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Musikalische Wilstermarsch : Konzerterlebnis mit „Gänsehaut pur“

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Das Wewelsflether Blasorchester hat sich in seiner erfolgreichen Geschichte einen Namen gemacht

Probe des Blasorchesters Wewelsfleth: Nach und nach trudeln die Musiker in der oberen Etage der Mehrzweckhalle ein, zu erkennen an den teilweise übergroßen Instrumenten, die sie die Treppe hinauf tragen. „Erst einmal müssen wir uns einspielen“, erläutert der organisatorische Leiter Jens Siebmann (57). Deshalb gibt es am Anfang, im großen Halbkreis sitzend, unter Anleitung von Dirigent Uwe Ehrenberg ein paar einfache Choräle. „Die Instrumente sind kalt und klingen noch nicht. Sie werden erst durch den Atem angewärmt. Dann kann man sie stimmen“, so Siebmann.

In der ersten Hälfte bis zur Pause studieren die Musiker mit ihrem neuen Dirigenten, der seine Aufgabe Anfang des Jahres aufgenommen hat, erst einmal neue Stücke ein. Die Vertiefung bereits eingeübter Titel folgt dann im zweiten Teil. Es war gar nicht so einfach einen passenden Dirigenten zu finden. „Denn so einen Posten kann keiner so einfach übernehmen“, sagt Jens Siebmann und lobt das Können Ehrenbergs, der übrigens aus der Nähe von Norderstedt zu den Proben und Auftritten kommt. „Man muss mit dem Orchester viel einstudieren, die Hauptarbeit liegt aber außerhalb der gemeinsamen Proben mit den einzelnen Instrumenten“, so Jens Siebmann. Damit es mit Dynamik und Tempo zusammenklingt, müssen alle doppelt proben – einmal für sich selber und einmal aufeinander abgestimmt. „Das zu organisieren, kann nicht jeder, man muss die Fähigkeit dazu haben, mit Menschen umzugehen“, fügt Siebmann hinzu.

Das Repertoire des Orchesters ist breit gefächert – von Chorälen und traditionellen Märschen wie „Gruß an Kiel“ über Rocksongs von Queen bis hinzu moderneren Märschen wie „Euregio“ und neuere Blasmusik. „Das ist manchmal sehr anspruchsvoll, es gibt unterschiedliche Stufen. Unser Dirigent sucht je nach Schwierigkeitsgrad das Passende aus.“ In dem Amateurorchester machen alle aus Spaß an der Musik mit. Anfangs war es ein Chor mit Werftarbeitern, heute längst nicht mehr. Nur drei kommen direkt aus Wewelsfleth, zwei aus Beidenfleth, einige aus Glückstadt, zwei aus Hamburg und der Rest gemischt aus dem Kreisgebiet. „Wir waren mal 40 Musiker.“ Heute hat das Blasorchester noch insgesamt 30. „Wir suchen deswegen immer weiter neue Musiker“, sagt Jens Siebmann. Er selber spielt in dem Orchester seit 13 Jahren an der Tuba. „Die damalige Leiterin hat mich davon überzeugt, dass es nie zu spät ist – und es ging, man muss nur üben.“ Inzwischen ist aus ihm der Organisationsleiter geworden. „Ich arbeite mit einem guten Vorstand.“

Die Auftritte gefallen Heilpädagogin Bettina Evers-Pruter (54) am besten, die in dem Orchester seit über 40 Jahren das Tenorhorn spielt. „Besonders schön ist es in der Kirche.“ Am meisten beeindruckt hat sie aber das Konzert, für das das Orchester im Jahr 2010 auf die „Expo“ nach Shanghai/China geflogen ist und wo sie vor dem deutschen Pavillon vor Tausenden von Menschen gespielt haben. „Die chinesischen Zuhörer waren begeistert“, erinnert sie sich. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wir haben den Pavillon gerockt.“ Das sei Gänsehaut pur gewesen, „einfach gigantisch“. Tubaspielerin Monika Sievers (55) kommt zu allen Proben und Auftritten ganz aus Kellinghusen, denn sie stammt ursprünglich aus der Wilstermarsch. „Ich bin hier hängen geblieben“, sagt sie, „und zum Musikmachen immer wieder hergefahren“. Sie spielt seit dem Konfirmandenunterricht ein Instrument – fing an mit 14 Jahren. „Ich habe angefangen auf dem Tenorhorn. Als der Tubaspieler nach Afrika ging, brauchten sie jemanden, der das übernimmt.“ Dies spielt sie nun schon seit 1977. „Die Gemeinschaft ist das, was einen dabei hält – ein eigenes Heimatgefühl.“

>Termine: Sonnabend, 7. Oktober, 19 Uhr, Wewelsfleth/Mehrzweckhalle: „Oktoberfest“; Sonntag, 29. Oktober, 18 Uhr, Wewelsfleth/Mehrzweckhalle: Laternelaufen vom TSV Wewelsfleth; Sonntag, 19. November, 10.15 Uhr/11.45 Uhr, Denkmäler Beidenfleth/Wewelsfleth: Volkstrauertag; Sonnabend, 16. Dezember, 16 Uhr, Kirche Glückstadt: Weihnachtskonzert; Sonntag, 17. Dezember, 15 Uhr. Kirche Wewelsfleth: Jahresabschlusskonzert.
>Kontakt: Blasorchester Wewelsfleth: c/o Jens Siebmann, Schulstraße 2, 04829/380; E-Mail: blasorchesterwewelsfleth@web.de


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