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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 10:18 Uhr

Klinikumbau: Im März geht es los

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bereits ab 2018 soll das Westküstenklinikum erweitert und mit neuem Konzept als Integriertes Versorgungszentrum schwarze Zahlen ansteuern

von
erstellt am 05.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Das Ziel ist sportlich: Im März kommenden Jahres beginnt der Umbau des Brunsbütteler Westküstenklinikums in ein Integriertes Versorgungszentrum mit niedergelassenen Fachärzten als Ergänzung zum Klinikbetrieb. Schon 2018 soll das Projekt umgesetzt sein – bei laufendem Betrieb. 7,9 Millionen Euro hat das Land für Umbauten bereit gestellt. 9,7 Millionen Euro zahlen die Krankenkassen für den strukturellen Umbau. Träger des WKK ist der Kreis Dithmarschen.

Das gesamte Vorhaben, zu dem eine Erweiterung gehört, erfolgt auf Druck der Krankenkassen. Die wollten nicht länger die roten Zahlen akzeptieren, die ein Krankenhaus dieser Größe fast unweigerlich schreibt. Vor einem Jahr wurde gemeinsam mit dem Sozialministerium ein neues Finanzierungsmodell beschlossen, das den Segen der Kassen bekam: das Integrierte Versorgungszentrum.

Gestern konnten sich interessierte Besucher über das Vorhaben informieren. Zugleich wurde den ganzen Nachmittag lang mit diversen Aktionen und Vorträgen das heutige Spektrum des Westküstenklinikums an der Delbrückstraße präsentiert. Weitere Info-Veranstaltungen als Begleitung der Bauphase seien geplant, erklärte WKK-Chefin Anke Lasserre.

Ein Kernstück des Umbaus ist die Erweiterung des Klinikgebäudes. Der dreistöckige Anbau wird dort errichtet werden, wo heute die Zufahrtsrampe für Rettungswagen zum Intensivbereich liegt. Die Notfalleinlieferung von Patienten wird vorübergehend auf die Rückseite des Hauses verlegt. Später wird die zentrale Aufnahme mit angeschlossener Intermediate-Care-Station mit 26 Betten für die vorübergehende Notfallversorgung wieder an alter Stelle liegen. Die bisherige Intensiv-Abteilung, in der Patienten über einen lange Zeitraum künstlich beatmet werden, übernimmt das WKK in Heide, ebenso einen Teil der Chirurgie. Im zweiten Obergeschoss wird eine Station mit 42 Betten, davon 25 für die Geriatrie, eingerichtet. Im dritten Stock ist die Palliativstation für Schmerzpatienten mit fünf Betten geplant sowie 37 weitere Betten. Im Altbau ist unter anderem eine geriatrische Tagesklinik mit zehn bis zwölf Plätzen vorgesehen. Ab der vierten Etage werden die Fachärzte ihre Praxen einrichten. Zusätzlich zum bisherigen Angebot darf das WKK Brunsbüttel fünf weitere Fachärzte aufnehmen, erklärte Lasserre.

Unterm Strich, so die Klinik-Chefin, werde das medizinische Spektrum also nicht ausgedünnt, sondern aufgestockt. Und auch wenn einige Aufgaben nach Heide verlagert werden, sei das Haus an der Delbrückstraße auch nach 2018 für Notfälle gerüstet, und das ganzjährig rund um die Uhr. Letztlich, so Lasserre, gehe es um die Versorgung der Menschen aus einem Einzugsgebiet mit 30  000 Einwohnern. Bei dem gesamten Vorhaben gelte: „Der Patient steht im Mittelpunkt.“

Brunsbüttels Bürgermeister Stefan Mohrdieck ist zufrieden mit der Entwicklung. Schließlich hatte es lange düster ausgesehen für das Westküstenklinikum. Der jetzt eingeschlagene Weg gemeinsam mit den Krankenkassen sei der richtige Kurs, um das WKK aus dem finanziellen Dilemma zu holen, hofft Mohrdieck. Er ist überzeugt: „Das wird ein Vorzeigemodell für die Region.“ Für den Industrieraum Brunsbüttel sei diese Einrichtung ohnehin unverzichtbar. Zugleich entlaste das Konzept die Stadt von dem Problem, Nachfolger für die niedergelassenen Ärzte zu finden, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Denn: „Es ist ganz wichtig, dass wir die medizinische Versorgung in der Breite behalten werden.“

Lars Neumann vom Planungsbüro Mumm und Partner, der gestern Besuchern der Info-Veranstaltung die Baupläne erläuterte, gibt zu, dass der Zeitrahmen von knapp zwei Jahren sportliche Züge aufweise. Aber er sagt auch: „Je schneller das geht, umso schneller verdient das Krankenhaus Geld.“ Das ist letztlich gerade in Brunsbüttel das übergeordnete und von den Kassen verordnete Ziel.

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