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Stadtentwicklung : Koogstraße: Anwohner reden mit

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Brunsbüttel erhält den Zuschlag für ein landesweit einmaliges Leitprojekt der Metropolregion: Ein Quartier soll attraktiver werden.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Im Bauamt der Stadt werden Pläne entwickelt, um den oberen Bereich der Koogstraße und die Brunsbütteler Straße attraktiver zu machen. Weil dieser Bereich, der schon jetzt durch viele Leerstände von Geschäftsräumen geprägt ist, für den Einzelhandel kaum noch interessant ist, kommt dem jetzt geplanten Leitprojekt eine erhebliche Bedeutung zu.

Seit zwei Jahren hat sich die Schleusenstadt um dieses Leitprojekt der Metropolregion Hamburg beworben und jetzt als einzige Stadt in Schleswig-Holstein den Zuschlag erhalten. Neben Hamburg als Freiraumstadt liegen drei weitere Städte aus der Metropolregion auf der niedersächsischen Seite der Elbe: Dannenberg, Buchholz in der Nordheide und Bispingen. Dachprojekt für Brunsbüttel ist die Stadt Neumünster. Brunsbüttel und Dannenberg haben gleiche Probleme: Sie leiden unter einem Schrumpfungsprozess. Für Buchholz und Bispingen geht es darum, ein zunehmendes Wachstum in geordnete Bahnen zu lenken.

Für ein Leitprojekt der strategischen Innenentwicklung hat die Stadt Brunsbüttel eine Zusage für Fördermittel der Metropolregion in Höhe von 80 000 Euro erhalten. Weitere 20 000 Euro muss die Schleusenstadt aus eigenen Mitteln beisteuern. Damit konnte die Stadt die Büros polis aktiv Stadterneuerung und Moderation in Hamburg in Zusammenarbeit mit Cappel & Kranzhoff Stadtentwicklung und Planung mit der Ausarbeitung des Leitbildprojekts beauftragen.

„Wir wollen bei diesem Projekt eine neue Form der Bürgerbeteiligung anwenden“, teilte die Leiterin des Bauamtes, Astrid Gasse, gestern in einem Pressegespräch mit. Es gehe darum, die Bürger frühzeitig zu beteiligen. Dazu seien inzwischen alle Grundstückseigentümer und Anwohner des Kerngebietes angeschrieben worden, zu dem auch die Lange Reihe und weitere Nebenstraßen zwischen der Blauen Brücke und der Einmündung Hinter dem Deich gehören. Sie können ihre Ideen, Anregungen, Wünsche und Vorstellungen auf einer Auftaktveranstaltung am Montag, 3. November, um 19.30 Uhr in der Gemeinschaftsschule in der Bojestraße vortragen.

Spezielle Fragen stehen in Brunsbüttel im Mittelpunkt: „Wie gehen wir mit der großen Kreuzung um? Wie kann der Bereich an der Braake genutzt werden? Wie kann attraktiver Wohnraum, z.B. für Ältere, entstehen und wie müssen gegebenenfalls bestehende Gebäude angepasst werden? Welche Nutzungen können in die Erdgeschosse einziehen?“ Bereits im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) seien Ansätze genannt worden, wie man den Planungsbereich aufwerten könnte.

Das Leitprojekt, so berichteten Astrid Gasse, Bauausschuss-Vorsitzender Michael Kunkowski und Christina März als Leiterin des Fachdienstes Planung in der Stadtverwaltung, sei auf drei Jahre ausgelegt. In den Rahmenplan, der schon im ersten Jahr aufgestellt werden soll, sollen die Vorschläge der Bürger aufgenommen werden. „Denken ist in jeder Richtung erlaubt“, machte Kunkowski Mut, sich an diesem Projekt zu beteiligen. Schon am 14. März nächsten Jahres sei eine erste Planungswerkstatt terminiert, an der sich Bürger aus den betroffenen Quartieren beteiligen können.

Michael Kunkowski stellte es als positiv heraus, dass man in Brunsbüttel mit ISEK gut vorbereitet gewesen sei und so bei der Bewilligung des Leitprojekts beste Chancen gehabt habe. Auch Astrid Gasse bestätigte: „ISEK war eine gute Grundlage für das Leitprojekt.“ Meldungen für das Projekt sollten bis zum 24. Oktober vorliegen. „Wir nehmen aber auch noch Nachmeldungen entgegen“, sieht Astrid Gasse die Frist nicht so eng. Michael Kunkowski zu dem Leitprojekt: „Die 20 000 Euro, die die Stadt zuschießen muss, sind gut ausgegeben.“ Man müsse endlich etwas tun, um in der oberen Koog- und in der Brunsbütteler Straße voranzukommen. „Wir müssen vernünftig planen, die Bürger beteiligen und dann sehen, was realisierbar ist.“


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