Kulturverein Lyra : Konzertabend der Extraklasse

Zählt zu den Top-Akustikgitarristen: Don Ross. In der Brunsbütteler Galerie Rusch begeisterte er sein Publikum.
Foto:
Zählt zu den Top-Akustikgitarristen: Don Ross. In der Brunsbütteler Galerie Rusch begeisterte er sein Publikum.

Der kanadische Gitarrist Don Ross brilliert in Brunsbüttel beim vorletzten Angebot des Kulturvereins Lyra . Im April ist mit Jaimi Faulkner Schluss.

shz.de von
27. März 2017, 12:00 Uhr

Mit einem ganz besonderen Leckerbissen lockte der Kulturförderverein Lyra zahlreiche Gäste in die Galerie Rusch. Dort gab sich der kanadische Musiker und Komponist Don Ross die Ehre. Dieser gilt als Star der akustischen Gitarrenmusikszene. Für viele zählt er gar zu den weltbesten Akustikgitarristen. Ihm gelang es, sich gleich zwei Mal den ersten Platz bei dem prestigeträchtigen amerikanischen Walnut Valley Festival und somit den Titel „US National Fingerstyle Guitar Champion“ zu sichern. Eine Art Weltmeistertitel für die Spieler akustischer Gitarren.

Neben Liedern von seiner brandaktuellen CD „A Million Brazilian Civilians“, die in den nächsten Tagen erst im offiziellen Handel erscheint, spielte der Ausnahmemusiker eine bunte Mischung aus seinem umfangreichen Repertoire. Dazu zählten neben Eigenkompositionen mit und ohne Gesang auch gecoverte Stücke wie beispielsweise „Crazy“ von Gnarly Barkley. Das von ihm interpretierte Stück veröffentlichte Don Ross unter anderem auf der Internetplattform YouTube, wo es bislang über 1,5 Millionen Mal angesehen wurde. Das Brunsbütteler Publikum zeigte sich begeistert von den Darbietungen des 56-jährigen Musikers und groovte enthusiastisch mit. Am Ende des mehr als zweistündigen Konzerts bedankten sich die Zuhörer mit großem Beifall bei dem Kanadier.

„Dieses Konzert war unsere vorletzte Veranstaltung“, erinnerte Galeriebesitzer und Initiator des Kulturfördervereins Lyra Jens Rusch. „Am 26. April kommt ein letztes Mal Jaimi Faulkner zu uns. Danach ist endgültig Schluss.“ Die Entscheidung der Vereinsauflösung fiel den Vorsitzenden Dieter Wölfert und Jens Rusch nicht leicht. In den mehr als 15 Jahren, in denen der Verein aktiv war, wurden weit über 200 Künstler in die Schleusenstadt geholt. Michy Reincke, Kai und Thorsten Wingenfelder, Hellmuth Karassek, Miriam Pielhau und viele, viele weitere Musiker und Schriftsteller reihten sich in die Liste der Künstler ein, die das kulturelle Leben in Brunsbüttel bereicherten. Für Rusch und seine Frau Susanne waren die Veranstaltungen in der Galerie stets mit viel Arbeit, enormem Zeitaufwand und Stress verbunden. In der Vergangenheit hat sich das Paar gerne diesen Strapazen ausgesetzt, sind durch die Veranstaltungen und den Kontakten zu den Künstlern auch zahlreiche, feste Freundschaften entstanden und gewachsen.

„Unsere Lebenszeit ist nicht unendlich. Es jetzt mal an der Zeit, dass wir uns anderen Aufgaben widmen“, sagte Jens Rusch und ergänzte: „In den fast 16 Jahren, in denen wir dem Verein unsere Räume zur Verfügung gestellt haben, haben wir nicht einen Cent an den Veranstaltungen verdient.“ Tief sitzt die Verärgerung über einige Kritiker, die immer wieder versucht hätten, sowohl den Künstler selbst als auch den Verein und dessen Tätigkeit zu diskreditieren.

Zu einem erheblichen Stressfaktor wurde zudem die zunehmende Planungsunsicherheit. Wurden in den ersten Jahren die meisten Karten über den Vorverkauf an die Besucher gebracht, hat sich das Verhalten dahingehend verändert, dass sich viele Gäste spontan für die Teilnahme an einer Veranstaltung entscheiden. „Es zehrt an den Nerven und an den Kräften, wenn Du gerade mal zehn Karten im Vorverkauf veräußert hast und bangen musst, dass nicht mehr Leute kommen und du dich vor dem Künstler blamierst“, unterstrich Rusch einen weiteren Punkt, der ihn in seinen Entschluss bestärkte, den Verein aufzulösen.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen