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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 03:22 Uhr

Ausstellung : Knöpfe für jeden Anlass

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jutta Werner zeigt ihre umfangreiche Sammlung im Kellinghusener Museum.

Eine praktische Kleinigkeit zum Verschließen von Kleidung – ihn darauf zu reduzieren, wird dem Knopf nicht gerecht. Schließlich hat er eine lange Geschichte und wurde durch die Jahrhunderte aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt. Fasziniert von Knöpfen ist die Kellinghusener Jutta Werner. Mit ihrer Knopfsammlung könnte die gebürtige Brunsbüttelerin leicht ein ganzes Museum füllen. Das würde sie schon mit den 50 Kilo böhmischen Glasknöpfen schaffen, ganz zu schweigen vom Fundus an Metall-, Perlmutt-, Porzellan-, Ton-, Holz-, Hirschhorn- und Steinnussexemplaren. Einen Bruchteil ihrer in vielen Jahren zusammengetragenen Sammlung zeigt sie jetzt im Rahmen der Sonderschau „Sammeln aus Leidenschaft“ im städtischen Fayence-Museum.

Sorgfältig auf Pappen genäht, verstaut in Kisten und Kästen hütet Jutta Werner ihre Knopfschätze. „Für die meisten habe ich keinen Cent hergeben müssen“, sagt sie. Auf Antikmärkten tauschte sie ihre Ware gegen Knöpfe und komplette Nähkästen. „Für deren Inhalt hat die moderne Wegwerfgesellschaft keine Verwendung mehr“, sagt Werner. Auch der einst als Zeichen von Macht und Ansehen stolz vorgezeigte Knopf spiele als modisches Accessoire nur noch eine untergeordnete Rolle. „Allzu oft werden Knöpfe heute nur noch von gepressten Plastikstangen geschnitten“, weiß Werner.

Ihre Sammellust begann in jungen Jahren, ausgelöst von einen wunderschön montierten Glasknopf mit goldenen Metallverzierungen. Entdeckt hatte die kleine Jutta Schwarten ihn bei Besuchen der Großmutter in Brunsbüttel. Regelmäßig schaute sie dann auch bei der Patentante vorbei – und stöberte in alten Schränken. Der Knopf zierte ein längst abgelegtes Mousselinkleid aus den Berliner Zeiten der Verwandten. Seit sie das begehrte Objekt zum neunten Geburtstag geschenkt bekam, hält die Sammlerin nach schönen Knöpfen Ausschau. Im Spiel waren dabei wohl auch die Gene. Vater Hans Schwarten übte den Schneiderberuf aus und hatte von daher viel mit Designstück zu tun. Ihre umfangreiche Knopf-Sammlung sieht Werner als Erinnerung an die unterschiedlichen Moden vergangener Zeiten. Liebevoll breitet sie Trachtenknöpfe aus aller Welt aus, legt daneben winzige Exemplare für Puppenkleidung. Fast zwangsläufig wurde die Sammlerin auch zur Expertin auf ihrem Gebiet.

Stundenlang könnte sie über Knöpfe reden. Von der Antike, wo der Knopf die Kleidung als Zierde schmückte, bis hin zur Erfindung des Knopflochs und dem Start seiner Superkarriere als Gebrauchsgegenstand. „Von da an gab es dann die Mode mit eng anliegenden Kleidern“, erklärt Werner. Natürlich bedienten Knöpfe auch die Eitelkeit ihrer Träger. So ließen sich höher gestellte Leute Knöpfe mit Familienwappen fertigen. Aber auch Berufszweige wie zum Beispiel das Militär, nutzten sie für eine präzise Außenwirkung. „Später kamen dann die Firmenzeichen“, verweist Werner auf Westenköpfe mit dem Aufdruck „Hamburger Stadtwerke.“ Extravagante Knöpfe dachten sich Designer in der Zeit von 1920 aus. Als Gegensatz zu Glanz und Glitter präsentiert die Sammlerin Nachkriegsknöpfe aus Pappmaché. „Damals wurden auch ehemalige Militärknöpfe abgeschliffen und bunt bemalt für Kinderkleidung wieder verwendet“, sagt sie.

Neben den unterschiedlichen Materialien zählt Werner unterschiedliche Arten von Knöpfen auf. „Der Ösenknopf ist schon seit Jahrhunderten in Gebrauch“, weiß sie. Hinzu kommen Knebelknöpfe, Lochknöpfe, Zwirnknöpfe oder Posamentenknöpfe. Und: Die fast vergessenen Schuhknöpfe sowie die jetzt wieder entdeckten Manschettenknöpfe.

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