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Dithmarscher Kohltage : Kohlanschnitt mit Protestnote

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dithmarschen feiert eine Woche lang das Gemüse. Unmut am Rande der Eröffnung: Kreisbauernverband kritisiert Landwirtschaftsminister Habeck wegen seines Knick-Erlasses.

Friedrichskoog | Es ist angeschnitten. Gestern eröffnete Kreispräsident Hans-Harald Böttger die 27. Dithmarscher Kohltage auf dem Bock-Hof in Friedrichskoog. Noch bis Sonntagabend wird die Ernte des Dithmarscher Gemüses kreisweit mit unterschiedlichen Aktionen und vielen kulinarischen Angeboten in der Gastronomie gefeiert.

Für den Westküstenkreis ist dies eine vor allem touristisch bedeutsame Kampagne. Die Kohltage haben sich aus kleinen Anfängen zu einer Großveranstaltung entwickelt, die allein schon bei der gestrigen Eröffnung mehrere Tausend Besucher anlockte.

„Es ist ein Highlight für die Region“, bestätigte Böttger. Für ihn war der Kohlanschnitt eine doppelte Premiere: einerseits in seiner Funktion als Kreispräsident, andererseits aber auch ganz simpel beim ersten Abschneiden eines Kohlkopfes auf einem Acker. Dies gelang, nicht zuletzt dank Tipps seines Vorgängers Karsten Peters, der ihm auch das Kohlmesser überreichte.

Auch Landwirtschaftsminister Robert Habeck durfte medienwirksam einen Kohlkopf schneiden. Zuvor allerdings musste er sich mit erzürnten Landwirten des Kreisbauernverbands auseinandersetzen, die seinen Knick-Erlass ablehnen. Den Vorwurf, keine Ahnung von Landwirtschaft zu haben, konterte der Grünen-Politiker: „Wir müssen doch nicht die Welt ernähren.“ Habeck gab zu, dass es einen Zwiespalt gebe zwischen Naturschutz und Ackerbau. Hier müsse ein für alle Beteiligten gangbarer Weg gefunden werden.

Den richtigen Weg bei der Vermarktung des Kohls, habe man bereits gefunden, betonte der Minister. Das Konzept funktioniere. „Es ist ein besonderer Tag für die Region“, stellte Habeck fest. Kohl stehe dabei für die Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft ebenso wie für Wertschöpfung. Dies sah auch Landrat Jörn Klimant so. Die Kohltage seien Zeichen einer handlungsfähigen Landwirtschaft. Er begrüßte, dass sich trotz der Mühen bei der Ausrichtung des Kohlanschnitts immer wieder Bauern fänden, die ihre Höfe zu Verfügung stellten.

Dass dies kein Selbstgänger ist, erklärte Jörg Bock, Sohn des Gastgeberpaars der Eröffnung, Telse und Rudi Bock. „Wir wollen die Tradition aufrecht erhalten“, sagt er. Die Arbeit dürfe aber wegen der Festivität nicht zum Erliegen kommen. „Wer jetzt sagt, er hat Zeit, macht was falsch.“ Montag geht auf seinem Hof die Ernte los, 15 Hektar ist die Anbaufläche groß, ein halber Hektar pro Tag wird üblicherweise abgeerntet.

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erstellt am 18.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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