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Willkommenskultur : Kollmar: Erste Flüchtlinge kommen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Heute erwartet Bürgermeister Klaus Kruse drei junge Afghanen. Er hofft auf breite Unterstützung im Dorf bei der Integration.

Die Botschaft aus der Amtsverwaltung Horst-Herzhorn war kurz: Kollmar werden heute die ersten Flüchtlinge zugewiesen. Drei junge Männer aus Afghanistan. Nach Hohenfelde ist die 1700-Einwohner-Gemeinde die zweite im Amtsbereich, die Flüchtlinge aufnimmt. Und es wird nicht die letzte bleiben, steht für Bürgermeister Klaus Kruse fest. Noch sind die Menschen, die ihr Heil in der Flucht vor Krieg in ihrer Heimat im Nahen Osten oder Afghanistan gesucht haben, zunächst in Horst untergebracht. Doch dort werden Wohnungen knapp, in Kollmar war der Verwaltung gerade eine freie angeboten worden.

„Wir betreten jetzt völliges Neuland“, sagt Kollmars Bürgermeister. Er hat sich bereits ein wenig vorbereitet, etwa Busfahrpläne nach Glückstadt und Elmshorn ausgedruckt und den Kalender der Müllabfuhr. Sogar ein bebildertes Deutschwörterbuch hat er gekauft. Denn: „Wir wissen ja gar nicht, wie gut sich die drei auf Deutsch verständigen können.“ Oder allenfalls noch auf Englisch. Wegen der ungewohnten Situation möchte er möglichst viele Einwohner um Unterstützung bitten.

Bereits am vorigen Montag hatten die drei Fraktionen der Gemeindevertretung mit Rotem Kreuz und Kirchengemeinde zusammengesessen und überlegt, was getan werden kann für die Flüchtlinge – neben der Beschaffung von Wohnraum. Denn an einem lässt Kruse keinen Zweifel: „Die Menschen können sich am besten integrieren, wenn man sie im Dorf unterstützt.“

Klaus Kruse will heute mit gutem Beispiel vorangehen und mit den drei Neubürgern nach ihrer Ankunft erstmal einkaufen fahren. Ihre Wohnung sei zwar eingerichtet, aber Lebensmittel fehlen noch. Vielleicht sei dies ganz gut, überlegt Kruse. „Wir wissen ja gar nicht, was sie essen, ob sie etwa aus religiösen Gründen Schweinefleisch ablehnen.“ Auch auf den Bauernmarkt am Sonntag will er die drei jungen Männer begleiten. Auf dem Markt werde auch Gemüse angeboten.

Dass sich die Kollmaraner Flüchtlingen nicht verschließen, weiß Kruse aus der Vergangenheit. Die während des Bürgerkrieges aus dem damaligen Jugoslawien geflohenen Menschen seien gut aufgenommen worden. Helfen könne aktuell sicherlich Unterstützung aus den Vereinen, so dass sich die Neuankömmlinge auch auf diese Weise in die Dorfgemeinschaft integrieren können. „Der gute Wille ist bei vielen Menschen da“, ist Kruse überzeugt.

Das wird auch nötig sein. Derzeit sind im Amt 139 Flüchtlinge unter gebracht, bis Jahresende werden weitere 30 bis 35 erwartet. Dann dürfte auch Kollmar wieder in den Fokus der Amtsverwaltung rücken. Deshalb sammelt Bürgermeister Kruse bereits jetzt Angebote von Wohnungen. Zur besseren Koordinierung sollten diese der Verwaltung mitgeteilt werden, Ansprechpartner ist dort Mirko Meier.


>Wohnunsgangebote ans Amt Horst-Herzhorn: 04126/3928-60.

>Unterstützer melden sich bei Bürgermeister Klaus Kruse unter: 04128/629.

 

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erstellt am 11.Sep.2015 | 05:00 Uhr

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