auch von Kaufleuten erhofft an der Koogstraße. Denn Geschäfte wie DM gelten als Frequenzbringer, als Kundenmagneten.

Zindler brachte in seinem Antrag auf gemeinsames Vorgehen deutlich zum Ausdruck: „Unsere Koogstraße ist kein Versuchsobjekt!“ Stattdessen müsse sie oberste Priorität genießen. Letztlich diene ihre Entwicklung der gesamten Stadt.

Das beschreibt so ähnlich auch das vor zwei Jahren vorgelegte Integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK. Mit Blick auf den Einzelhandel haben die Planer Brunsbüttel auf den Weg gegeben, die Versorgungsfunktion der Koogstraße zu stärken, dort für mehr Einkaufserlebnis zu sorgen und die Attraktivität der Einkaufsmeile zu verbessern. Angesichts diverser Leerstände von Ladenflächen keine leichte Aufgabe.

Allerdings herrschte am Mittwoch im Bauausschuss auch die einhellige Meinung, dass mit den Besitzern der Geschäfte gesprochen werden müsse. Denn etliche Immobilien gehören nicht mehr Brunsbüttelern. Die Folge, so Bernhard Wutkowski (SPD): „Die Mieten, die da teilweise genommen werden – das geht auf keine Kuhhaut.“ Hamburger Renditeerwartungen könnten nicht auf eine 13 000-Einwohner-Stadt übertragen werden, ergänzte sein Fraktionskollege Wilhelm Malerius. Stefan Mohrdieck bestätigte diese Einschätzung aus Gesprächen mit der Kaufmannschaft. Es sei teilweise erschreckend, wie die kleinen Läden ums Überleben kämpfen müssten. Er forderte daher den Schulterschluss zwischen Stadt und Gewerbe.

Dass der Verein für Handel, Gewerbe und Industrie nicht tatenlos abwarte, berichtete der Bürgermeister im Bauausschuss. Gerade erst seien erste Ideen entwickelt worden. Die gelte es nun gemeinsam voranzubringen. Und als ideales Diskussionsforum biete sich der von Heinz Zindler angeregte Runde Tisch an. Es gibt bereits ein ähnliches Gremium. Doch der so genannte Koogstraßenausschuss greife nach Ansicht des Verwaltungschefs nicht weit genug. Vielmehr sagte Stefan Mohrdieck: „Das geht alle an in der Stadt.“ Damit entsprach er auch dem Gedanken von Michael Mohr (FDP). Der hatte davor gewarnt, die Koogstraße in unterschiedliche Bereiche zu zerlegen. Damit spielte er auf die gerade erst beschlossene Entwicklung der oberen Koogstraße und der Brunsbütteler Straße an (wir berichteten). Dort gibt es jedoch einen eigenen Schwerpunkt: An Stelle von Läden soll verstärkt Wohnen gefördert werden. Der Handel hat sich in diesem Bereich bereits weitgehend zurückgezogen.

„Wir sind uns einig: Die Koogstraße darf nicht sterben“, fasste Ausschussvorsitzender Michael Kunkowski (CDU) schließlich die Stimmung zusammen.“ Wichtig sei es daher, nun einen Schritt nach vorn zu machen. Dem folgten die Mitglieder des Gremiums. Einstimmig beschlossen sie die Gründung des Runden Tischs.

 

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erstellt am 24.Okt.2014 | 17:00 Uhr

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