Tipps zum Brautkleidkauf : „Konkurrenz für Cinderella“

16 mal an- und ausziehen bis zum Traumkleid: Die angehende Braut Inga Björndahl probierte viele Stile. Für welchen sie sich entschieden hat, verrät sie noch nicht, um ihrem Liebsten Ewgeni Haan die Überraschung nicht zu verderben.
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16 mal an- und ausziehen bis zum Traumkleid: Die angehende Braut Inga Björndahl probierte viele Stile. Für welchen sie sich entschieden hat, verrät sie noch nicht, um ihrem Liebsten Ewgeni Haan die Überraschung nicht zu verderben.

Schön, bequem und nicht zu teuer: Über kein anderes Kleidungsstück grübelt frau so sehr wie über das Brautkleid / Eine Expertin gibt Tipps

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25. März 2017, 16:58 Uhr

„Ja, ich will!“ Mit dem Entschluss zu heiraten, fängt die Flut an Entscheidungen erst an: Welche Ringe? Schokoladen- oder Erdbeertorte? Liveband oder DJ? Wir begleiten Inga Björndahl (28) und Ewgeni Haan (32) aus Hennstedt in einer Serie auf ihren Höhen und Tiefen von der Brautboutique bis vor den Traualtar am 5. August. Heute: das Hochzeitskleid.

Es ist die Eintagsfliege unter den Kleidungsstücken, aber das wichtigste Kleid im Leben einer Frau: das Brautkleid. Zwischen Antrag und Altar ist der Kauf der wohl aufregendste Moment. Der Mann fürs Leben kann sich langsam in das Herz seiner Angebeteten schleichen, aber beim Hochzeitskleid muss es Liebe auf den ersten Blick sein. „Ich gucke den angehenden Bräuten immer ins Gesicht, wenn sie mit einem Kleid aus der Umkleide kommen. Ich sehe sofort, ob es ihr Kleid ist, ob sie sich in das Kleid verliebt hat. Das spürt man“, sagt Vanessa Junk. Die 36-Jährige ist Einzelhandelskauffrau in der Brautboutique Neumünster. Seit zwei Jahren macht sie aus heiratswilligen Damen Traumfrauen in Weiß. „Die Hochzeit ist ein Tag, an dem die Frau Cinderella Konkurrenz machen möchte. An diesem Tag wollen Frauen nicht niedlich sein, sondern schön!“ Bis man im perfekten Hochzeitskleid vor dem Spiegel steht, gilt es aber einiges zu beachten.

Rechtzeitig mit der Suche beginnen. Ein halbes Jahr vor der Trauung sollte sich die Braut für ein Kleid entschieden haben. „Wenn ein Exemplar bestellt werden muss, kann es bis zu drei Monate dauern, bis es geliefert wird“, informiert Vanessa Junk. Zwei bis drei Monate vor der Hochzeit wird das Kleid abgesteckt. Wenn alle Änderungen fertig sind, kann das Kleid abgeholt werden. Bei Schwangeren wird zwei Wochen vor dem Termin noch einmal Maß genommen. „In unserer Schneiderei wird gezaubert. Jedes Kleid sieht genauso aus wie vorher, aber es passt nur dieser einen Frau.“

Die Braut in Spe muss sich mit der Verkäuferin wohl fühlen. „Man darf nicht vergessen, dass man halb nackt mit der Verkäuferin in der Umkleide steht“, macht Vanessa Junk deutlich. „Das ist kein Schuhkauf, sondern ein emotionaler Moment. Auch wenn ich täglich mit Brautkleidern zu tun habe, mache ich nach jeder Kundin einen Cut und bin offen für die nächste Braut und ihre Geschichte.“

Offen sein für verschiedene Stile: Vanessa Junk: „Für Frauen mit konkreten Vorstellungen etwas zu finden, ist meistens schwieriger.“ Mit Inga Björndahl (28) hatte sie es einfach, die Hennstedterin kam unvoreingenommen ins Geschäft. Im Durchschnitt probieren die Frauen zwölf bis zwanzig der rund 2000 Kleider im Laden, bis sie sich entscheiden, weiß Vanessa Junk. Inga Björndahl schlüpfte in 16 Kreationen aus Tüll, Spitze und Seide, in weite und enge Kleider, in A-Linie und im Meerjungfrauenstil, in weiße und cremefarbene Exemplare. „Es passiert nicht selten, dass es ein anderes Kleid wird, als sich die Frau anfangs vorgestellt hat“, so Vanessa Junk. „Alle waren unglaublich schön, ich habe mich in jedem gefühlt als sei es mein Kleid. Aber nur bei einem hatten ich das Gefühl: Das ist es!“, resümierte auch Inga Björndahl.

Weniger ist mehr: Nicht zu viele Begleiter mitnehmen. Inga Björndahl hat sich genau überlegt, wer sie beim Anprobieren beraten soll: eine Freundin, die Trauzeugin, Schwieger- und Stiefmutter. „Ich habe mir extra vier Leute ausgesucht, die einen ähnlichen Geschmack haben. Es bringt mir ja nichts, wenn jemand einen ausgefallenen Geschmack hat und immer anderer Meinung ist“, so Inga Björndahl. Damit lag sie genau richtig. „Vier Begleiter sind ideal“, rät Vanessa Junk. „Es sollten nicht zu viele sein, damit sich die Braut auf sich konzentrieren kann.“ Durchschnittlich zweieinhalb Stunden probieren Vanessa Junks Kundinnen Kleider an bis sie sich entschieden haben.

Nicht weitersuchen. Vor dem Kauf des Kleides zappte Inga Björndahl gerne mal in das Vox-Format „Zwischen Tüll und Tränen“, damit ist jetzt Schluss. „Wer sich entschieden hat, sollte sich keine anderen Kleider mehr ansehen“, rät Vanessa Junk. „Das ist wie mit Fernsehern: Hast du dir ein Exemplar gekauft, siehst du im nächsten Laden einen besseren für 200 Euro weniger. Entscheidend ist, dass die Braut gespürt hat, dass es ihr Kleid ist.“

Als Inga Björndahl ihre Wahl getroffen hatte, gab es Sekt. Und ein bisschen Wehmut kam auf: „Ich war fast ein bisschen traurig, weil es noch so lange dauert, bis ich es wieder anziehen darf.“

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