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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 21:32 Uhr

Klinken putzen für das Wohnprojekt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Posadowskystraße 4: Quartiersmanagerin Johanna Buschkühl bereichert das Projekt „Wohnen+“ mit zusätzlichen Angeboten

von
erstellt am 19.Mär.2015 | 14:34 Uhr

Als im vorigen Jahr das Projekt „Wohnen+“ an der Posadowskystraße 4 mitten in Brunsbüttel eingeweiht wurde, klang es es nach hehren Worten: Das Haus, für 3,3 Millionen Euro vom Wohnungsunternehmen Dithmarschen errichtet, solle eine Anlaufstelle auch für Menschen aus der Nachbarschaft sein. Inzwischen sind den Worten Taten gefolgt, auch dank des Einsatzes von Quartiersmanagerin Johanna Buschkühl.

Die 28-Jährige ist seit Juni 2014 Ansprechpartnerin für die Mieter der 21  Wohnungen ebenso wie für interesierte Brunsbütteler und zugleich Organisatorin für Aktivitäten im Haus. Die gebürtige Münsteranerin hat in Darmstadt Integrative Heilpädagogik studiert, beschäftigt ist sie bei der Stiftung Mensch, die gemeinsam mit der Stadt das landesweit einmalige Wohnprojekt begleitet. Finanziert wird ihre Stelle für drei Jahre über die Fernsehlotterie. Das ist der Zeitraum, in der die Quartiersmanagerin möglichst viele Aktivitäten auf eigene Beine stellen will. Zuständig sollen dann ehrenamtlich tätige Brunsbütteler sein.

Und das klappt bereits, sagt Johanna Buschkühl. Zentraler Ort im Haus ist das so genannte Wohncafé. Dort bereiten zwei Frauen aus der Nachbarschaft jeden Dienstag ein Mittagessen zu. Einmal im Monat baut Ralf Jonassen in dem Raum im Erdgeschoss sein Keyboard auf und spielt Musik zur Unterhaltung. Die Brunsbütteler Autorin Ingeborg Münch hat das Wohncafé für Lesungen entdeckt – auch aus mitgebrachten Büchern ihrer Zuhörer. Ebenfalls einmal im Monat trifft sich dort der Plattdütsche Krink. Es gibt Bingo-Nachmittage, „Kaffee, Kuchen und Klönschnack“ jeden Donnerstag ab 15 Uhr und montags von 9 bis 11 Uhr ein Frühstück. Und weil noch Etliches mehr denkbar ist, geht Johanna Buschkühl derzeit im Quartier in einem Umkreis von rund 500 Metern von Haus zu Haus, informiert über die Einrichtung, die viele fälschlicherweise für ein Altenheim halten, stellt sich und ihre Arbeit vor. „Ich komme mir dabei manchmal wie ein Staubsaugervertreter vor“, erzählt die 28-Jährige. Aber sie treffe stets auf offene Ohren: „Die Resonanz ist enorm.“

Sämtliche 21 Wohnungen sind seit der Eröffnung belegt, sechs junge Erwachsene leben dort in Behinderten-WGs. Es gibt unverändert große Nachfrage nach freien Wohnungen. Klar, sagt die Quartiersmanagerin, die meisten Mieter sind Senioren. Aber auch Kinder hätten das Haus bereits entdeckt: Hinter dem Gebäude wurde ein Spielplatz eingerichtet.

Eines ist Johanna Buschkühl jedoch nicht: Hausmeisterin. Der tropfende Wasserhahn etwa ist ein Fall fürs Wohnungsunternehmen als Vermieter. Sie kümmere sich um Kontakte, wolle die Einrichtung offen gestalten. Das sei schließlich auch das Konzept des Bielefelder Modells, an dem sich „Wohnen+“ orientiert.

Die 28-Jährige hat für sich einen Traumjob gefunden. „Schon als ich die Stellenanzeige von der Stiftung Mensch gesehen hatte, wusste ich: Das ist mein Job.“ Längst wohnt sie in Brunsbüttel, auch weil sie wissen will, wie die Stadt tickt. Das sei für ihre Tätigkeit wichtig. Das Fazit: „Ich fühle mich wohl hier.“

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