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Kirche und Gesellschaft : Konfirmationsbesuch aus Kenia

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Pastor Balozi hat drei Jahre in Münsterdorf gearbeitet. Jetzt ist der Kenianer zurückgekehrt – zur Konfirmation der Enkelin seiner ehemaligen Gastmutter.

Drei Jahre lang hatte der kenianische Pastor Mruttu Bartholomayo Balozi an Pastor Ralf Greßmanns Seite gearbeitet und bei Waltraut Schölermann gewohnt, bis er Ende 2013 in seine Heimat zurückkehrte. Jetzt lud ihn seine Gastmutter zur Konfirmation ihrer Enkelin Carolin nach Münsterdorf ein. Nach zwei Wochen mit vollem Terminplan, der Pflege alter Kontakte und Freundschaften, vielen schönen Stunden mit „seiner Familie Schölermann“ und auch sehr ernsten Gesprächen fliegt Pastor Balozi nun wieder nach Nairobi. Im Gepäck hat er die Einladung der hiesigen Kirchengemeinde für eine Delegation seiner Gemeinde, der Nairobi International Lutheran Congregation Dagoreti. Sie zählt 480 Gemeindeglieder, dazu viele Kinder.

„Die Gottesdienste dort sind ein berührendes Erlebnis; zu Beginn werden alle Kinder gesegnet“, sagt Waltraut Schölermann, die 2012 mit einer Münsterdorfer Gruppe Kenia besucht hatte. Unbeschwert können Christen und Muslime in Kenia ihren Glauben nicht leben. Seit dem Anschlag der somalischen Terrormiliz Al-Schabab auf die Universität in Garissa im Norden Kenias wurden auch in der Landeshauptstadt die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Wir bezahlen immer mehr Geld für Security-Firmen. Wir haben Angst“, berichtet Pastor Balozi, dass auch seine Gemeinde ihre Gottesdienste nur unter Polizeischutz oder mit Hilfe von Wachpersonal abhalten könne.

„Die Frau meines Bruders ist Muslima“, nennt Pastor Balozi ein Beispiel für friedliches Miteinander, das es in Kenia durchaus gibt. Es bestünden keine Probleme zwischen den Religionen, sondern mit Radikalen. Nicht nur aus Somalia, auch aus Kenia kämen Täter. Christen lebten in Furcht, und auf der anderen Seite fürchteten sich die Muslime vor Rache von radikalisierten Christen. Doch es gibt auch Hoffnung: Eine Folge der drohenden Gewalt sei die Stärkung des Dialogs zwischen dem Bund aller christlichen Religionen in Kenia und den muslimischen Gemeinden.

In Münsterdorf wurde Pastor Balozi herzlich empfangen. „Ich habe Waltraut vermisst, und ich komme hier bei ihr nach Hause“, sagt er. „Ich freue mich unwahrscheinlich, dass wir uns wieder gesehen haben. Es besteht eine tiefe Verbundenheit“, erklärt auch Pastor Greßmann, der am vergangenen Sonntag gemeinsam mit seinem kenianischen Kollegen in Münsterdorf die Konfirmation feierte.

Für Pastor Balozi gab es jetzt in Waltraut Schölermanns Garten eine Farewellfeier mit vielen Freunden, darunter Pastor Ralf Greßmann, die Vorsitzende des Münsterdorfer Partnerschaftskomitees, Karen Möller, und der Pastor für Mission, Ökumene und Partnerschaft des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf, Thorsten Pachnicke. „Diesmal wird mir der Abschied nicht so schwer“, sagte Waltraut Schölermann. „Ich weiß ja, wir werden uns wieder sehen.“

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