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Kollmar für 24 Stunden gefährlicher Ort: Polizei zieht positive Bilanz

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erstellt am 11.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kollmar | Einen Tag nach der "Himmelfahrts-Sause" am Kollmaraner Hafen hat die Polizei gestern eine insgesamt positive Bilanz gezogen. Zuvor von der Polizeidirektion Itzehoe für 24 Stunden zu einem "gefährlichen Ort" erklärt, sei das von den insgesamt 40 Einsatzkräften an den Tag gelegte Null-Toleranz-Konzept mit weitergehenden Befugnissen und der Möglichkeit, jede Person einer Polizeikontrolle zu unterziehen, aufgegangen.

"Nachdem die Situation in Kollmar im vergangenen Jahr mit einer Messerattacke ihren negativen Höhepunkt hatte, war derartige Gewalt in diesem Jahr nicht zu beklagen", sagte der Leiter der Polizeistation Glückstadt, Ralf Kist, gestern als Gesamteinsatzleiter. Es wurde offensiv und vor allem sichtbar gearbeitet. Das bedeutet, dass die Polizei innerhalb des betroffenen Gebietes weitergehende Befugnisse hatte und jede Person einer Polizeikontrolle unterziehen konnte.

Dennoch gab es für ihn und seine Kollegen aus den Kreisen Steinburg sowie Dithmarschen viel zu tun: Die Polizeikräfte sprachen 25 Platzverweise gegenüber Störenfrieden aus. Acht Unbelehrbare kamen ins Polizeigewahrsam. Während die Beamten zwei Jugendliche selbst nach Hause brachten, mussten etliche aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums von ihren Eltern abgeholt werden. Ralf Kist: "Einige junge Menschen waren so stark alkoholisiert, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Sie befanden sich am Rande der Alkoholvergiftung."

Zudem gab es zwei Fälle von Trunkenheit im Straßenverkehr und einen, bei dem der Fahrer unter Drogeneinfluss stand. 28 weitere Strafanzeigen wurden unter anderem wegen Körperverletzung, Widerstand, Beleidigung und Diebstahl aufgenommen.

Zudem mussten Gefahren abgewehrt werden, mancher wurde auf rechtliche Konsequenzen hingewiesen. Auch so genannte "dumme Sprüche" gegenüber der Polizei wurden nicht geduldet.

Nicht ganz so glimpflich kommt der 17-jährige Fahrer eines Ackerschleppers davon: Obwohl die Polizei in den vergangenen Tagen mehrfach darauf aufmerksam gemacht hatte, dass landwirtschaftliche Züge nicht zum Personentransport benutzt werden dürfen, stoppten die Ordnungshüter im Bereich Kollmar dessen Vatertagstour. Auf dem Anhänger des Ackerschleppers beförderte der Fahrer verbotenerweise zehn Jugendliche und Heranwachsende. Jetzt sieht sich der 17-Jährige mit einer Anzeige konfrontiert, die ihm Fahren ohne Fahrerlaubnis und Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz vorwirft.

"Es ist möglich, dass das polizeiliche Verhalten dem einen oder anderen nicht gefallen haben mag", sagte Kist. Umso mehr freue er sich, dass die Bevölkerung, aber auch viele Feiernde selbst, die Einsätze begrüßt hätten. "Wer findet schon Leute cool, die den Himmelfahrtstag zweckentfremden, sich sinnlos betrinken und im Suff für Unfrieden sorgen?"

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