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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 02:11 Uhr

Abwasser : Kompromiss in Sicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Im Streit um den Anschluss an die zentrale Abwasseranlage ist Marco Kipf bereit, seine Klage zurückzuziehen - wenn die Gemeinde die Satzung ändert

von
erstellt am 05.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Der Abwasser-Streit in der Gleiwitzer Straße könnte ohne Gerichtsverhandlung beigelegt werden. Marco Kipf ist bereit, seine Klage vor dem Verwaltungsgericht Schleswig zurückzuziehen, wenn die Gemeinde auf ihren Anschlusszwang verzichtet. Eine entsprechende Möglichkeit haben sowohl die Untere Wasserbehörde des Kreises als auch das Umweltministerium aufgezeigt.

Ausgangspunkt des Streits ist das Abwasserkonzept von 1991, das für alle Grundstücke im Ort einen Anschluss an die zentrale Wasserversorgung vorsieht. 2011 hatte die Gemeindevertretung dann mehrheitlich den Anschluss in der Gleiwitzer Straße beschlossen – für zwölf Anlieger, darunter zwei Gewerbebetriebe. Baubeginn für das über 500 000 Euro-Projekt sollte eigentlich 2013 sein. Enthalten in dem Bau ist auch die Sanierung der Trinkwasserleitung (164 000 Euro). Die Anlieger sollten mit einem Eigenanteil von knapp 100 000 Euro dabei sei.

Marco Kipf kämpfte von vornherein gegen den zentralen Anschluss. Er bemängelte die hohen Kosten sowohl für Anlieger als auch für die Gemeinde und die Tatsache, dass die Politiker über andere Möglichkeiten gar nicht nachgedacht hätten, sondern unbedingt eine Gesamtlösung wollten. Statt einer zentralen Lösung plädierte Kipf für die Aufrüstung der Hauskläranlagen. Gegen sich hatte er vor allem die IHB und die SPD, die für die zentrale Lösung plädierten.

Mit einem Fragenkatalog brachte vor einigen Monaten dann der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Theodor Scheit Bewegung in die starren Fronten. Bisher lagen der Gemeinde zwei Schriftstücke vor: Die untere Wasserbehörde des Kreises sprach sich in einem Schreiben vom November 2011 gegen eine komplette dezentrale Lösung aus, das Kieler Umweltministerium kam dagegen zu dem Schluss, dass für Anwohner, die häusliches Abwasser produzieren, eine dezentrale Reinigung über Kleinkläranlagen als Option durchaus in Frage käme. Daraufhin wurde der Ausbau in zwei Abschnitte bereits geteilt. Für den unteren Bereich mit den beiden Gewerbebetrieben läuft die Ausschreibung, mit Bauabschnitt zwei wurde noch gewartet.

Durch das Nachbohren der SPD mit anschließenden Schreiben an die beteiligten Behörden sind nun sowohl Kreis als auch Land plötzlich einer Meinung – ein dezentraler Anschluss für die Hausgrundstücke ist möglich, wenn die Gemeinde ihre Abwasserbeseitigungssatzung entsprechend ändert. „Wenn die Vertretung eine dezentrale Lösung in der Satzung zulässt, werde ich die Klage sofort zurückziehen“, sagt Marco Kipf. Mit dem Kompromiss könnten sowohl die Anlieger als auch die Gemeinde leben. Die Betroffenen müssten zwar immer noch beträchtlich in die Aufrüstung ihrer Hauskläranlagen investieren, die Gemeinde würde aber viel Geld sparen.

Laut Kipf hätte das Ganze gar nicht soweit kommen müssen – wenn ihn die Verwaltung stets informiert und bei dem Thema nicht nur gemauert hätte.

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