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Bürgermeisterwahl in Brunsbüttel : Knapp 80 Prozent für Mohrdieck

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Amtsinhaber und einziger Kandidat Stefan Mohrdieck wird mit eindeutigem Ergebnis wiedergewählt.

Auch in den kommenden sechs Jahren heißt der Bürgermeister der Schleusenstadt Stefan Mohrdieck. Mit glasklarer Mehrheit wurde der Amtsinhaber und einzige Kandidat um den Spitzenposten im Rathaus wiedergewählt: 79,1 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen auf den 50-Jährigen. Daneben gab es 20,9 Prozent Nein-Stimmen. Die Bilanz trügt ein wenig, denn die Wahlbeteiligung war erwartungsgemäß gering. Von den 10  865 wahlberechtigten Einwohnern ab 16 Jahren machten sich nur 23,3 Prozent auf den Weg in eines der sieben Wahllokale. Deutlich dagegen: Trotz minimaler Beteiligung von 14,2 Prozent auf der Südseite bekam Mohrdieck hier im Verhältnis die meisten Nein-Stimmen.

Für ihn wenig überraschend. Denn Viele kreiden ihm auf der Südseite offenbar das Ergebnis des Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) an, das eine Auflösung des Wohnens südlich vom Kanal empfiehlt. Allein schon den Ausdruck der Planer, die von einer „Gemengelage“ sprechen, haben viele als abwertend aufgefasst. Dazu kommt die Sorge um den Wertverlust von Immobilien auf der Südseite. Allerdings, das ISEK wurde bereits 2012 beschlossen. „Das sind dort klare Gegenstimmen“, erkannte Mohrdieck bei der Stimmenauszählung im Bürgerbüro. Vielleicht helfe eine bessere, intensivere Kommunikation mit den Bürgern. Er sagte aber auch: „Man muss die ganze Stadt sehen und nicht nur den eigenen Bereich.“ In anderen Wahlbezirken hält der die Diskussion um den städtebaulichen Denkmalschutz als Anlass für Nein-Stimmen. Für Mohrdieck unstrittig: „Als Einzelner, der den Bürger Entscheidungen erklären muss, steht man im Fokus.“ Dabei werden die Entscheidungen von der Stadtpolitik gefällt, die Verwaltung muss diese dann umsetzen.

Eine Wahlbeteiligung über 20 Prozent hatte er gar nicht erwartet – und fühlte sich auch bestätigt bei seiner Rundtour durch die Wahllokale gestern Mittag. Dass es dann doch noch über die 20 Prozent ging, stimme ihn zufrieden. Das Gesamtergebnis sei für ihn Bestätigung der in den zurückliegenden sechs Jahren geleisteten Arbeit. Und: „Fast 80 Prozent Ja-Stimmen – damit kann ich zufrieden sein.“

Das sah auch Bürgervorsteherin Karin Süfke (SPD) so, die von einem guten Ergebnis sprach. „Das zeigt, dass er gut gearbeitet hat und die Bürger das honoriert haben.“

Wie Süfke wertete auch Ratsherr Michael Kunkowski (CDU) das Ergebnis als gut für Brunsbüttel. Und aus Sicht der Politik: „Wir können mit einer Konstante weiterarbeiten.“ Eine höhere Wahlbeteiligung wäre wünschenswert gewesen, sagte Kunkowski. „Die Leute, die mit Nein gestimmt haben, muss der Bürgermeister nun überzeugen.“

Sein Ratskollege Heinz Zindler (Graue Panther) meinte knapp: „Dass Stefan Mohrdieck Bürgermeister bleibt, war immer unser Ansinnen.“ Als Verwaltungsfachmann, der 2011 die Führungsaufgabe von Wilfried Hansen übernommen hatte, bringe er alles mit, was für Brunsbüttels Entwicklung nötig sei.

Alt-Bürgermeister Hansen konnte es im Foyer des Bürgerbüros, wo gestern Abend öffentlich die Ergebnisse präsentiert wurden, gar nicht abwarten. Schon nach der zweiten Auszählung – 76,1 Prozent Ja-Stimmen im Haus Süderdöffte – überreichte er Mohrdieck einen Strauß Blumen und gratulierte. In der klaren Annahme, dass nichts mehr schief gehen werde.

Das amtliche Wahlergebnis stellt der Gemeindewahlausschuss heute um 18  Uhr im Sitzungszimmer des Rathauses (Koogstraße) fest.

So haben die Brunsbütteler gewählt:

Sporthalle Süd: Ja 67,6 Prozent (71 Stimmen), Nein 32,4 Prozent (34 Stimmen).

Boy-Lornsen-Grundschule: Ja 76,1 (362), Nein 23,9 (114).

Begegnungsstätte „Gute Nachbarschaft“:

Ja 74,8 (252), Nein 25,2 (85).

Haus Süderdöffte: Ja 82,6 (356), Nein 17,4 (75).

Kindergarten „Löwenzahn“: Ja 79,9 (315), Nein 20,1 (79).

Grundschule West : Ja 78,9 (329), Nein 21,1 (88).

Feuerwehr Brunsbüttel-Ort : Ja 85,5 (307), Nein 14,5 (52).

Wahlbeteiligung: 23,3 Prozent von 10  865 Wahlberechtigten Brunsbüttelern ab 16 Jahre.

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erstellt am 26.Feb.2017 | 20:36 Uhr

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