NACHWUCHS-FANS : König Fußball: WM im Kindergarten

In der Fußballwelt kennt sich die Entengruppe aus der Kita Fehrsstraße aus.
1 von 6
In der Fußballwelt kennt sich die Entengruppe aus der Kita Fehrsstraße aus.

Projekte rund um die Weltmeisterschaft in den Kindertagesstätten Juliengardeweg und Fehrsstraße.

shz.de von
26. Juni 2014, 05:00 Uhr

Warum muss man auf Rasen spielen? Wofür ist die Trillerpfeife? Wozu braucht man Zuschauer? Und wieso können eigentlich nur elf Spieler mitmachen? Lauter berechtigte Fragen brennen den Kindern in der Kindertagesstätte Juliengardeweg unter den Nägeln. Gespannt sitzen die Jungs und Mädels mit Frithjof Voss (16), Trainer der F- und G-Jugend bei den Oelixdorfer Schützen, im Stuhlkreis, in der Mitte eine Weltkugel – und der WM-Ball. Brazuca heißt er und hat viele Farben, „weil Brasilien so ein buntes Land ist“, erklärt Ben. 32 Länder nehmen dort an der Weltmeisterschaft teil, und wer gewinnt, „kriegt den Weltpokal“.

Bis dahin beschäftigt sich die Gruppe mit ihren Erzieherinnen Birgit Reese und Anke Knüppel intensiv mit dem Thema Fußball. Sie verfolgen nicht nur das Turnier, sondern lernen auch vieles über die beteiligten Länder und den Sport selbst. Entsprechende Bücher, Spiele, Lieder, aber auch WM-Partys mit passender Dekoration und Fan-Outfit sowie Trainer, Spieler und Schiedsrichter als Gäste gehören für sie dazu.

„Ich hab das noch geguckt – bis zum Ende“, berichtet Immanuel (5) stolz über das jüngste Spiel der deutschen Mannschaft. Mo (5) ist immer noch empört über ein Foul an Thomas Müller im Spiel gegen Portugal: „Da hat einer auf die Nase gehauen und dann hat er noch ’ne Kopfnuss gegeben.“ Das sei „gemein“, findet er.

Was die rote Karte bedeutet, die es dafür gab, erklärt Frithjof: Für ein zu hartes Foul wie dieses werde der Spieler vom Platz verwiesen. Alle, die nicht spielen, „sitzen auf der Bank“, weiß Anna (5). Und „der Trainer ist der Zugucker“, erklärt Jakob (3). Als das Gespräch auf die Trillerpfeife kommt, packen Jay (3), Janina (6) und Inke (5) ihre Modelle aus: klein und blank, in Fußballform und überdimensional groß. „Die silberne Pfeife von Jay ist erlaubt“, erläutert Frithjof die Vorgaben der Fifa. Auch Spieleranzahl, Untergrund und Spielfeldgröße lege der Fußball-Weltverband fest. Zuschauer seien dabei, „damit die besser spielen können, weil die Zuschauer auch anfeuern“, weiß Ben, der schon selbst im Stadion war. Das probieren die Kita-Kinder gleich selbst aus: Mit ihrem Trainer versuchen sie sich als Fußballspieler – wegen Regens allerdings im Turnraum und nicht auf dem Rasen.

Auch an anderer Stelle dreht sich alles um den Fußball: In der Kita Fehrsstraße weist eine große Deutschlandfahne an der Tür den Weg zur Entengruppe. Hier wird zum Thema gesungen, gebacken und gebastelt, zum Beispiel bunte Wedel aus Papprollen und Krepppapier. „Für Fußball“, braucht man sie, erklärt Dominik (4) – „zum Jubeln“. Jeden Morgen schauen die Kinder an der Tür auf den Spielplan und suchen die Länder daneben auf der Weltkarte.

„Ich spiel’ sogar immer nach dem Kindergarten Fußball“, berichtet Eni (5). Und wenn die Spieler abends auf dem Platz stehen, ist auch sie ganz im Fußballfieber, denn: „Fußball ist cool!“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen