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Norddeutsche Rundschau

11. Dezember 2017 | 14:29 Uhr

Wirtschaft : Kommt der virtuelle Stadtbummel?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der Einzelhandel in Wilster will der Online-Konkurrenz Paroli bieten. Der Gewerbe- und Verkehrsverein zieht eine positive Jahresbilanz.

Auch der Einzelhandel einer Kleinstadt wie Wilster hat eine Menge zu bieten – nur: Wie bringt man diese Botschaft an die Kunden  ? Jens Korte von der Entwicklungsgesellschaft Brunsbüttel (Egeb) hatte eine mögliche Antwort zur Jahresversammlung des Gewerbe- und Verkehrsvereins für Wilster und die Wilstermarsch mitgebracht. Die Geschäftswelt könnte sich auf einer neuen Internet-Plattform zusammenschließen und die Kunden zu einem virtuellen Stadtbummel einladen. So könnte man alle Angebote einem breiten Publikum eröffnen und ihm den Mund für einen persönlichen Besuch in der Marsch wässrig machen. Bequem von zuhause aus könnte man sich zunächst durch Straßen und Geschäfte klicken.

Kostenlos gibt es das natürlich nicht. Korte sprach von rund 10  000 Euro für den Aufbau des Online-Auftritts und von jährlichen Ausgaben von bis zu 1400 Euro. Allerdings lasse sich so ein Projekt mit bis zu 55 Prozent auch über die AktivRegion fördern, sodass es für den örtlichen Einzelhandel, aber auch für Gastronomie und Dienstleister aller Art finanziell überschaubar bleibe.

Nach Einschätzung Jens Kortes wäre der virtuelle Stadtbummel nicht nur ein zeitgemäßer Auftritt für Wilster, sondern auch eine schlagkräftige Antwort auf die immer heftigere Online-Konkurrenz. Die von dem Referenten präsentierten Zahlen dürften auch bei den Zuhörern im Landgasthof „Zum Dückerstieg“ alarmierend geklungen haben. Danach müsse der Einzelhandel in einer Region wie der Kreis Steinburg bis zum Jahr 2020 mit Einbußen von bis zu 30 Prozent rechnen – unterschiedlich je nach Branche. „Die Kunden werden immer fauler. Gerade an kleinen Standorten ist das ein Problem“, so Korte. Er geht davon aus, dass die nächsten Jahre auf diesem Gebiet ganz entscheidend würden. Als probates Gegenmittel zum Internet-Handel ermunterte Jens Korte die Geschäftswelt, das „Einkaufen zum Erlebnis zu machen“. Wilster sei, was entsprechende Aktivitäten betrifft, bereits jetzt sehr gut aufgestellt. Vertrauenswürdigkeit, umfassender Service und Freundlichkeit des Personals seien weitere Bereiche, mit denen man gegen Mitbewerber aus dem Netz punkten könne. Im Angebot hatte er zudem eine Extra-Ausbildung von Einzelhändlern und ihren Mitarbeitern zum Qualitätscoach. Ein entsprechendes Seminar kostet zwischen 590 und 790 Euro.

Sandra Wolfsteller ergänzte die Ausführungen mit Beispielen für eine gute Kundenbindung, wobei „wir in Wilster da auf einem sehr guten Weg sind“. Für sie macht dies den Unterschied aus: „In einem vom Inhaber geführten Geschäft steckt eben noch richtig Herzblut.“

Gewerbevereinsvorsitzender Olaf Reese nahm die Ausführungen mit großem Interesse auf. Insbesondere der Online-Stadtbummel soll jetzt auch noch einmal im Vorstand erörtert werden. Ansonsten zog Reese für das vergangene Jahr eine positive Bilanz. Die verkaufsoffenen Sonntage in Wilster seien allesamt sehr gut gelaufen. Und Veranstaltungen wie der Flohmarkt oder die Lütt Wiehnacht hätten sich als Aushängeschild für die Stadt bestätigt. Der Flohmarkt sei für den Gewerbeverein inzwischen sogar „ein einträgliches Geschäft“. Der Überschuss wiederum werde in den beliebten Weihnachtsmarkt gesteckt. So müssten in diesem Jahr zum Beispiel neue Lichterketten angeschafft werden. Zu einem kulturrellen Highlight habe sich auch die Wilsteraner Musiknacht entwickelt. Vor diesem Hintergrund will der Gewerbe- und Verkehrsverein an dem bestehenden Veranstaltungskonzept festhalten und lediglich im Detail an einigen Stellschrauben drehen. Olaf Reese wies in diesem Zusammenhang auf die vielen Helfer und Unterstützer hin, ohne die die Aktivitäten in der Stadt in dieser Form nicht möglich seien. „Was hier alles geleistet wird, ist nach außen hin oft gar nicht so bekannt“, so Reese.

Auch in Zahlen fiel die Bilanz gut aus. Kassierer Michael Stoldt präsentierte einen ausgeglichenen Haushaltsplan und aus dem Vorjahr sogar einen kleinen Überschuss. Aktuell gehören dem Verein rund 80 Mitglieder an. „Wir arbeiten daran, dass es mehr werden“, so Olaf Reese, der gleichzeitig jeden Leerstand in einem Geschäftshaus in der Innenstadt als „nicht gut“ bezeichnete.

Wie zufrieden die Mitglieder mit der Arbeit ihres Vorstand sind, wurde bei den Wahlen deutlich. Jeweils einstimmig wurden Peter Wolfsteller (2. Vorsitzender), Michael Stoldt (Kassierer) und Frank Lamberty (Werbeobmann) in ihren Ämtern bestätigt. Neuer Aktionsobmann ist Andreas Richeling. Er ersetzt den verstorbenen Peter Kruse, dem ebenso wie Gerd Martens ein Gedenken der Gewerbevereinsmitglieder galt.

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