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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 13:11 Uhr

Itzehoe : Konzept für mehr Spielraum

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Nach 20 Jahren geht es an die Weiterentwicklung von städtischen Freiräumen für alle Altersgruppen.

Die Stadtverwaltung hat ein umfangreiches Konzept zur künftigen Entwicklung von Spiel- und Bewegungsräumen im Stadtgebiet vorgelegt. In ihrer jüngsten Sitzung stimmte die Ratsversammlung dem Spielraumkonzept zu. Im Interview mit unserer Zeitung erklären Bürgermeister Andreas Koeppen und Sina Esselborn-Große von der Abteilung Stadtentwicklung, welche Ziele damit verfolgt werden und wie das Konzept entstand.

Frau Esselborn-Große, Herr Koeppen, warum braucht Itzehoe ein übergreifendes Spielraumkonzept?

Esselborn-Große: Itzehoe ist eine familienfreundliche Stadt. Und damit das so bleibt, ist es wichtig, dass wir Freiräume für alle Altersgruppen weiterentwickeln. Dies muss in andere raumwirksame Planungen eingebettet werden und dafür braucht es ein übergreifendes Konzept, dass langfristig als Planungsgrundlage dient. Wir hatten bisher ein Spielplatzkonzept von 1997. Dies war nicht mehr zeitgemäß.

Koeppen: Damals lag der Schwerpunkt nur auf den Spielplätzen. Jetzt haben wir einen neuen, ganzheitlichen Ansatz verfolgt und uns bemüht, über den Tellerrand zu blicken. Gespielt wird ja nicht nur auf Spielplätzen und es macht auch keinen Sinn nur an eine bestimmte Altersgruppe zu denken. Deshalb haben wir zum Beispiel auch Sportplätze und Grünanlagen mit in den Blick genommen. Es geht um Bewegungsräume für alle Generationen.

Sie haben viel Arbeit in das Konzept gesteckt. Wie sind Sie vorgegangen?

Esselborn-Große: Um den ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, haben wir das Konzept abteilungsübergreifend erstellt. Neben der Stadtentwicklung waren auch die Umweltabteilung, das Kinder- und Jugendbüro, ein externes Stadtplanungsbüro und das Kinder- und Jugendparlament beteiligt. Wir haben zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht. Dann haben wir die Stadtmitte im Detail intensiv in den Blick genommen. Wir haben analysiert, was gut ist und wo Problemfelder bestehen und uns Gedanken gemacht, was in Zukunft verbessert werden kann.

Warum gerade die Stadtmitte?

Esselborn-Große: Dafür gab es mehrere Gründe. Zum einen laufen dort gerade verschiedene andere Planungen, etwa mit der Städtebauförderung. Da ist es gut, wenn unsere Ergebnisse zeitnah einfließen können. Zum anderen haben wir durch den neuen Ansatz teilweise wirklich erstmal Grundlagenarbeit betrieben und mussten unsere Instrumente erst erproben. Dafür schien uns die Stadtmitte besonders geeignet, weil hier die räumlichen Strukturen am vielfältigsten sind. Wir konnten dort verschiedene Ansätze ausprobieren. Nun wird es wesentlich einfacher sein, das Konzept auch für Wellenkamp oder Edendorf zu erstellen. Wir haben jetzt eine gute Grundlage.

Sie haben nicht nur am grünen Tisch geplant, sondern auch viele junge Itzehoer beteiligt.

Esselborn-Große: Ja, das war uns wichtig. Neben der Einbindung des Kinder- und Jugendparlaments haben wir mehrere öffentliche Beteiligungswerkstätten veranstaltet. Dort haben sich viele Kinder eingebracht. So haben wir erfahren, was gut läuft, was gewünscht wird und wo es Probleme gibt.

Können Sie ein Beispiel geben?

Esselborn-Große: In manchen Ecken gibt es gar nicht zu wenig Spielraum, sondern er ist nur schwer zu erreichen, weil es durch große Straßen oder ähnliches Barrieren gibt. Das ist zum Beispiel etwas, was wir in Zukunft besser gestalten müssen. Natürlich kann nicht jeder Wunsch erfüllt werden. Ein Streichelzoo in der Innenstadt würde wohl sehr gut ankommen, aber das dürfte schwierig werden.

Stichwort Umsetzung: Wie soll aus den Ergebnissen Ihrer Arbeit nun Realität werden?

Koeppen: Schritt für Schritt. Es geht nicht darum, nun ein riesiges Bauprogramm umzusetzen. Aber wir werden die Erkenntnisse nach und nach umsetzen. Wie schnell das geht, hängt natürlich auch von den Mitteln ab, die uns die Politik dafür bewilligt.

Esselborn-Große: Als Startprojekt schlagen wir einige Verbesserungen im Bereich rund um die Altstadt vor. Dort haben wir unter anderem eine Spielroute definiert, die überwiegend verkehrsmäßig gut und sicher genutzt werden kann. Auf der Route gibt es aber zum Beispiel im Bereich der Malzmüllerwiesen noch viel Potenzial. Dieser Bereich könnte mit relativ wenig Aufwand, etwa durch das Aufstellen von Sport- und Bewegungsgeräten, aufgewertet werden.

Koeppen: Es gibt eine Reihe von Flächen, die zwar hübsch aussehen, aber besser genutzt werden können als nur zum Joggen oder Spaziergehen.

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