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Koogstraße 108 – Lärmgutachten kontra Jugendherberge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 23.Jan.2014 | 00:34 Uhr

Für die Bundespolizei drängt die Zeit. Sie muss ihren Standort in Brunsbüttel unmittelbar an den Schleusen räumen, weil dort das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) die notwendige Deichverstärkung plant, das Polizeigebäude stört bei dieser Maßnahme. Ersatz hat die Bundespolizei bereits gefunden: der hintere Teil des Grundstücks Koogstraße 108. Für die Beamten, die jedes in die Schleusen einlaufende Schiff kontrollieren ist dies von den schlechten Alternativen die beste. Ideal wäre die Nutzung eins WSA-Gebäudes auf der Schleusenanlage gewesen. Doch dort kommt die Bundespolizei nicht zum Zuge. Im Bauausschuss entwickelte sich um das dem WSA gehörende Grundstück erneut eine Diskussion. Nun muss die Ratsversammlung nächste Woche entscheiden.

„Wir müssen bald mit dem Bau anfangen, wenn wir dort im April 2015 einziehen wollen“, sagte Jörg Heidermann gegenüber unserer Zeitung. Er gehört zum Brunsbütteler Revier der Bundespolizei und verfolgte am Dienstagabend gespannt die Diskussion um das Grundstück.

Doch ging es dabei weniger um den Bereich, der als „Sondergebiet Bundespolizei“ ausgewiesen werden soll. Vielmehr stand der vordere Teil mit der alten, als baufällig geltenden Plathe-Villa im Fokus der Debatte.

Heinz Zindler (Graue Panther) brachte noch einmal die Idee einer Jugendherberge ins Spiel. Wurde jedoch von Bauamtsleiterin Astrid Gasse eines besseren belehrt: Ein Lärmgutachten empfiehlt, dort keine Übernachtungsbetriebe zuzulassen. Zu groß sei der Geräuschpegel von den Schleusen und den gelegentlichen Veranstaltungen auf dem Gustav-Meyer-Platz. Zindler erinnerte jedoch an die vorgesehene Ausweisung als Sondergebiet auch für Tourismus: „Wenn wir das alles wegschießen, werden wir keine Investoren kriegen. Das ist absoluter Schwachsinn!“

Wenn jemand mit dieser Idee an die Stadt heranträte, ließe sich darüber reden, hielt Ausschussvorsitzender Michael Kunkowski (CDU) dagegen. „Wir brauchen aber Planungssicherheit, damit es endlich mal losgeht für die Bundespolizei.“

Einen Kompromiss brachte Bürgermeister Stefan Mohrdieck ins Spiel: eine Veränderungssperre für den vorderen Grundstücksteil. Dies beeinträchtigt nicht die Pläne der Bundespolizei, gibt der Stadt aber Einfluss auf eine zukünftige Nutzung des Teils an der Koogstraße. Das WSA möchte das Grundstück verkaufen.

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