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Regionale Wirtschaft : Kontaktpflege mit guter Tradition

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit 40 Jahren ist das Kaufmannsessen fester Bestandteil im Terminkalender der Kellinghusener Gewerbetreibenden – es ist ein Treffpunkt zum „Netzwerken“.

Wer will noch mal, wer hat noch nicht? Nein, so marktschreierisch ging es nicht zu beim traditionellen Kaufmannsessen des Kaufmännischen Vereins (KVK). Eher als nostalgisches Beispiel pfiffiger Kaufmannsstrategie startete Reimer Tetens am Ende seiner Festrede eine Verkaufsaktion. Stilecht im weißen Kaufmannskittel, brachte er für fünf Euro und einen Cent Retour-Exemplare der KVK-Chronik an die zahlreichen Gäste aus Wirtschaft, Politik sowie von Vereinen, Verbänden und Institutionen.

Daten, Fakten und Anekdoten daraus hatte Tetens zuvor in Erinnerung gerufen. Darunter die gute Sitte, vor dem Mahl einem Gastvortrag zu lauschen. Bürgermeister, Amtsvorsteher, Professoren, Kundige der niederdeutschen Sprache und des Bahnwesens beleuchteten im Lauf der Jahre jeweils relevante Themen.

Aktuell standen jedoch der Verein und ein verdientes Mitglied im Scheinwerferlicht. Den Grund dafür verriet schon der Tischschmuck: Silberumkränzt verwies die Ziffer „40“ auf das diesjährige Jubiläumsessen. „Etwas Neues musste her“, wusste Reimer Tetens von der „Erfindung“ des Kaufmannsessens vor 40 Jahren zu berichten. Als Vorstandmitglied war der Kellinghusener Kaufmann schon 1977 mit dabei, als der Verein im Café Mohr zum ersten Mal, seinerzeit ausschließlich Herren, zu Tisch bat. „Das war ein toller Erfolg“, schwärmte Tetens. Schon an diesem 11. März schwante den Beteiligten, dass sie mit der Essens-Idee den Grundstein zu einer Tradition gelegt hatten.

Einiges hat sich seither verändert: Seit 1985 mit Maren Löffler die Weiblichkeit in KVK-Vorstand einzog, gelten Geschäftsfrauen in allen Bereichen des Vereins als feste Größe. Und niemand würde heute von einer Sensation sprechen – wie beim 22. Kaufmannsessen geschehen, als Ursel Motzkus die Einführungsrede hielt, ergriff eine von ihnen das Mikrofon.

Nach wie vor zentrales Anliegen des gemeinsamen Speisens ist, was die Kaufleute schon vor vier Dekaden bewog, Einladungen zu verschicken: Der aktuelle Vorsitzende Timo Laackmann nennt es „Netzwerken“, seine Vorgänger „Kontakte knüpfen und pflegen“. Über die Jahre nicht aufgeben wurde zudem die jährliche Spendenvergabe für soziale oder kulturelle Zwecke.

Kurzweilig, unterhaltsam und geprägt von gründlicher Kenntnis spannte Tetens – bei der Bilderschau assistiert von Vizechef Ralf Sievers – einen Bogen über mehr als 100 Jahre KVK und 40 Jahre Kaufmannsessen. Internationale Wochen, Stadtfeste, Logo-Wettbewerb, Fahrradtouren, Liliencronlauf, Messen, Weinfest und nicht zuletzt die Erstellung des Image-Films in Kooperation mit der Initiative „Steinburg+ 2030“ belegten eindrucksvoll Einfallsreichtum und Elan der örtlichen Wirtschaft.

Persönlich begrüßte Tetens Günter Reimers, der 1968 den Werbe-Knüller der „Kelli-Mädchen“ ins Leben rief sowie Brenda Hennings, geborene Laackmann, die damals mit anderen Kaufmannstöchtern in die Rolle der Werbefigur schlüpfte. Hochachtung zollte Tetens zudem dem verstorbenen Vorstandskollegen Gebhard Herms. Sein Anliegen, den Wochemarkt auf den oberen Marktplatz in die Mitte der Stadt zu rücken, habe durch das gerade vorgelegte stadtplanerische Konzept von Studenten der Fachhochschule Lübeck Aufwind erhalten. Praktische Anwendung mit der nötigen „geistigen“ Unterfütterung fand während Tetens Rede der ebenfalls Herms zugeschriebene Trinkspruch „Guts Geschäft“.

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