Krebsinfotage in Brunsbüttel : Konsequent als Patient

Dem 'Patienten' Jens Rusch wird von Maike Dohrn zu Demonstrationszwecken  eine Strahlenmaske angelegt,  bevor es ins MRT zum Durchleuchten geht.  Foto: Marco Freitag
Dem "Patienten" Jens Rusch wird von Maike Dohrn zu Demonstrationszwecken eine Strahlenmaske angelegt, bevor es ins MRT zum Durchleuchten geht. Foto: Marco Freitag

Veranstaltung mit umfangreichem Programm in der zweiten Augusthälfte

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29. Juni 2013, 09:22 Uhr

Brunsbüttel | Die 5. Brunsbütteler Krebsinformationstage finden zwar erst in der zweiten Augusthälfte statt, aber Organisator Jens Rusch ist bereits seit Tagen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das Programm wird in diesem Jahr noch konsequenter aus Patientensicht gestaltet, daher der Untertitel "Konsequent als Patient". Zum ersten Mal findet auch eine Podiums-Diskussion zum Thema Brustkrebs statt. Die hochkarätige Expertenrunde unter der Leitung von Dr. Thomas Kunz wird sich ausschließlich den Publikumsfragen widmen. Einer der bekanntesten deutschen Experten für klinische Hypnose, Jan von Berg, wird die Krebs-Informationstage unterstützen und Dr. Bernd Schmude aus Frankfurt wird einen weiteren Mutmach-Vortrag zum Thema "Krebs und Psyche" halten.

Aus aktuellem Anlass wird Michael Zille, der als Radiologe in Rohenburg/Fulda arbeitet, einen Vortrag über IMRT halten. Ein neues Gerät im Westküstenklinikum (WKK) Heide, das eine verfeinerte Form radiologischer Bestrahlung ermöglicht, soll Krebsbetroffenen und ihren Angehörigen erläutert werden. Um die Anpassung einer Bestrahlungs-Maske für eine besonders präzise Behandlung zu demonstrieren, legte sich Jens Rusch noch einmal in ein Bestrahlungsgerät und ließ sich von Maike Dohrn, die in der Strahlentherapie im WKK Heide für eine subtile und präzise Anpassung zuständig ist, eine Bestrahlungsmaske anfertigen. Die weiße Maske fixiert auch den Schulterbereich, während die blaue Maske nur den zu bestrahlenden Kopf auf den Bestrahlungsschlitten knöpfbar fixiert. Der hochentwickelte Kunststoff wird in einem Wasserbad bei einer Temperatur von 65 Grad extrem dehnbar und kann in Minuten den Körperkonturen angepasst werden. In weniger als einer Viertelstunde ist der Kunststoff dann erhärtet und kann mit Laser-Markern für eine sehr genaue computergesteuerte Positionierung justiert werden.

Für Jens Rusch kein einfacher Vorgang, denn diese "Trockenübung" ließ Bilder seiner eigenen Therapie vor elf Jahren wieder aufleben. Aber: "Überlebt zu haben ist ein grandioses Gefühl. Aufstehen und nach Hause gehen zu dürfen, das entschädigt mich für diesen Moment mehr als genug." Für den Mitbegründer der Wattolümpiade, mit deren Erlösen unter anderem die Krebsinformationstage ermöglicht werden, war Dankbarkeit gegenüber hochversierten onkologischen Strategien in Norddeutschland einer der Gründe, Hilfs-Strukturen für andere Krebsbetroffene zu entwickeln.

Die 5. Brunsbütteler Krebsinformationstage finden in der zweiten Augusthälfte statt. Genaue Informationen gibt es auf der Homepage www.wattopedia.de.

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